Forscher beklagen Schreibmängel bei Schülern

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Schüler haben heute immer häufiger Schwierigkeiten beim Schreiben mit der Hand. Damit einher geht eine verminderte Denkleistung. Die Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth verspricht Abhilfe.

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In Deutschland schreiben die Schüler immer seltener per Hand – und können es auch immer schlechter. Wie eine Studie des Deutschen Lehrerverbandes und des Schreibmotorik-Instituts in Heroldsberg ergeben hat, betrifft das nicht nur Grundschüler, sondern auch Abiturienten, die die mehrstündigen Klausuren nur noch mit Verspannungen und Krämpfen durchhalten.

Bei der Vorstellung der Studie sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus: »Die zunehmenden Probleme vieler Schüler mit der Schreibschrift muss sich auch eine Schulpolitik ankreiden lassen, die dem Schreiben und insgesamt der sprachlichen Bildung immer weniger Bedeutung beimisst.« Er kritisierte den vermehrten Einsatz von Lückentexten und Multiple-Choice-Tests in den Schulen.

Schreibmotorikforscher Christian Marquardt wies auf den engen Zusammenhang zwischen Lernen und körperlichen Bewegungen hin. Er sagte: »Schreibenlernen ist in erster Linie Bewegungslernen, und hier brauchen viele Kinder mehr Unterstützung.« Kraus ergänzte ihn um eine Bemerkung zur Schönheit der Schreibschrift: »Wer gut und versiert schreibt, prägt sich Geschriebenes besser und konzentrierter ein.«

Die Politik kann den Empfehlungen Marquardts und Krausens im Grundsatz folgen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), versprach, das Thema Schreibschrift werde bei der nächsten Tagung mit ihren Amtskollegen behandelt werden. Auch sie pries den Vorzug des eigenhändig geschriebenen Textes: »Handschriftliches kann man nicht einfach löschen, man muss gut überlegen, bevor man schreibt. Damit wird das strukturierte Denken gefördert, und man ist mit dem Inhalt intensiver verbunden.«

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.FreieWelt.net

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