Steuern rauf für »bessere Vereinbarkeit«?

Foto: blu-news.org/flickr.com/CC BY SA 2.0 (Ausschnitt)

Die neue Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will, daß Eltern und insbesondere die Väter ihre Arbeitszeit reduzieren. Für den Lohnausfall soll der Steuerzahler aufkommen. Widerstand kommt bislang vor allem aus der Wirtschaft.

Die frisch gebackene Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat die bereits im Koalitionsvertrag angekündigte Realisierung einer »Familienarbeitszeit« konkretisiert. Damit Eltern künftig mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen können, soll Vollzeitarbeit für sie nicht mehr 40h, sondern nur noch »z.B. 32 Stunden« die Woche bedeuten. »Ich möchte«, so Schwesig am Freitag in der BILD-Zeitung, »dass beide Elternteile ihre Wochenarbeitszeit reduzieren.« Dafür soll es einen Lohnausgleich, den sog. »Partnerbonus«, geben. Den erhalten aber nur Familien, in denen beide Elternteile bereits vollzeitnah arbeiten und auch der Vater die Arbeitszeit reduziert. Nur wer also dem Leitbild der Familienministerin entspricht, kommt in den Genuß der Förderung.

Um den Lohnausfall teilweise auszugleichen sollen nach Schwesig die Steuerzahler aufkommen, sprich die Familien selbst. Was der Staat allen Familien also zuerst an Steuern aus der Tasche gezogen hat, verteilt er dann »großzügig« an die Familien, deren Lebensmodell er für förderungswürdig hält.

Widerstand gegen den Vorstoß kommt vor allem aus der Wirtschaft. Wirtschaftsverbände und Unternehmen kritisieren, daß der Staat hier »Familienpolitik auf Kosten der Unternehmen« betreibe. Es gebe bereits in den meisten Unternehmen sehr familienfreundliche Angebote. Starre Regelungen seien eher kontraproduktiv. Auch die CSU lehnt den Vorschlag ab. Ein voller Lohnausgleich sei nicht finanzierbar und illusorisch.

Kommentare

  1. Benedikt sagt:

    Ich finde, man sollte das nicht gleich schlecht machen, weil es von der SPD kommt. Die Idee ist doch super. Das es nur für Eltern gilt, bei denen beide Berufstätig sind, ist zu kritisieren aber im Grunde entspricht die Idee doch dem Familienschutz!
    Und das die Wirtschaft dagegen ist war doch klar aber das heißt ja nicht, dass die Idee schlecht ist. Wenn die Wirtschaft auch ohne Zwang familienfreundlich sein kann, dann soll sie endlich mal liefern!

  2. Benedikta sagt:

    Lieber Benedikt, Bedenke bitte, dass es viele Mütter und auch einige Väter gibt, die GERN bei ihren Kindern zu Hause bleiben. Ich würde nur einen Bruchteil von der Entwicklung, den Sorgen, den Freuden der Kinder mitbekommen, wenn ich sie nur kurz am Morgen und am Abend sehen würde. Das Wunderbarste was uns je geschenkt wurde, sind unsere Kinder. Ich WILL für sie da sein – und zwar nicht nur gehetzt und gestresst.
    Der Vorschlag von Frau Schwesig bedeutet aber, dass Doppelverdiener-familien von Familien, die über nur ein Einkommen verfügen, subventioniert werden sollen. Für Doppelverdienerfamilien werden bereits teure !!!Krippenplätze installiert. Das geringe !! Betreuungsgeld für Eltern wie uns, wird von SPD und Grünen angefeindet.

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