Generisches Maskulinum abgeschafft: Duden sinkt zum Gender-Sprachlexikon herab

Die Online-Ausgabe des Dudens schafft das generische Maskulinum ab. Berufsständige Bezeichnungen werden künftig zwangssexualisiert – und das ohne jeden sprachwissenschaftlichen Beleg.

Ein Arzt, Notar, Bäcker oder Sportler kann laut Duden nur noch eine männliche Person sein. Jede Berufsbezeichnung wird um die weibliche Variante ergänzt. Was auf dem ersten Blick harmlos erscheint, könnte sich – konsequent durchgehalten – zu einem chaotischen Begriffssalat kumulieren. Künftig müssten berufsständische Vereinigungen wie die Bundesnotarkammer oder Bundesärztekammer zur Bundesnotar*Innenkammer und Bundesärzt*Innenkammer umgeformt werden. Wie das schöne neue Deutsch im alltäglichen Gebrauch klingt, machen uns grüne Politiker in aller Lächerlichkeit vor. So begrüßte die Grüne Katrin Göring-Eckardt ihr Publikum auf dem Evangelischen Kirchentag mit »Liebe Kinder und Kinderinnen!« und die »Ich kann Kanzler«-Grüne Annalena Baerbock faselte in einer Talkshow wirr vom Bund der »Steuerinnenzahler«.

Der Duden ist nicht nur ein, sondern das deutsche Sprachlexikon. Es schafft mithin Sprachwirklichkeit. Seine Empfehlungen gehen ein in die Verwaltungssprache, in die Sprache der Gesetze, in Schulbücher und am Ende in jedes Textwerk überhaupt, das die Druckerei verläßt. Die Gender-Sprache wird uns heimlich untergejubelt wie Falschgeld, das nicht aus dem Verkehr gezogen wird. Irgendwann bezahlen wir alle damit. Das Gender-Undeutsch ist nicht nur eine skurrile Angewohnheit von Politikern, Nachrichtensprechern in der Tagesschau und Gewerkschaftschefs, über die wir zuhause an den Bildschirmen lächeln. Das Gender-Deutsch ist längst bitterer Ernst. Es etabliert sich als Torwächter unserer Sprache. Wer sich nicht daran hält, wird nicht eingelassen zum Diskurs, er wird schlimmstenfalls diffamiert und sozial kaltgestellt.

Gegen den manipulierenden Vorstoß des Dudens regt sich Widerstand. Mehrere namhafte Linguisten widersprachen der Duden-Redaktion heftig. Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg, einer der profiliertesten Kritiker des wissenschaftlich unredlichen Gender-Neusprechs bezeichnete den umgebauten Duden als »klaren Betrug« und »Irreführung des Lesers«. Seine Kollegin Ewa Trutkowski von der Freien Universität Bozen sekundierte, der Duden entferne sich von der Sprachwirklichkeit. Sie befürchtet, die Umstellung auf gegenderte Berufsbezeichnungen im Online-Duden könnte einen Dammbruch bedeuten. Der nächste Schritt, so Trutkowski, könne sein, den Gender-Stern einzuführen, um diese »selbstgeschusterte Dualität« der Berufe wieder aufzulösen. Das Zeichen müsse dann her, weil diverse Menschen nicht unter diese – gerade neu ersonnenen – Definitionen fallen.

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