Hohe Abtreibungszahlen: Etablierte Parteien sehen keinen Änderungsbedarf

 

Die Befürworter von Abtreibung können sich auf eine starke Lobby verlassen. Selbst bei den Christdemokraten: Im rheinland-pfälzischen Landtag wurde der jüngste Vorstoß der AfD, ein Informationsgesetz für den Lebensschutz einzuführen, von den übrigen Parteien abgeschmettert.

„Als Vater eines mit vier Jahren verstorbenen, behinderten Kindes kann ich nur sagen, dass es mehr als ein Verbrechen gewesen wäre dieses Kind abzutreiben – es war das glücklichste Kind, das mir je begegnet ist.“ So lautet der Eintrag eines Vaters auf der Internetseite eines österreichischen Vereins, der schwangeren Frauen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite steht. „Es gibt Alternativen“ ist das Motto der gleichnamigen Organisation. In der Tat scheint in Österreich etwas in Bewegung geraten zu sein, seitdem Bundeskanzler Sebastian Kurz die Amtsgeschäfte übernommen hat. Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ wollen die Abtreibungszahlen mittels einer anonymisierten Statistik genau erfassen, die FPÖ fordert zusätzlich eine gesetzliche Wartefrist von 48 Stunden vor dem Eingriff. Norbert Hofer, FPÖ-Politiker und jetziger Bundesverkehrsminister, erschreckte Österreichs Feministinnen bereits vor zwei Jahren mit dem Satz, daß die Gebärmutter der Ort mit der höchsten Sterbewahrscheinlichkeit in seinem Land sei.

Schaut man nach Deutschland, trifft Hofers Diagnose zu. Nimmt man die höchste Schätzung der Dunkelziffer an Abtreibungen stirbt jedes dritte Kind, bevor es geboren wird. Anders als Österreichs Regierung erntet man jedoch beim Thema Lebensschutz höchstens betretenes Schweigen der Politiker. Wiewohl das Bundesverfassungsgericht in der Rechtssprung zu Abtreibung Würde und Leben der Ungeborenen als unveräußerliches Recht tituliert und die Schwangerenberatungsstellen verpflichtet hat, im Sinne des Lebensschutzes zu beraten, haben sich seit Einführung der Fristenlösung die Gewichte zugunsten einer absoluten Entscheidungsfreiheit der betroffenen Frau verschoben. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der größte deutsche Verein Pro Familia dem Lebensschutz in der Einzelberatung nicht die Bedeutung einräumt, die er laut Gesetzgeber einnehmen sollte. Schlimmer noch, Pro Familia verdient an der Tötung von Ungeborenen kräftig mit, denn häufig finden Schwangerenberatung und Abtreibung bei Pro Familia buchstäblich unter einem Dach statt.

So auch in Rheinland-Pfalz. Den rechtswidrigen Zustand, der beim Pro Familia-Trägerverein in Frankfurt am Main schon seit Jahrzehnten von der Politik nicht nur geduldet, sondern sogar noch mit Steuergeld subventioniert wird, wollte die im Landtag vertretene AfD nicht länger mittragen (siehe Interview mit Michael Frisch (AfD). Die Partei regte deshalb an, ein sogenanntes Lebensschutzinformationsgesetz einzuführen. Laut dem Gesetzentwurf sollten nur solche Vereine und Initiativen in den Genuß staatlicher Förderung gelangen, die „daran mitwirken, den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im Bewusstein der Bürger zu erhalten und zu beleben“. Mit dem Gesetz wollte die AfD erreichen, dem Thema Lebensschutz in der Öffentlichkeit wieder zu mehr Raum zu verhelfen. Die langjährige Praxis, Abtreibungen schnell und unkompliziert auf Krankenkassenkosten durchzuführen, hat dazu geführt, daß die vorgeburtliche Kindstötung nach Meinung vieler Bürger eine beinahe normale ärztliche Dienstleistung darstellt. Das Bewußtsein, daß durch Abtreibung willentlich ein Leben beendet wird, schwindet – und mit ihr die vom Gesetzgeber intendierte Schutzwirkung gegenüber dem ungeborenen Leben durch das Gewissen. Das Lebensschutzinformationsgesetz der AfD sollte dazu beitragen, daß sich durch entsprechende Aufklärungsarbeit – beispielsweise an Schulen – in der Bevölkerung wieder ein Bewusstsein über die Schutzwürdigkeit des menschlichen Lebens herausbildet.

Dieser Gesetzesentwurf, vorgetragen von dem in der Lebensschutzbewegung sehr engagierten Abgeordneten Michael Frisch (AfD), wurde von den übrigen Parteien im rheinland-pfälzischen Landtag abgeschmettert. Wie so oft, wenn die etablierten Parteien einerseits nicht mit dem ungeliebten Neuling im Parlament stimmen wollten, andererseits aber das mediale Verdikt scheuen, gegen das Lebensrecht der Ungeborenen einzutreten, beschränkten sie sich auf formale Kritik. So bemängelte die CDU-Abgeordnete Marlies Kohnle-Gros, daß nicht ersichtlich sei, welche Organisationen und Vereine der Gesetzesantrag genau meine, Helga Lerch, die stellvertretend für SPD, Grüne und FDP sprach, sah dagegen überhaupt keinen Handlungsbedarf der Regierung, da die Abtreibungszahlen ja nicht so hoch seien. Überhaupt, wenn eine Frau Abtreibung wünsche, dann sei dies zu respektieren. „Wir können die Realitäten nicht ändern“. Das Lebensrecht der Ungeborenen hat eben keine Durchfahrt, wenn Parteitaktik im Wege steht.

