Artikel zum Thema: "Allgemein "

INTERVIEW mit Prof. Dr. med. Hans Sachs: „Im Namen der Gleichstellung treibt man uns in die mutterlieblose Gesellschaft“

Häufig wechselnde Bezugspersonen bei einer permanent abwesenden Mutter können sich traumatisch auf die Entwicklung des Kleinstkindes auswirken. Die frühe Erfahrung des Mutterverlusts brennt sich ins kindliche Gehirn ein. Mit dem Ausbau der Krippenbetreuung riskiert der Staat deshalb massenhaft schwer gestörte Beziehungen in den Familien. Die negativen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind immens. Zeit umzudenken, fordert der Lübecker Psychotherapeut Prof. Dr. med. Hans Sachs.

FS: Wie würden Sie als Psychotherapeut und passionierter Autor die Mutterliebe beschreiben? Warum ist Mutterliebe – nicht nur für das Kind – sondern auch für die ganze Gesellschaft überlebensnotwendig?

Wer starke Bindungen wie die Mutterliebe bedroht, die Gemeinschaft zerstören will, löst Angst aus. Sie wird immer abgewehrt mit Aggression, Flucht oder Verhaltensstarre, Grundmuster unseres reptilienartig reagierenden Stammhirns. Diese Zusammenhänge sind Teil einer Revolution im neurobiologischen Verständnis menschlichen Verhaltens, auch in der Mutter-Kind-Beziehung. Angesichts der Forschungsergebnisse des Neurowissenschaftlers Joachim Bauer ist Freuds Aggressionstrieb deshalb als großer Flop der Psychoanalyse zu werten.

Das natürliche Ziel mitmenschlichen Umgangs ist also Zuwendung, die Erfahrung von Liebe. Dieselbe neurobiologische Forschung hat herausgefunden, fehlende Zuwendung in der Frühkindheit schadet den Motivationssystemen. Vor allem wird die Fähigkeiten beeinträchtigt, mit Anderen in gutem Einvernehmen zu kooperieren.

FS: Deshalb sehen Biologen in der Mutterliebe auch einen der stärksten Triebe in der menschlichen Evolution.

Trieb wird heute innerhalb des Nervenzellsystems im Gehirn als Motivationssystem bezeichnet. Es stellt eine Handlungsabsicht dar, die auf die Ausschüttung sogenannter Wohlfühlbotenstoffe hin erfolgt. Diese Hormone sind Oxytozin, Dopamin, Opoide, Endorphine, Enkelphaline und Dynorhpine.

Die Motivationssysteme wollen Zuneigung und soziale Akzeptanz bewirken. So wird zum Beispiel Oxytozin dann produziert, wenn wir vertrauen, Zuwendung und Anerkennung erfahren, jargonartig wird es als Liebeshormon bezeichnet.

Die Systematik dazu hat Bowlby zusammen mit Frau Ainsworth in seiner Bindungstheorie und ihren Bindungsstilen und Bindungssignalen aufgestellt. Mit diesen „innner working models“ suchen wir alle Vertrautheit und Nähe zu Anderen oder wehren sie gleichzeitig ab, wenn unsere Früherfahrungen im Austausch mit der Mutter katastrophal gewesen sind.

FS: Was können solche katastrophalen Früherfahrungen beim Kind auslösen?

Normal ist ein „rupture and repair“, das heißt, eine Unterbrechung des guten Kontaktes zwischen Mutter und Kind und dessen Wiederherstellung mit dem nötigen „attunement“, zu deutsch: Feingefühl. Fatal sind traumatische Beziehungserfahrungen des Neugeborenen mit seiner Mutter, weil sie sich direkt in das kindliche Gehirn einbrennen.

Frau Ainsworth hat auch erforscht, daß je prompter die mütterliche Antwort auf die Signale des Kindes erfolgt, desto besser geschützt ist es vor der Erfahrung des Nichtbeachtetwerdens. Denn dies ist traumatisch und bedeutet eine Erfahrung von Angst, Hilflosigkeit und Erstarrung. Und bei anhaltender oder sich wiederholender Fehlhaltung steigert sich diese Angst in das Erleben eines Ich-Soll-vernichtet werden bzw. ich-soll-getötet werden!

Freud hat zwar gesagt, das Unbewusste ist das Infantile und lässt sich nicht verbalisieren und sprachlich durcharbeiten. Das Erlebte der präverbalen Lebenszeit der ersten drei Jahre wird dennoch wiederholt an den Menschen des Umfelds oder der Gesellschaft. Wiederholungszwang nannte er das. Dieses zerstörerische Prinzip ist die charakterliche Grundlage der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Deren zerstörerisches Wirken findet sich dann ubiquitär in der Finanzwelt, in der Politik (Kriege), der Umwelt (Klima), im mitmenschlichen Umgang (Scheidungen, Patchworkfamilien) etc..

