Wenn die Ausnahme zum Dauerzustand wird: Nach einem Anruf gibt es den Abtreibungsschein

Seit Mitte März dürfen Schwangerenberatungsstellen ihre Beratung telefonisch durchführen. Die Tötungserlaubnis wird anschließend per Post verschickt. Trotz der Lockerungen nimmt die Politik die Regelung nicht zurück. Wird die Ausnahme zur neuen Normalität in der Schwangerenberatung?

Der Sommer kündigt sich an. In vielen Cafés und Biergärten sieht man vollbesetzte Tische. Selbst in den Fitnesstudios darf wieder geschwitzt werden. Die Menschen trauen sich raus, die Kinder gehen zumindest tageweise in die Schule. Abgesehen von den maskenverhüllten Gesichtern in Supermärkten und Geschäften kehrt in Deutschland Schritt für Schritt Routine und Normalität ein.

Eine Regelung bleibt jedoch unverändert bestehen. Und das, obwohl sie buchstäblich über Leben oder Sterben entscheidet. Seit März ist es Schwangerenberatungsstellen gestattet, die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtberatung schwangerer Frauen, die eine Abtreibung erwägen, am Telefon durchzuführen. Der Beratungsschein, de facto die Erlaubnis, das Ungeborene straflos töten zu lassen, wird anschließend postalisch oder per Mail zugestellt. Im März 2020 hatte sich die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mit den Länderchefs abgestimmt, daß Schwangerenberatungsstellen für den Hygieneschutz ihre Besucherpforten schließen dürfen.

Zuletzt hatte zwar der Familienausschuss den Forderungen der Grünen und Linken, die Beratungspflicht während der Corona-Pandemie vollständig auszusetzen, mit klarer Mehrheit einen Dämpfer verpasst (FW berichtete hier), ließ aber gleichwohl Giffeys Ausnahmeregelung zur telefonisch durchführbaren Schwangerenberatung unangetastet. Zwar kehren nach und nach aktuell die Beratungsstellen wieder zum persönlichen Beratungsservice zurück, jedoch mit einem deutlich reduziertem Terminangebot. Die Masse der Pflichtberatungen dürfte deshalb weiterhin am Telefon abgewickelt werden. Wieviele ungeborene Kinderleben die Regierung zusätzlich zu den jährlich offiziell rund 100.000 im Mutterleib getöteten Embryonen riskiert, wenn sie die Vergabe des Beratungsscheins derart erleichtert, wird am Ende der Pandemie eine der zentralen Fragen sein, die mit in die Aufarbeitung der maßnahmebedingten Schäden gehört. Die Bürger werden es erst im nächsten Jahr erfahren, wenn Deutschlands beschämendste Statistik, die Zahl der im Mutterleib getöteten Kinder, veröffentlicht wird.

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