Familienministerin Schröder: Mehr Zeit für Familie

Die derzeitige Familienministerin Kristina Schröder gibt ihr Ministeramt auf, um künftig mehr Zeit mit ihrer kleinen Tochter verbringen zu können. Im Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“ sprach sie über ihre Entscheidung und ihr Spagat zwischen Familie und Karriere. Ihr Fazit: „Ich habe viele schöne Momente mit meiner Tochter verpasst.“ 

In Zukunft wolle sie nun mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Zu oft habe sie ihre inzwischen zweijährige Tochter nur schlafend gesehen und viele ihrer Entwicklungen nicht miterleben können: „Das tut mir weh, und deswegen ist mir immer klarer geworden: Ich kann in meinem Leben noch viel erleben, vieles auch nachholen, aber diese besonderen Stunden mit meiner Tochter kommen nie wieder.“

Schröder fordert auch deshalb mehr Ehrlichkeit in der Frage von Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die „besten Rahmenbedingungen können das Dilemma, dass es bei jeder Entscheidung auch Nachteile gibt und man andere Dinge womöglich verpasst, nicht wegzaubern“, so die scheidende Familienministerin. Eine Politik, die jungen Eltern einrede, spätestes ein Jahr nach der Geburt eines Kindes “beruflich konstant Vollgas geben zu müssen, und eine durchgehende Vollzeit-Erwerbstätigkeit als Norm vorgibt“, halte sie für falsch. Es müsse für Frauen und Männer „doch möglich sein, für drei, vier Jahre beruflich etwas zurückzustecken.“ Dafür wünsche sie sich „mehr gesetzlich abgesicherte Möglichkeiten.“

Sie zeigte sich verwundert über das Aufsehen, das sie während ihrer Amtszeit mit einer eigentlich „urliberalen Botschaft“ verursacht habe. Ein Staat sollte den Menschen keine Vorschriften machen: „Wenn eine Mutter ihr Kind in die Kita bringt, ist das in Ordnung. Wenn sich eine Frau entscheidet, ihr ein- oder zweijähriges Kind anders als in einer öffentlichen Kita zu betreuen, verdient das aus meiner Sicht ebenfalls Respekt.“ Offenbar, so Schröder, reiche eine „solche freiheitliche Botschaft schon aus, um in der Familienpolitik als reaktionär gebrandmarkt zu werden.“

 

Der Spiegel, Nr. 41/7.10.2013, S. 40-43.

Foto: VoThoGrafie / flickr.com / CC BY 2.0

Kommentare

  1. N.Boehm sagt:

    Endlich schlau geworden?
    Schlimm das sie jetzt erst merken das Sie und Ihr/e Kind/er etwas verpasst haben.

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