Kein Lebensrecht für Ungeborene: Argentinien führt legale Abtreibung ein

In Argentinien tobte um die Frage der verbotenen vorgeburtlichen Kindstötung ein Kulturkampf. Besonders junge argentinische Frauen fühlten sich angesprochen. Zwei von ihnen gründeten opponierende Bewegungen: Für legale Abtreibung und dagegen. Vergangene Woche entschied die Regierung: Abtreibungen sind künftig legal.

Bekleidet mit einer grünen Krawatte brachte Argentiniens Präsident den Gesetzentwurf ein, der die bislang verbotene Abtreibung legalisieren sollte. Für die Opposition signalisierte Alberto Fernández klar und deutlich, wo er stand: Auf der Seite der Abtreibungsbefürworter. Ausgerechnet die Farbe Grün hatte sich die von der Soziologiestudentin Milagros Saavedra gegründete Bewegung als Erkennungszeichen gegeben, die seit Wochen auf Argentiniens Straßen für die Aufhebung des Abtreibungsverbots demonstrierte.

Vergangene Woche fiel im argentinischen Parlament die Entscheidung: Mit 38 zu 29 Stimmen setzten sich die Gegner des Lebensschutzes durch. Seitdem ist in dem lateinamerikanischen Land Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlaubt. Zum Vergleich: In Deutschland ist eine straffreie Abtreibung immerhin nur bis 12. Woche möglich.

Bis zuletzt hatte Papst Franziskus vor der Legalisierung der vorgeburtlichen Kindstötung in seinem Geburtsland gewarnt. Auch die argentinische Bevölkerung, die aus über 89 Prozent Katholiken besteht, ist überwiegend gegen legale Abtreibung. Laut einer Meinungsforschungsumfrage sprechen sich lediglich 35 Prozent dafür aus, 49 Prozent lehnen legale Abtreibung ab.

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