Schweiz plant Abwertung der Ehe – Polygamie- und Inzestverbot sollen auf den Prüfstand

Foto: Ben McLeod/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0

Immer weniger Menschen in der Schweiz sind verheiratet und immer mehr leben allein. Der Bundesrat plant deshalb die Aktualisierung des Familienrechts. Das Schweizer Justizministerium schlägt in einem Gutachten radikale Änderungen vor: Die Ehe soll abgewertet werden und das Polygamie- und Inzestverbot auf den Prüfstand.

Neben der traditionellen Familien würden immer mehr unverheiratete Paare mit Kindern, Patchworkfamilien oder Alleinerziehende in der Schweiz leben, so die aktuellen statistischen Zahlen. Mit einem modernisierten Familienrecht will der Bundesrat diese Entwicklung auch rechtlich aufgreifen. In einem Gutachten des Schweizer Justizministeriums macht die Basler Privatrechtsprofessorin Ingeborg Schwenzer bereits radikale Änderungsvorschläge:

Keine Familienform dürfe künftig vom Recht bevorteilt werden. Deshalb müsse die Ehe „zu einer weitgehend symbolischen Verbindung abgewertet werden“. Statt dessen sollten vor dem Recht nur noch die sog. „Lebenspartnerschaft“ gelten – nach der Definition von Schwenzer sind dies Partnerschaften, die „mehr als drei Jahre gedauert haben, in der ein gemeinsames Kind vorhanden ist oder in die zumindest ein Partner erhebliche Beiträge investiert hat“.

Homosexuelle sollten künftig ebenfalls heiraten dürfen. Das Inzestverbot sowie das Verbot polygamer Ehen müsse angesichts der wachsenden „Zahl an Mitbürgerinnen und Mitbürgern islamischen Glaubens“ neu diskutiert werden, so Schwenzer in ihrem Gutachten.

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

Kommentare

  1. Power sagt:

    Das ist schrecklich. Aber in einer Sache widerspricht sich die Schweiz. Die wollen in ihrer Gesellschaft das Heiraten von Homosexuellen und islamisches Glauben in Einklang bringen? Die meisten konservative Muslime lehnen meinses Wissens nach Homosexualität ab. Die Schweiz wird sicher irgendwann untergehen.

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