Gender statt Geschichte – Berlin schafft Geschichts­unterricht ab

Foto: charlottesommerschuh/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0

Schüler offenbaren zunehmend Schwächen im Wissen über historische Daten. Trotzdem schafft Berlin den Geschichtsunterricht in den Klassen 5 und 6 ab. Dafür kommt ein Fach Gesellschaftswissenschaften.

Das rot-schwarz regierte Bundesland Berlin plant zum kommenden Schuljahr die Abschaffung des Geschichtsunterricht für die Klassen 5 und 6. Die neuen Rahmenlehrplänen der Bildungsverwaltung unter Senatorin Sandra Scheeres (SPD) sehen eine Zusammenfassung von Geschichte, Geographie und politische Bildung zu einem gemeinsamen Fach Gesellschaftswissenschaften vor.

Ab der Klasse 7 ist dann ein eigener Geschichtsunterricht vorgesehen, jedoch soll bis einschließlich der 8. Klasse Geschichte nicht mehr chronologisch unterrichtet werden, sondern nach sogenannten »Längsschnitten«. Historische Themen sollen epochenübergreifend über größere Zeiträume beobachtet werden. Darin sind neben Karl den Großen und den 30-jährigen Krieg neue Pflichtthemen wie Geschlechterrollen, Migration sowie Bildung und Erziehung zu behandeln.

Als Vorbild für die geplante Umstrukturierung nennt man die bereits erfolgte Zusammenfassung der Fächer Biologie, Physik und Chemie zum miteinander vernetzten Fach Naturwissenschaft.

Zudem will die Senatsverwaltung für Bildung die Lehrpläne »verschlanken«. Vermittelte Inhalte sollen weniger, dafür aber verbindlicher werden. Außerdem sollen Schüler in den Klassen 1 bis 10 Kompetenzen wie den Umgang mit Medien erlernen. Es werde einen Basislehrplan für Sprach- und Medienbildung geben sowie Gewaltprävention und Demokratieerziehung als fächerübergreifende Themen.

Die Bildungsverwaltung plant eine Veröffentlichung der neuen Lehrpläne Ende November auf ihrer Webseite. Sie sollen dann möglichst breit diskutiert werden. Für Interessierte gibt es über einen Rückmeldebogen die Gelegenheit, die Pläne zu kommentieren.

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