FS: In Ihrem aktuellen Buch behandeln Sie die revolutionären Entdeckungen der Bindungsforschung und wie die Entwicklung der modernen Säuglings- und Kinderpsychologie zu einer veränderten Wahrnehmung spezifischer Bedürfnisse von Müttern und Kinder wie Familien führten. Vor allem aber ist Ihr Buch ein Plädoyer für mehr mütterliche Liebe, Zeit und Achtsamkeit im Umgang mit dem Wertvollsten, was wir haben: unseren Kindern. All das sehen Sie sehr aktuell bedroht und von wem.

George Orwell und Aldous Huxley haben in ihren Büchern „1984“ (1949) und „Schöne neue Welt, ein Roman der Zukunft“(1932) bedrückende Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens beschrieben. Sie sind nur möglich, wenn Individualität und persönliches Selbstsein zerstört wird, die normalerweise Ergebnis einer liebevollen Erziehung sind. Wie in der DDR und schon bei den Nationalsozialisten die frühkindliche Mutter-Kind-Beziehung vernichtet wurde und mit welchen psychologischen Folgen, dazu gibt eine überreichliche Literatur Belege. Ob die sich mehr und mehr verbreitenden Gender-Ideologie eine neue totalitäre Gesellschaft formen kann, ist noch nicht ausdiskutiert. Lieblosigkeit ist sozusagen das wichtigste Kennzeichen dieser Weltanschauung.

FS: Mit dem Begriff Gender verweisen Sie auf das von der Regierung massiv subventionierte Programm zur Gleichstellung der Geschlechter, das von den politischen Akteuren mit einer Art quasireligiöser Bedeutung aufgeladen wird. Sehr zum Schaden von Familien.

Gleichberechtigung ist ein Grundrecht einzelner Männer und Frauen gegenüber dem Staat, im Beruf und vor Gericht. Sie kann aber niemals durch eine Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben erreicht werden, es sei denn Gleichstellung von Erziehungsarbeit (Mutterliebe) und Erwerbstätigkeit wird politisch garantiert. Die alleinige Nur-Teilhabe am Erwerbsleben wertet die Erziehungsarbeit der Mütter beziehungsweise der Familien ab. Der Wert elterlicher Erziehungsarbeit wird unterschlagen, obwohl er die Grundlage unseres Rentensystems ist!

Es geht also nicht um gleiche Chancen bei der politischen Vorgabe der Gleichstellung, sondern im Gegenteil um Bevormundung der Mütter durch den Staat wie schon in der DDR. Johannes Resch hat das in seinem Beitrag „Die Gleichstellungslüge“ dargelegt (siehe https://www.rubikon.news/artikel/die-gleichstellungs-luge). Im Namen der Gleichstellung treibt man uns in die mutterlieblose Gesellschaft.

FS: Welche gesamtgesellschaftlichen Folgen sehen Sie auf uns zukommen, wenn die politisch erwünschte und intensiv propagierte Frühbetreuung in den nächsten Jahrzehnten massenhaft fortgesetzt wird (Stichwort Kitaplatzausbau)? Wenn eine immer frühere Fremdbetreuung sogar noch mit weiteren Instrumenten wie zum Beispiel die in der Politik bereits diskutierte Kita-Pflicht forciert wird?

Den Zusammenbruch bzw. die Zerstörung unseres staatlichen Gefüges. Deshalb hat die Pressestelle des Verbandes Familienarbeit 2018 zum Tag des Kindes eine Stellungnahme herausgegeben mit dem Titel „Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft“. Darin wird zum Beispiel gefordert, Kinderkrippen für Kinder unter drei Jahren nur in Not-und Ausnahmefällen vorzuhalten mit optimalen Betreuungsmöglichkeiten durch einen hohen Personalschlüssel wie 2-3 Kinder pro Betreuer. Den vollen Wortlaut dieser Stellungnahme können Sie nachlesen unter https://familienarbeit-heute.de/?p=4965. Da ich die darin enthaltenen wissenschaftlich fundierten Aussagen und die familienpolitischen Forderungen für absolut richtig halte, habe ich sie mit unterschrieben.

FS: Im Kapitel 6 Ihrer Monografie äußern sie die Befürchtung, dass Homosexualität in der Gesellschaft häufiger vorkommen wird, wenn die Trennungssituationen zwischen Kind und Mutter zunehmen und – parallel dazu – Väter sich aus ihrer Verantwortung für die Familie zurückziehen. Welcher Zusammenhang besteht zwischen homosexueller Lebensweise und einer Gesellschaft mit tendentiellem „Liebesmangel“?

Beachtenswerte Autoren haben immer wieder dargelegt, Homosexualität beruht auch auf einem fehlenden Vater, der emotional und tatsächlich als Freund seinem Sohn nicht verfügbar war, aus welchen Gründen auch immer. Die Suche danach kann erfolgreich sein. Das sollten alleinerziehende Mütter beachten, die glauben, ihrem Sohn alles geben zu können in der Erziehung. Ein Homosexuellen-Gen gibt es jedenfalls definitiv nicht.

