Erfolgreicher Protest in Paris: Umstrittenes »Familiengesetz« vorerst gestoppt

Foto: Novopress/flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0

Um gegen die Familienpolitik der sozialistischen Regierung zu protestieren, sind Hundertausende Franzosen auf die Straße gegangen. Erfolgreich, denn Regierungschef Ayrault gab nach und will das umstrittene »Familiengesetz« vorerst nicht auf den Weg bringen.
Am Sonntag haben nach Angaben der Polizei in Paris 80.000 Menschen gegen die Familienpolitik der französischen Regierung demonstriert. Der Veranstalter, das Bündnis »Demo für alle«, spricht von 500.000 Teilnehmern. Auch in Lyon wurde protestiert.

Die Kundgebungen richteten sich gegen die »Familienphobie« der sozialistischen Regierung, die immer neue Gesetzesvorhaben auf den Weg bringt, die als Angriff auf die Familie verstanden werden. Homo-Ehe, Adoptionsrecht für Homosexuelle, Legalisierung von Leihmutterschaft und künstlicher Befruchtung von Lesben – das alles und noch mehr hatte die Demonstranten auf die Straße gebracht. Sie riefen: »Hollande, wir wollen dein Gesetz nicht.«

Jetzt hat auch die Regierung auf den anhaltenden Proteststurm reagiert. Regierungsschef Jean-Marc Ayrault verkündete, er werde in diesem Jahr doch kein »Familiengesetz« mehr vorlegen – angeblich aus Termingründen.

Die Präsidentin von »Demo für alle« Ludovine de la Rochère war entsprechend zufrieden und bekräftigte ihre Auffassung, wonach das, »was sich im Gesetzesvorhaben abzeichnete, dem höheren Interesse des Kindes und der Familie nicht förderlich« gewesen sei.

Schon vor einer Woche hatten Bürger in Paris ihren Unmut über die konfrontative Familienpolitik der Sozialisten auf die Straße getragen. Von diesem »Tag des Zorns«, bei dem es offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern der Demonstration und der Polizei gekommen war, hatten sich die Veranstalter der jüngsten Proteste ausdrücklich distanziert.

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