Und die Menschenwürde?

Trotz Verletzung von Kinderrechten ist die Leihmutterschaft in Europa auf dem Vormasch

(an/Freie Welt) Am kommenden Montag (23. November 2015) wird das Komitee für Soziales, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Paris zusammenkommen. Dort soll unter anderem über einen Bericht »Menschenrechte und ethische Fragen im Zusammenhang mit Leihmutterschaft« diskutiert werden. Darauf macht die Föderation der katholischen Familienverbände in Europa FACE aufmerksam.

Der Bericht wird von der belgischen Senatorin Petra de Sutter vorgetragen. De Sutter ist Gynäkologin und Vorsitzende der Abteilung für reproduktive Medizin an der Universitätsklinik Gent, eines von vier belgischen Krankenhäusern, die trotz des nicht vorhandenen rechtlichen Rahmens die Leihmutterschaft praktizieren. De Sutter sagte am 3. Februar dieses Jahres in der belgischen Zeitung La Libre: »Ich bin für eine liberale Regelung von Leihmutterschaft, die aber gegen jede Form von Kommerzialisierung vorgehen wird.«

2011 verabschiedete das EU-Parlament eine Resolution, in der »Mitgliedsstaaten gebeten werden, ernste Probleme im Zusammenhang mit Leihmutterschaft zu bestätigen, denn Leihmutterschaft stellt eine Ausbeutung des weiblichen Körpers und der reproduktiven Organe dar«. Leihmutterschaft ist in der Tat eine Form von Ausbeutung des weiblichen Körpers und Ausbeutung des Kindes, um das es ja letzten Endes geht – ob kommerziell oder »in natura«. Im Mai hatte in Brüssel eine Veranstaltung mit dem Titel stattgefunden »Männer bekommen Kinder«. Auf ihrer Webseite stellen die Organisatoren eine Ratingliste von Leihmutter-Kliniken vor, wo die Preise zwischen 76.000 und 171.000 US-Dollar rangieren.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass das Kind im Falle einer Leihmutterschaft vorsätzlich von der leiblichen Mutter getrennt wird, obwohl die Konvention für Kinderrechte feststellt, »dass jedes Kind das Recht darauf hat, seine Eltern zu kennen und von ihnen versorgt zu werden«. Es versteht sich von selbst, dass ein neugeborenes Kind sich dazu nicht äußern kann – aber welches Kind möchte schon vorsätzlich von seiner Mutter nach der Geburt getrennt werden?

Der Europarat ist die älteste europäische Organisation, die für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt wurde. Er darf nicht mit dem Europäischen Rat oder dem Rat der Europäischen Union verwechselt werden. Er hat 47 Mitglieder; Russland ist gegenwärtig das Stimmrecht entzogen. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates ist eins von zwei im Statut festgelegten Organen. Sie hat 318 Mitglieder, die von den Parlamenten der Mitgliedsstaaten entsandt werden.

Die Föderation der katholischen Familienverbände in Europa FAFCE wurde 1997 gegründet und hat partizipatorischen Status beim Europarat. FAFCE vertritt Familienverbände und Familienorganisationen aus 16 europäischen Ländern.

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