Stuttgart: Grüne erwägen Ver­schie­bung der Bildungsplanreform

Foto: Mathias von Gersdorff

Nach dem Vorstoß der Lehrergewerkschaft GEW überlegen die Grünen jetzt ebenso den in Baden-Württemberg strittigen Bildungsplan zu verschieben. Der Protest gegen das Vorhaben weitete sich immer mehr im Land aus.

Die Proteste gegen den umstrittenen Bildungsplan der grün-roten Regierung in Baden-Württemberg halten an. Sie erreichen im Land eine immer größere gesellschaftliche Breite. Jetzt regte sogar die Lehrergewerkschaft GEW eine Verschiebung an. Bisher ist eine Einführung für 2015 geplant. Die Grünen scheinen angesichts der aktuellen Stimmungslage einer Verschiebung nicht mehr abgeneigt. Die Bildungsexpertin der Grünen, Sandra Boser, erklärte in Stuttgart: »Es muß geprüft werden, ob die Zeitschiene eingehalten werden kann oder ob man sich Zeit gibt, den Bildungsplan breit zu verankern.«

Es geht dabei nicht nur um eine Diskussion der Leitprinzipien, hierzu zählt das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt«, auch die Einführung eines neuen naturwissenschaftlichen Fächerverbundes ließ Fachlehrer aufbegehren. Boser teilte mit, ihr sei »ein guter Bildungsplan lieber als ein schneller«. Von daher könne man sich vorstellen, auch erst zum Schuljahr 2016/17 zu starten.

Für die Grünen verbindet sich letztlich mit einer Verschiebung auch die stille Hoffnung, daß die ihr zu laut gewordenen Proteste über die Zeit verstummen. Das dürfte ihnen jedoch nicht gelingen. Zu sehr werden auf den Rücken der Kinder und Eltern neue bildungspolitische Experimente abgeladen, die vor allem eines sind: ideologisch motiviert.

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