Vorbild für Deutschland: Frankreich verbannt die Gendersprache

In Frankreich ist die Verwendung der geschlechterneutralen Sprache in amtlichen Dokumenten verboten. Ein neuer Gesetzentwurf will das Verbot auf alle öffentlichen Bereiche ausweiten. Ein deutscher Spitzenpolitiker zeigt seine Sympathie für das Vorgehen der Franzosen.

Kein Franzose wird Punkte, Unterstriche oder sogenannte Gender-Gaps in amtlichen Dokumenten und Behördenbriefen lesen. Grund dafür ist eine Dienstanweisung des ehemaligen Premierministers Edouard Philippe, die bestimmte, daß die gültigen Rechtschreib- und Grammatikregeln beachtet werden müssen. Seit 2017 ist diese Dienstanweisung in Kraft. 2019 wurde sie von der französischen Regierung noch einmal bestätigt. Wortungetüme wie „député.e.s“ (Parlamentarier*innen) oder „électeur.rice.s“ (Wähler*innen) sind in der französischen Verwaltungssprache seither verboten, schreibt die FAZ.

Nun wurde in der französischen Nationalversammlung ein Gesetzentwurf vorgelegt, der das Verbot der Gendersprache sogar noch verschärfen soll. So soll ihr Gebrauch nicht nur in der Verwaltungssprache, sondern zusätzlich in allen öffentlichen Einrichtungen verboten werden. Wer sich nicht daran hält, dem soll künftig ein Bußgeld von 5000 Euro drohen. Der Gesetzentwurf geht auf die Regierungspartei La République en marche (LREM) zurück.

Wie die FAZ berichtet, ist Bildungsminister Jean-Michel Blanquer (LREM) ein scharfer Gegner des »ideologisch motivierten Mißbrauchs der französischen Sprache«. Blanquer ist selbst Hochschullehrer und dürfte wissen, wovon er spricht. Nach seinem Willen dürften nur Schulbücher in die offiziellen Lehrpläne aufgenommen werden, die sich an die geltenden Rechtschreibregeln halten. Blanquer hat mächtige Fürsprecher: Auch die Académie Française, Frankreichs bedeutendste Gelehrtenversammlung, warnt vor dem Gebrauch der gendergerechten Sprache, da sie durch ihre Unübersichtlichkeit die Sprache unleserlich mache.

In Deutschland werden die Bürger immer öfter mit der Gendersprache konfrontiert. Behörden nutzen die Schreibweise wie selbstverständlich in amtlichen Briefen wie Anträgen. Inzwischen sind auch die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender dazu übergegangen, demonstrativ die Genderpause bei personaler Anrede zu benutzen. Bürger – Pause – innen statt Bürger, Teilnehmende statt Teilnehmer oder Student:Innen sind in Presseberichten, Talkshows, Radio- und Nachrichtensendungen die Regel. Obwohl eine deutlich überwiegende Mehrheit der Steuerbürger der Gender-Sprechweise ablehnend gegenübersteht, wird das Diktat der Gendersprache von führenden Medienanstalten rigoros um- und durchgesetzt.

Deutlicher Widerstand regte sich kürzlich vom CDU-Politiker Friedrich Merz. Die Gendersprache hält er für »rechtlich angreifbar«. Seiner Wahrnehmung zufolge gäbe es einen kulturellen Konsens in der Republik, denn die überwiegende Mehrheit lehne die Gendersprache ab. Auf diese Empfindungen und Meinungen sollten die Medien Rücksicht nehmen, fordert Merz.

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