Griechenland ohne familiäre Zukunft?

(al) Die völlig verfehlte europäische Finanz- und Währungspolitik hat verheerende Auswirkungen auf die Zukunft von Familien. Die Portale Deutsch Türkisches Journal und Finanzmarktwelt melden unter Bezug auf die griechische Zeitung Kathimerini, dass die Zahl der Abtreibungen in Griechenland wegen der Krise um 50 Prozent gestiegen sei. Die entsprechenden Zahlen wurden auf einer Konferenz der »Griechischen Gesellschaft für Familienplanung« vorgelegt.

Bei einer Bevölkerung von elf Millionen ist die Zahl der jährlichen Abtreibungen von 200.000 Abtreibungen auf 300.000 angestiegen. 14 Prozent aller Schwangerschaften enden mit einer Abtreibung. Meistens treiben Frauen ab, die bereits Kinder haben. Das ist aber alles andere als beruhigend, denn die deutsche Erfahrung aus den sechziger und siebziger Jahren zeigt, dass unser eigener katastrophaler Geburtenrückgang zu zwei Dritteln auf das Schrumpfen kinderreicher Familien und nur zu einem Drittel auf vollständige Nachkommenlosigkeit zurückzuführen ist.

Auch der Anteil der Fehlgeburten sei in Griechenland im Zuge der Krise von zwei auf vier Prozent gestiegen, also um 100 Prozent! Die Zahl der Geburten in staatlichen Krankenhäusern sei um 30 Prozent zurückgegangen. Der Hintergrund ist, dass sich viele Familien die Krankenversicherung nicht mehr leisten können und Arztkosten zu umgehen versuchen. Die Geburtsvorsorge kostet 500 Euro, ein Kaiserschnitt 1.000 Euro und für illegale weibliche Migranten sogar 1.500 Euro, weil sie den Ärzten eine Art Schweigegeld zahlen müssen.

Anderen Meldungen zufolge ist auch die Zahl der Selbstmorde in Griechenland gestiegen. Vor der Krise gehörte Griechenland zu den Ländern mit der weltweit niedrigsten Selbstmordrate. Was für eine Zukunft soll ein Land haben, dessen Geburten um 30 Prozent einbrechen, während gleichzeitig die gut Ausgebildeten das Land verlassen und ihr Glück im Ausland suchen? Hier spielt sich eine Tragödie ab, die früher oder später auch Deutschland erreichen kann. Sie führt zu dem skandalösen Befund, dass eine hunderte vom Milliarden Euro schwere Finanzpolitik dem Leben Europas mehr schadet als nutzt.

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