»Ehe für alle« – jetzt auch für Polygamie?

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Die Debatte um eine »Ehe für alle« geht sogar bereits über die Homo-Ehe hinaus in Richtung Polygamie. In den USA verlangt Nathan Collier eine zweite Ehe schließen zu dürfen, ansonsten droht er fußend auf das Urteil zur Homo-Ehe mit einer Klage.

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Nach dem umstrittenen Gerichtsurteil zur Freigabe der Homo-Ehe in allen US-Bundesstaaten zeichnen sich bereits weitergehende Forderungen ab. So organisieren sich jetzt in den USA überzeugte Polygamisten, die unter dem Leitwort »Ehe für alle« eine Abkehr von der Zwei-Personen-Ehe fordern.

Auf dieses Problem wies bereits im vorhergehenden Urteil der höchste Richter Clarence Thomas hin. Dieser verwies in seiner Ablehnung, daß Menschen in polygamen Beziehungen genau die gleichen Argumente anführen könnten, die Homosexuelle für die Legalisierung der Homo-Ehe vorbrächten.

In den USA ist es wie in der sonstigen westlichen Welt verboten, Ehen parallel einzugehen. Es gibt in einigen US-Bundesstaaten aber Ausnahmen aus religiösen Gründen. Traditionell weniger, weil Muslime die Vielehe kennen, sondern aufgrund einer in den USA entstandenen Religionsgemeinschaft.

Die »Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage«, besser bekannt als Mormonen, und sehr verbreitet im US-Bundesstaat Utah (dort Bevölkerungsmehrheit von 60 Prozent!), erlaubte seit ihrer Entstehung 1830 ausdrücklich die Vielehe, die schon ihr Religionsstifter Joseph Smith lebte.

Nathan Collier aus Montana, ein exkommunizierter Mormone, der mit einer Frau offiziell verheiratet ist, möchte jetzt für eine zweite Frau ebenfalls eine Heiratsurkunde beantragen. Er will, daß seine Victoria und seine Christine gleichberechtigte Ehefrauen werden. Bei einer Ablehnung des Gesuchs möchte Collier dann Klage beim höchsten US-Gericht einreichen.

Collier stützt sich dabei auf das Urteil zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle, um Diskriminierungen anderer Lebensgemeinschaften abzubauen. Genauso müsse demnach man auch Polygamie freigegeben. Ihnen das Recht zu heiraten vorzuenthalten, sei respektlos und mache sie zu Bürgern zweiter Klasse, heißt es.

Quelle: FreieWelt.net

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