Bildungsplan 2015: kritischer Lehrer angezeigt

Foto: bildungsplan2015.de

Ein Realschullehrer streitet gegen die Aufnahme homosexueller Praktiken in den baden-württembergischen Bildungsplan 2015. Die Folge: Strafanzeige und Dienstaufsichtsbeschwerde. Für seine Meinung eintreten ist für Staatsbedienstete offenbar nicht ohne Risiko. 

Vorgeblich streitet Grün/Rot in Baden-Württemberg  für eine „offene und tolerante“ Gesellschaft. Wer allerdings vom linkskulturellen Konsens abweicht, hat es schwer. Dies musste der Initiator der Unterschriftensammlung, Gabriel Stängle, erfahren, mit der Bürger Baden Württembergs verhindern wollen, dass homosexuelle Lebensformen und Praktiken künftig verstärkt an Schulen gelehrt werden.

Gegen den Realschullehrer wurde Strafanzeige gestellt und eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingeleitet. Die Strafanzeige, die bereits Anfang Dezember anonym erstattet worden ist,  wurde inzwischen zu den Akten gelegt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Tübingen mitgeteilte. Die Prüfung habe ergeben, dass die Äußerungen von der Meinungsfreiheit gedeckt seien. Stängle kritisiert den rot-grünen Bildungsplan 2015, in der die Landesregierung „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ als Lernziel implementieren will. Es handele sich hierbei um den Versuch einer pädagogischen, moralischen und ideologischen „Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen”, heißt es in der Petition.  Mehr als 78 000 Bürger haben sich ihr inzwischen angeschlossen.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Stefan Fulst-Blei stellt heraus, dass seine Partei für eine offene und tolerante Gesellschaft stehe, während das Anliegen der über 78 000 Unterzeichner einen Geist massiver Intoleranz berge.

Mehr auf: focus.de

Zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens

Kommentare

  1. Die in dieser Debatte einzig w e s e n t l i c h e pädagogische, entwicklungspsychologische Frage fehlt komplett, nämlich:

    Darf die staatliche Schulbehörde gegen den Elternwillen K i n d e r n pauschal über alle Schuljahre hinweg und durch Lehrkräfte, die dieses Thema höchst unterschiedlich bewerten, derlei “Weisheiten” zumuten? Zwingt man sie nicht, etwas zu “lernen”, was sie gar nicht lernen wollen, und wogegen sie sich gar nicht schützen können?

    Nur ungern benutze ich hier das Wort “Vergewaltigung”. Aber wenn Erziehungsberechtigte ihre Kinder z. B. zwingen, sich gewaltverherrlichende oder für Kinder ungeeignete Filme anzusehen, dann schreitet das Jugendamt ein und bestraft die Verantwortlichen, weil Kinder sich nicht wehren können.

    In der bw. Schule aber gilt offenbar künftig weder Kinder- und Jugendschutz noch das Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder
    (Art. 6,2 GG).

Kommentar schreiben