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Kommentare

  1. Raroke sagt:

    APROPO „Pro Familia“: sehr aufschlußreicher Artikel aus dem Jahr 2013 in der Welt: „Pro Familia steckt tief im Pädophilie-Skandal“ – Der Verband Pro Familia, der sich in Deutschland führend um Sexualität und Familienplanung kümmert, veröffentlichte in den 80er-Jahren Artikel, die Sex zwischen Erwachsenen und Kindern rechtfertigten. http://www.welt.de/politik/deutschland/article120742896/Pro-Familia-steckt-tief-im-Paedophilie-Skandal.html

  2. Armin Obst sagt:

    Einhergehend mit den Abtreibungen steht auch eine bereitwillig rechtswillkürliche Gesellschaft, die eine humanistische islamisch gewertete Sichtweise in ihrer ökumenisierten Gesellschaftsspannung umsetzt.
    Gerade aus dem islamisch dominanten Stimmengewicht in der WHO, wurde unter Einfluss einer 68`Bewegung eine geistige Haltung als human feminisiert, die der Zielsetzung islamischer Vorherrschaftsbestrebungen förderlich ist.
    Anderseits werden gerade in islamischen Gesellschaften die WHO Bestrebungen einer Kontrolle der Weltbevölkerungspopulation ignoriert und ihre Stimmenbeteiligung zu Maßnahmen an Geburtenkontrolle für sich selbst nicht so gesehen.
    Unsere westlichen Gesellschaften – in einem ökumenisierten Humanismus derweil genormt, die sich letztlich esoterisch atheistisch entwurzeln hatten lassen, haben sich längst zielbestrebende Rechtfertigungen in diabolische Sichtweisen gewandelt, die sich eröffnend nicht nur für islamische Werte beförderten.

    Faktisch folgt dieser ideologische Kampf den strategischen Zielsetzungen eine Endchristianisierung, die geschickt glaubt eine Expansion von zunehmenden Dritteinflüssen mit ihren Überschneidungsmengen für ihre Herrschaft mit in das Gesellschaftsboot verbringe zu können und damit christliche Normenstrukturen abzulösen.

    Daher stellte, der dabei aufkommen musste – längst Familien auflösend gestaltende esoterische Gender-Egoismus, welcher den christlichen Gegenargumenten zu Trotz eine existenzielle Dimension an Bereitschaft von Fremdbestimmung und Werteintegration versucht zu diktieren, eine Ignoranz zu bewährten christlich existenziellen Normenbeständen und deren gesellschaftsbildenden Korpus da.

    Nach dem Nationalsozialismus, gebar dieser, nachhallend seiner Bestrebungen, die von ua. Martin Bormann im Feb.1941 kläglich kaltschnäuzig angeregte Strategie der Endzügelung der Deutschen, die zum deutschen Volkwohle entfaltet wurde, kollektiv ihre Wirkung und wurde letztlich durch Pille und konträre Ziel-Interessen aus esoterische Facetten ausgebremst und fragmentiert.

    Die implementierte Schnittmenge in das Volksbewusstsein zu den antijüdisch und antichristlichen Bestrebungen konnte synchronisiert werden zu dem esoterischen Wertebild der Siegermächte, welche ihre Facetten im kalten Krieg indoktrinierten.
    Daher wundert auch nicht, daß Rudolf Walter Richard Heß, der isoliert in dem Zirkel der Führerriege mystisch esoterisch-schamanisch orientiert war, eben spiritistisch gelagert, aus dem Menschenbild der Siegermächte verschont wurde und einer Hinrichtung entging.
    Seine oft gnostischen Zirkel waren für die Siegermächte leichte Umsetzung der Erziehung und eingewurzelte Teilmenge.

    Gerade diese Kreise in dem Nationalsozialismus tauschten ihren Rock, der lebensfeindliche Baal ob dieser als Erscheinung aus Siegerwerten an zwangsbeglückendem Freigeist blieb.

    So mag nicht verwundern, welche daraus erhaben entworfenen „Gebärmutter Eigentümer“ heute versuchen die Folgen durch humanistische Beteuerungen zu instrumentieren und faktisch aus den Ländern sich auffüllen, die mit der UN und deren WHO Bevölkerungskontrolle in den westlichen Ländern zum Ziel hat, diese demografisch aufzufüllen und dann mittelfristig zu übernehmen.

    Die hohen Abtreibungsraten sind weltweit wo sie auftreten letztlich ein Produkt der Beförderung esoterischer Zielsetzungen einer Neuen Ordnung und organisch administrative Methodik widerstrebende Gesellschaften zu schwächen und letztlich selbst aufzulösen.

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