Kirchliche Kritik am BW-Bildungsplan 2015

Foto: David Yu/flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0 (Ausschnitt)

Der Bildungsplan des baden-württembergischen Kultusministeriums sorgt derzeit für heftigen Streit. Schon im Dezember soll es dazu ein kritisches Schreiben der württembergischen evangelischen Landeskirche gegeben haben. Bisher ohne wirkliche Reaktion. 

Der Entwurf des neuen Bildungsplans des baden-württembergischen Kultusministerium stieß bereits im Dezember auf Kritik der württembergischen evangelischen Landeskirche. Sie wies in einem Schreiben Kultusminister Andreas Stoch (SPD) auf mehrere Mängel hin. Es soll dabei nicht nur um die strittige Verankerung des Themas »Sexuelle Vielfalt« in fünften und sechsten Klassen von Oberschulen gehen. Auch die Leitprinzipien allgemein standen im Fokus einer kritischen Würdigung.

So sei nicht erkennbar, auf welchem Menschenbild der Entwurf basiere. Man hätte zu Einzelthemen schlichtweg Forderungen von Lobbyverbänden unkritisch übernommen. So herrsche letztlich auch das Thema sexuelle Orientierung vor. Ehe und Familie kommen bisher nicht vor, dafür aber seitenlange Abhandlungen zum Zusammenleben »von/mit LSBTTI-Menschen«. LSBTTI wird von Gender-Theoretikern als Kürzel für Menschen mit einer lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender- oder intersexuellen Identität verwendet.

Der zuständige Kultusminister reagierte noch nicht auf den Brief der Landeskirche, da der Bildungsplan Teil eines weiter zu beratenden Arbeitsprozesses sei. Es handele sich bisher nur um einen Zwischenstand, der als Entwurf verbreitet wurde.
Darüber hinaus distanzierten sich Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche davon, sie seien grundsätzlich gegen eine Behandlung des Themas Homosexualität im Schulunterricht. Entscheidend sei aber für sie der Stellenwert gegenüber traditionellen Formen des Zusammenlebens.

Unterstützend für den aktuellen Bildungsplanentwurf schaltete sich der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg ein. Dabei verurteilte dieser gleich auch vermeintliche »homo- und transphobe« Äußerungen von Unterstützern der Internet-Petition »Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens«. Diese würden laut der Sozialdemokraten noch mehr dazu anmahnen, »ein Klima der Akzeptanz und Offenheit zu schaffen«. Und spielen die Frage um das bisherige Fehlen von Aspekten herunter: Auch das christliche Menschenbild bleibe wie in Landesverfassung und Schulgesetz formuliert, weiter Grundlage des Bildungsplans, heißt es. Dazu zähle auch die weitere Verankerung von »Familie, Eltern und Ehe«.

Die von links heftig kritisierte Petition »Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens« wurde bisher von 115.000 Menschen unterzeichnet. Diese warnen vor einer »pädagogischen, moralischen und ideologischen Umerziehung«.
Die Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU Baden-Württemberg, Sabine Kurtz, MdL fordert von Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) unterdessen ein Machtwort, »damit die Verfasser der Petition nicht weiterhin öffentlich diskreditiert und in eine demokratiefeindliche Ecke gedrängt werden«.

Mehr dazu unter idea.de und welt.de

Kommentare

  1. HMeck sagt:

    Die Arroganz der Grünen scheint keine Grenzen zu kennen: kaum liegen die Pädophilie-Vorwürfe ein paar Monate zurück und wurde Herr Ströbele durch die Snowden-PR-Farce rehabilitiert, geht der Angriff gegen die Kinderseelen weiter.

    Mit dem „Bildungsplan 2015“ für Baden Württemberg soll abnormes Verhalten zum Mainstream gemacht werden. Die Petition ist gut begründet und hier zu sehen: https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens .

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