Das Tollhaus reicht von Hamburg bis München

Gleichstellung und Frühsexualisierung sind familienfeindliche Entwicklungen

(al) Ein verstörter Anrufer aus Hamburg meldet uns, dass nun auch schon die Frühsexualisierung im Kindergarten (ja, im Kindergarten!) voranschreitet. Zugleich fordern der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und seine beiden Stellvertreter Josef Schmid (CSU) und Christine Strobl (SPD) den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) in einem gestern veröffentlichten Brief auf, sich für die gleichgeschlechtliche »Ehe« und für das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare einzusetzen. Für rechtliche Unterschiede gebe es in ihren Augen »keinerlei sachlichen Grund«.

Kein Grund? Wie das? Zählt leibliche Nachkommenschaft gar nicht mehr? Unser Anrufer aus Hamburg berichtet davon, dass vierjährige Kinder von ihren Erziehern aufgefordert werden, sich zurückzuziehen, gegenseitig auszuziehen, anzuschauen und anzufassen … Während in den USA Erzieher für dieselben Vorfälle ins Gefängnis wandern würden, finden bei uns leider auch viele Eltern nichts mehr dabei. Die Verwirrung schreitet voran, von Nord bis Süd.

An dem Brief der Münchener Stadtoberhäupter fällt auf, dass sie sich den aggressiven  Ton der Gleichstellungsaktivisten zu eigen gemacht haben. Deutschland, ein einig sexualpolitisches Tollhaus! Hat das Land nicht gerade ganz andere Sorgen? In dem Brief der Münchener Stadtoberhäupter heißt es weiter: »Nach wie vor müssen sich lesbische und schwule Paare mit anderen Bezeichnungen und anderen Regelungen zufrieden geben, obwohl ihre Partnerschaft sich durch dieselben Merkmale auszeichnet wie die von heterosexuellen Paaren: gegenseitige Liebe, Respekt, Zusammenhalt und Sorge für den bzw. die andere, und das wie bei heterosexuellen Paaren oft ein Leben lang.« – Familiengründung, was ist das?

Erst recht ist es den Autoren des Briefes offenbar unwichtig, ob Kinder bei ihren beiden leiblichen Elternteilen aufwachsen oder nicht. Josef Schmid ließ sich bereits im Sommer anlässlich des Christopher-Street-Day in München mit der jetzt wieder zitierten Ansicht vernehmen, er sei »fest davon überzeugt, dass es für Kinder prinzipiell keinen Unterschied macht, ob sie in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften oder in gemischtgeschlechtlichen Ehen aufwachsen«. (Hervorh. von uns)

Das ist ein direkter Angriff auf die Abstammungsidentität, auf die menschliche Genealogie, auf den natürlichen Zusammenhalt unserer Familien! Wenn Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen, müssen sie auf die Gegenwart, oft sogar auf die Kenntnis mindestens eines leiblichen Elternteils verzichten. Wenn die Spitze des Münchener Stadtrats zum Zwecke der Gleichstellung die damit einhergehenden Nachteile für die Kinder verkennt und leugnet, widerspricht sie nach Ansicht der Initiatiave Familienschutz Grundsatzurteilen des Bundesgerichtshofes (BGH) und des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG).

Der BGH hat erst im Januar entschieden, dass durch Samenspende gezeugte Kinder ein Recht darauf haben, frühzeitig den Namen ihres biologischen Vaters zu erfahren. Das BVerfG urteilte schon 1989, dass die Kenntnis der eigenen Herkunft ein »unabdingbarer Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts« ist. Das heißt: Entweder ist die Bedeutung der eigenen Herkunft für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig – oder sie ist es nicht.

Es lässt sich wohl kaum zwischen Kenntnis der biografischen Daten einerseits und räumlicher bzw. emotionaler Nähe andererseits unterscheiden. Es gibt nämlich keine gleichgeschlechtlichen Eltern im Vollsinn des Wortes. Wer behauptet, dass der Verzicht auf mindestens ein leibliches Elternteil »keinen Unterschied« mache, bezeugt nur seinen Realitätsverlust. Es wäre interessant zu erfahren, ob Josef Schmid dieselbe Ansicht auch im Hinblick auf seine eigenen Kinder vertreten würde.

