Wolfgang Thierse verteidigt Kritiker des Bildungsplans 2015

Foto: Medienmagazin pro / flickr.com / CC BY 2.0 (Ausschnitt)

Wolfgang Thierse wirft den Befürwortern des baden-württembergischen Bildungsplans vor, die Debatte zu radikalisieren. Man müsse Kritik üben können, ohne gleich als »homophob« verunglimpft zu werden. 

Der ehemalige, langjährige Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse (SPD) hat die Kritiker des baden-württembergischen Bildungsplans 2015 gegen den Vorwurf der »Homophobie« verteidigt. Im Deutschlandfunk wies er darauf hin, dass es toleriert werden müsse, wenn man an dem Papier der grün-roten Landesregierung Kritik übe.

Thierse sagte: »Die vertraute Ehe, die vertraute Form der Partnerschaft für gut, für gar besser zu halten und sie zu verteidigen, ist das schon Intoleranz, ist das schon Homophobie, ist das schon Pflege von Vorurteilen. Oder sollte das in unserer Gesellschaft nicht eine legitime respektable Position sein, zumal sie sich auch in unserer Verfassung, im Grundgesetz findet? Man muss genau dieses beides sehen.«

Damit plädierte Thierse für eine freie Diskussion über ein bildungs- und gesellschaftspolitisch relevantes Thema. Die Stimmen, die sich gegen den Bildungsplan aussprechen, sagte er, »zeigen zunächst einmal, dass wir in dieser Gesellschaft noch der Diskussion bedürfen und diese Diskussion auch erlaubt sein muss, ohne sich wechselseitig ständig Diskriminierung, Vorurteile, Phobien aller Art vorzuwerfen.«

Den Bildungsplan selbst kritisierte Thierse als einseitig, weil darin »sehr viel die Rede von Akzeptanz von und Information über lesbische, schwule, transgender, intersexuelle Menschen und Beziehungen« sei. Auf der anderen Seite stehe darin aber »fast nichts von der stinknormalen gewöhnlichen Ehe und ihrem Wert für Mensch und Gesellschaft.«

Den Verteidigern des Bildungsplans, die die Kritiker als »homophob« verunglimpfen, warf er vor, die Debatte zu radikalisieren. Es »wird schwierig und verschärft offensichtlich das Klima«, sagte er, »wenn die bloße Verteidigung der klassische Familie als Diskriminierung von Homosexualität klassifiziert wird.«

Kommentare

  1. Alex K. sagt:

    Der „stinknormalen homo“ fragte einen „stinknormalen“ “ Na Mensch und was bist du?“. Und um „in“ zu sein, wie sein Gegenüber antwortete er „ich bin mono“.
    „Was ist das denn?-fragte sein Gegenüber.
    „Die sind schon fast ausgestorben. Es gibt nur wenige davon.“

  2. Ana Knaak sagt:

    Herr Thierse zeigt gesunde Verstand und Vernunft . Wir hoffen, dass immer mehr Menschen wach werden ! Es ist kein verbrecherischer Akt die Familie zu schützen, verbrecherisch und Menschenrecht verletzend wirkt eher der Lunacek Bericht , der am 4. Februar 2014 in EU- Parlament mit 376 Stimmen sich durchgesetzt hat… An den Ausmaß vom Lunacek Bericht will ich gar nicht denken…….

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