Die Abtreibungsärztin Kristina Hänel entlarvt unfreiwillig die Pro-Choice-Lobby als radikale Aktivisten der Todeskultur

Der ehrwürdige Deutschlandfunk hat Kristina Hänel Platz für ein Interview eingeräumt. Nach einer äußerst wohlwollenden Reportage in der Kirchenzeitschrift „Chrismon“ über die auf Schwangerschaftsabbrüche spezialisierte Allgemeinärztin aus Gießen, wollte das aus öffentlichen Mitteln finanzierte Radio dieser engagierten Abtreibungsbefürworterin offenbar ebenfalls ein Forum bieten. Immerhin will Kristina Hänel für ihr Anliegen, für Abtreibung in ihrer Praxis werben zu dürfen, bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Mit dem Interview hat die Ärztin ihrer Lobby jedoch keinen Gefallen getan.

Entgegen dem Chrismon ist das DF-Interview nicht nur wegen seiner zwar wenigen, aber immerhin kritischen Nachfragen der Redakteurin Ann-Kathrin Büüsker interessant. Darüberhinaus bietet es einen geradezu entlarvenden Einblick in die Denkstruktur von Menschen, denen in der Routine ihrer täglichen Verrichtungen – in diesem Fall der medizinische Tötungseingriff bei schwangeren Frauen – das ethische Empfinden für die individuelle Würde menschlichen Lebens in Teilen abhanden gekommen ist. Um die offenkundige Leerstelle ihres Gewissen für den Hörer zu vertuschen, flüchtet sich Hänel in wahrheitsverfälschende Argumentationslinien, die diametral zur Kernposition des Grundgesetzes und seiner Rechtsauslegung durch das Bundesverfassungsgericht stehen.

So behauptet die Abtreibungsärztin zunächst ein >>Informations-Ungleichgewicht<< in der Öffentlichkeit über die Belange des Schwangerschaftsabbruchs. Der dafür verantwortliche § 219a StGB, dem sie seines vermeintlichen Gründungsdatums 1933 wegen schnell noch im Vorbeigehen den NS-Schmutz anhängt (tatsächlich ist das Werbeverbot sehr viel älter), wird von ihr als Instrument zur Kriminalisierung von Ärzten dargestellt. Sie wie auch ihre Kollegen wollten doch nur aufklären, seien jedoch verunsichert, was erlaubt sei und was nicht.

Eigentlich ist das ziemlich eindeutig. Ärzte dürfen und sind sogar verpflichtet, Frauen im persönlichen Gespräch über alle Belange ihrer Schwangerschaft aufzuklären, Fragen zu beantworten und sie gegebenenfalls an sie weiterbehandelnde Ärzte und Kliniken zu verweisen. Diese Ebene dürfen Ärzte nicht verlassen. Hinweise darauf, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, verbieten sich im öffentlichen Raum. Dazu gehört auch das Internet. Wo ergeben sich nun für Frau Hänel „Unsicherheiten“? Ein Problem wird hier nebulös beschworen, das tatsächlich gar nicht vorhanden ist. Die Frage, welche vitalen Informationen abtreibungswilligen Frauen vorenthalten werden, die sie weder im Internet als ersten Anlaufpunkt, noch bei einer gemeinnützigen Familienberatung bekommen, auch nicht beim Arzt und ihrer Krankenkasse und zuletzt nicht einmal bei der verpflichtenden Schwangerenberatung – diese Frage haben Gegner des § 219a bisher mehr oder weniger elegant umschifft. Die absurde Konsequenz dieser Behauptung, wäre eine Wirklichkeit, in der sich sämtliche Institutionen gegen Frauen, die ihr Kind nicht bekommen wollen, verschworen haben, um sie am Vollzug der Abtreibung so lange zu hindern, bis diese straflos nicht mehr möglich ist. Warum die Abbruchquote in Deutschland seit vielen Jahren trotzdem stabil auf hohem Niveau rangiert, bleibt ebenso unbeantwortet wie alle anderen. Offenbar wünschen sich Ärzte wie Frau Hänel eine noch höhere Abbruchziffer. Zumindest könnte man das aus ihrer Beschreibung des Jammertals „Informationsdefizit“ für Schwangere herauslesen.

Wenn Frau Hänel im weiteren Teil des Interviews beklagt, Lebensschützer dominierten mit ihren Seiten das Internet, wird die Stoßrichtung vollends klar. Hier geht es um Deutungshoheit. Diese wollen Abtreibungsbefürworter offenkundig für sich allein pachten. Wie sonst ist der Hinweis der Allgemeinärztin zu verstehen, daß Frauen, die sich informieren möchten, immerzu bei den Artikeln der Abtreibungsgegner gelangten, die sie womöglich in ihrem Vorhaben ins Wanken bringen könnten? Was jedoch noch schwerer wiegt als Frau Hänels Lügen mit der Wahrheit ist ihre offenkundige Ignoranz des Grundgesetzes. So spricht die Abtreibungsärztin dem Gesetzgeber ab, moralische Direktiven in der Bevölkerung durchzusetzen. Der Staat, so Hänel, habe weltanschaulich neutral zu agieren, dazu gehöre auch die Gesetzgebung – natürlich insbesondere mit Blick auf das Politikum Abtreibung. Nur als Pointe am Rande: Wäre dem so, müßte Frau Hänel eigentlich eine begeisterte Kritikern der Massenmigration sein. Denn worauf beruht die grenzenlose Flüchtlingseinlaßmaßnahme der Kanzlerin denn anderes als auf der politisch mehr oder weniger richtig verstandenen Moralvorgabe unserer Gesetze?

Wenn sich also der Staat „weltanschaulich neutral“ zu verhalten habe, wie Frau Hänel vorgibt, dann muß auch dasjenige Rechtsgut dazu gerechnet werden, auf das das Werbeverbot für Abtreibung zielt: das Lebensrecht der Ungeborenen. Hat sich der Staat auch hierzu „neutral“ zu verhalten? Hier darf eine Frau, Ärztin noch dazu, in einem öffentlich-rechtlichen Forum unwidersprochen allgemeinwohlschädigende Äußerungen tätigen, die dem Staat den vitalsten Zweck seines Daseins absprechen: der Schutz seiner geborenen wie ungeborenen Bevölkerung wie er sich aus Artikel 2 des Grundgesetzes ergibt. Sie plädiert für eine absolute Indifferenz des Staates. Wenn dem so ist, wozu brauchen wir dann noch eine Strafverfolgung für Verbrechen gegen Leib und Leben? Wozu noch Richter, wozu aus öffentlicher Hand bezahlte Mediziner, Krankenkassen und Kliniken? Dieses Interview ist eigentlich ein Skandal und gehört einer Ärztin wie Frau Hänel, die einst den Hippokratischen Eid abgelegt hat, wie der gesamten Pro-Choice-Lobby um die Ohren gehauen.

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