Darüber hinaus offenbaren die Münchener Stadtoberhäupter eine erstaunliche statistische Unkenntnis. Wenn von den sehr wenigen Kindern, die in Deutschland zur Kleinkindadoption freigegeben werden, ein proportionaler Anteil auf gleichgeschlechtliche Adoptiveltern entfiele, beträfe dies nur ein paar Dutzend Kinder pro Jahr. Sobald aber gleichgeschlechtliche Antragsteller einen rechtlichen Anspruch auf ein Adoptivkind erheben dürften (ein Anspruch, den es bislang für niemanden gibt), wird man bis auf weiteres ausschließlich gleichgeschlechtliche Adoptiveltern bedienen müssen.

Die Inititiative Familienschutz setzt sich daher entschieden für den Erhalt der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ein. Sie muss nämlich eine von der Ehe deutlich unterschiedene Institution bleiben. Im Interesse unserer Kinder hält die Initiative Familienschutz daran fest, dass es weder Gleichheit, noch Gleichstellung von »Lebensformen« mit und ohne natürliche Nachkommen gibt. Die Ehe von Mann und Frau ist der notwendige natürliche und seelische Schutzraum für heranwachsende Kinder! Als solcher ist er anderen Lebensformen prinzipiell überlegen und daher vorzuziehen.

Die Forderungen der Münchener Stadtoberhäupter stellen einen offenen Angriff auf den unbestreitbaren Wert von Ehe und Familie dar – auf Ehe und Familie nach ihrem weltweit gültigen naturrechtlichen Verständnis. Die Initiative Familienschutz wird solche Vorstöße auch in Zukunft entschieden zurückweisen. Ungerecht ist es, Ungleiches gleich zu machen.

Wer den natürlichen Wert von Ehe und Familie in Frage stellt, bürdet unseren Kindern einen hohen seelischen Preis für die Gleichstellung von kinderlosen Erwachsenen auf, die man Erwachsnen mit eigenen Kindern prinzipiell nicht gleichstellen kann.

Kommentare

  1. Gassenreh sagt:

    Es bedarf dringend einer umfassenden Information über das eigentliche Ausmaß des mehr oder weniger verborgenen Inhalts der geplanten Bildungspläne, um eine Beschädigung der inneren Identität unserer Kinder zu vermeiden. Denn die eigentümliche Reduzierung des Menschen auf seine Sexualität erfasst immer stärker nahezu alle Bereiche (Krippe, Kita, Schule). Vor allem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme durch Gender Mainstreaming (social engineering) bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.
    Man beachte auch die hierzulande weitgehend unbekannten Studien z. B. von Prof. Annica Dahlström, Uni Göteborg: Innerhalb der letzten 15–20 Jahre verzeichnet sie einen Anstieg psychischer Erkrankungen bei schwedischen Mädchen um 1000 Prozent (bei Depressionen um 500 Prozent; die Suizidrate finnischer Mädchen ist die höchste in Europa).
    Einzelheiten über „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach 2014, und in „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach 2015, nachzulesen.

  2. Deichmohle sagt:

    Die von Genderideologie und Feminismus angerichteten Schäden gehen weit über Probleme durch Frühsexualisierung mit familienfeindlichen Inhalten und Gleichschaltung hinaus. Indoktrination und Kulturverlust zerstören die Grundlagen von Familie, Kultur, Identität, Liebe, liebevollen Beziehungen zwischen den Geschlechtern und letztlich der Gesellschaft. Die Beweise und Argumente gibt es seit Jahrzehnten, doch wurden sie von stiller Zensur unterdrückt.

  3. Deichmohle sagt:

    Oben fehlte noch die Quellenangabe: Nachweise finden sich in der Buchreihe „Die beiden Geschlechter“ von Deichmohle, teil im Buchhandel, teils bei Amazon erhältlich.

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