Finnland schafft Schreib­schrift ab

Foto: mkorsakov/ flickr.com/ CC BY-NC-SA 2.0

In Finnland steht künftig nicht mehr das Erlernen der Schreibschrift im Lehrplan. Kinder sollen verstärkt im Bedienen von Tastaturen geschult werden. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Vorstöße, statt Schreib- nur noch die Druckschrift zu lehren.

Als erstes Land in der Europäischen Union schafft Finnland die Schreibschrift ab. Das steht in einem ab Herbst 2016 geltenden Lehrplan. Stattdessen soll vermehrt das Schreiben auf Tastaturen gelehrt werden. Dazu zähle auch wie man mit Smartphonen umgehe und schneller eine SMS versenden könne. Wie es in der Begründung heißt, sei das Tippen heute im täglichen Leben wichtiger.

Wenn eine Schule es möchte, könne sie aber weiter die Schreibschrift lehren, nur nicht mehr verpflichtend. Auch in Deutschland gab es schon vereinzelte Vorstöße gegen die Schreibschrift.

Bis vor zehn, fünfzehn Jahren galt hierzulande eine klare Trennung zwischen Schreib- und Druckschrift. Es gab gar Noten für Schönschreiben. Unterdessen gilt in den meisten Bundesländern eine Mischform aus beiden Schreibarten, die sogenannte Grundschrift. In einigen Grundschulen wird sogar nur noch die Druckschrift gelehrt. Finnland geht jetzt diesen Weg.

Kritiker der Regelung verweisen darauf, daß die Änderung Kinder aus weniger gut situierten Verhältnissen oder nicht gut ausgestatteten Schulen durch die Änderung benachteilige. Viele finnische Schulen seien unterdessen mit Tablets und ähnlichem ausgestattet, aber wo das nicht der Fall sei, und die Kinder auch zuhause darüber nicht verfügen, sei dieses vom Nachteil.


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