Paar verweigert Annahme von Kind wegen des Geschlechts

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Ein australisches Paar will ein Kind nicht annehmen, das in Indien ausgetragen wurde – es hat das »falsche« Geschlecht. Erst kürzlich wurde die Annahme eines Kindes mit Down-Syndrom verweigert.

Australien ist empört über ein Ehepaar, das in Indien von einer Leihmutter Zwillinge austragen ließ – und eines der Kinder nicht nach Hause nehmen wollte, weil es das »falsche« Geschlecht hat. Erst vor wenigen Monaten war bekannt geworden, dass ein anderes australisches Paar ein in Thailand ausgetragenes Kind nicht annehmen wollte, weil es am Down-Syndrom litt.

Der indische Fall kam ans Licht, weil die Eltern nur für das eine Kind ein Visum beantragten, für das andere aber nicht, und sich von den Konsulatsmitarbeiterinnen auch nicht umstimmen ließen. Das Visum, dessen Ausstellung die Mitarbeiterinnen verzögern wollten, wurde letztlich doch erteilt, vermutlich weil von höherer Stelle Druck ausgeübt wurde.

Der oberste Richter des australischen Bundesgerichtshofs John Pascoe wies darauf hin, dass Leihmutterschaft sich häufig im Grenzbereich zum Menschenhandel bewege. Er sagte: »Wir haben genügend Anhaltspunkte, dass Leute einfach so Kinder in Auftrag geben – ohne irgendeine Sicherheit für sie oder die Leihmütter.«

In Australien gibt es für Leihmutterschaft keine einheitlichen Regeln, sondern jeder Bundesstaat hat seine eigenen Gesetze. Bis zu 500 australische Paare reisen jedes Jahr nach Thailand, Indien oder die USA, um dort Kinder austragen zu lassen, schätzt die Organisation Surrogacy Australia, die diese Paare berät.

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