Briten diskutieren über Ab­trei­bung von Mäd­chen

Schleichend hält die Legalisierung von Abtreibung auf Grund des Geschlechts Einzug im Vereinten Königreich. Ann Furedi von der größten Abtreibungsorganisation des Landes rechtfertigt den Trend. 

Haben Frauen das Recht, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, nur weil der Embryo weiblich ist? Großbritannien muss dieser Tage schockiert zur Kenntnis nehmen, dass auch in ihrem Land das Geschlecht des Ungeborenen inzwischen entscheidend über sein Leben oder seinen Tod sein kann.

Vor kurzem war enthüllt worden, dass die Königliche Strafverfolgungsbehörde CPS (Crown Prosecution Service) entschieden hatte, zwei Ärzte nicht zu belangen, die Beihilfe zur Abtreibung eines Mädchens geleistet hatten, weil es ein Mädchen war. Daraufhin wandten sich 50 Abgeordnete des Parlaments in einem Brief an die Öffentlichkeit, in dem sie »einen Schritt zurück im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit« und eine de-facto-Änderung des Rechts beklagten, die nicht auf legitimem Weg zustande gekommen sei.

Nun sorgt die Stellungnahme von Ann Furedi, die Chefin des British Pregnancy Advisory Service (BPAS), für Aufsehen. In einem Beitrag für die Zeitschrift Spiked rechtfertigte sie Abtreibungen wegen des Geschlechts als mit dem Gesetz vereinbar. Es sei gleichgültig, weshalb sich eine Frau für eine Abtreibung entscheide. »Das Gesetz schweigt über die Frage des Geschlechts ebenso wie es zu Vergewaltigungen schweigt«, schreibt sie. Entscheidend sei einzig und allein, ob die Frau unter der Schwangerschaft psychisch leiden würde. »Die Frau nennt ihre Gründe, der Arzt entscheidet auf der Basis, die das Recht vorgibt … Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, einer Frau eine Abtreibung zu verweigern, wenn sie eine Vorliebe für ein bestimmtes Geschlecht hat«, argumentiert sie.

Der BPAS nimmt rund ein Viertel aller Abtreibungen in England und Wales vor.

 

Quelle: FreieWelt.net

Foto: Ben Ramsey / flickr.com / CC BY-NC-ND 2.0

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