FS: Der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte warnt vor einem sowohl in Deutschland wie weltweit wachsenden Trend unter Kindern und Jugendlichen, sich im falschen Geschlecht zu fühlen und medizinisch behandeln zu lassen. Dazu passt die sprunghaft gewachsene Quote sogenannter gschlechtsangleichender Operationen seit Anfang des Jahrtausends. Sehen Sie hier einen Zusammenhang zu ihrer These eines generellen, gesellschaftlichen Muttermangels?

Die Betroffenen sind eine Minderheit mit einer Häufigkeit von weniger als 1% bis zu 5 % in einer Population. Die amerikanische Fachgesellschaft für Psychiatrie hat in ihrer 5. Edition des Verzeichnisses psychischer Erkrankungen (mental disorders) auch die Gender-Identy-disorder aufgenommen. Sie sieht diese Symptome auch unter diesem medizinischen Gesichtspunkt. Pubertät ist jedenfalls keine Krankheit und muss auch nicht medizinisch behandelt werden.

Diese Operationen hat John Money propagiert und sie gelten seitdem als wissenschaftliche Fundierung der Gender-Theorien und damit auch des Gender-Mainstreaming. Gender wiederholt hartnäckig, männlich und weiblich sind nur sozial konstruierte Rollen und deshalb beliebig veränderbar. Wissenschaftlich ist diese aus dem Behaviorismus von B.F. Skinner stammende These längst überholt. Skinner hat auch selbst gesagt, es geht um Macht!

FS: Prof. Sachs, angesichts Ihrer düsteren Diagnose für die Zukunft unserer Gesellschaft: Sehen Sie dennoch einen hoffnungsvollen Streifen am Horizont? Sind wir noch zu retten?

Ärzte müssen wohl immer Hoffnung auf Besserung verbreiten in ihrem Beruf und das habe auch ich gemacht und erlebt, dass dies tatsächlich hilft. Die Titelwahl ist auch gar nicht als Prognose gedacht sondern vielmehr als Beitrag zur aktuellen Diskussion um die beste frühkindliche Betreuung. Mutterliebe lässt sich nur leben, wenn dies politisch unterstützt wird. Geschieht das nicht, geraten wir in eine mutterlieblose Gesellschaft.

Das aktuelle Buch von Hans Sachs „Sind wir noch zu retten? Die politische Bedeutung der frühen Kindheit“ ist bestellbar beim Agenda Verlag: http://agenda.de/

Werbekampagne der Bundesregierung: Ein Fall für die Antidiskriminierungsstelle?

Mit einer breit angelegten Kampagne will die Bundesregierung Werbung für das Grundgesetz machen. Vorgesehen sind dafür Plakataktionen, ein Video und Online-Werbemaßnahmen. Die Regierung hat dafür ein Budget von 3,15 Millionen Euro freigegeben.

Offenbar vermutet die Bundesregierung, daß die Grundsätze des modernen Rechtsstaats nicht allen Bürgern geläufig sind. Zur Aufklärung der Massen hat das Bundesjustizministerium deshalb die Produktion eines Videoclips und Plakatmotiven in Auftrag gegeben. Die Plakate der Fotografin Ailine Liefeld sollen bundesweit ausgestellt werden, das Video soll in Kinos, auf Messeveranstaltungen und in den sozialen Medien geschaltet werden.

In der »Wir sind Rechtsstaat« betitelten Werbekampagne werden herausragende Rechtsgüter wie die Religionsfreiheit, die Unschuldsvermutung bei Beschuldigten in Gerichtsverfahren, Gleichberechtigung von Mann und Frau mit verschiedenen Motiven filmisch wie fotografisch dargestellt: Für Gleichberechtigung ist eine feministische Demonstration zu sehen, eine junge blonde Anwältin vertritt einen Angeklagten, man sieht betende Juden und Moslems, ernst blickende Politiker, erregt debattierende Journalisten, eine breit lächelnde Polizistin. Unter dem rührig wie anmaßenden Motto »Wir sind Liebe« werden zwei sich küssende Männer auf ihrer Hochzeit gezeigt, daneben ein jubelnder älterer Herr mit dem für Türken typischen weißen Schnauzbart. Offenbar gehört das erst kürzlich geschaffene Gesetz zur Homo-Ehe für die Bundesregierung zu einem bedeutsamen Rechtsgut, das entsprechend ausgestellt werden muss.

»Wir gehen davon aus, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien die Bedeutung des Rechtsstaats für unsere Demokratie anerkennen und die Botschaft der Kampagne mittragen«, läßt sich der Sprecher des Justizministeriums vernehmen. An welche Parteiadresse sich der bevormundende Tonfall des SPD-geführten Justizministeriums besonders richtet, ist da wohl unzweifelhaft: natürlich gegen rechts.

Wiewohl sich das rote Justizministerium wohl selbst fragen müßte, ob ihre Werbekampagne mit den Grundsätzen der allseits beschworenen Antidiskriminierung konform geht. Während in dem Werbeclip sämtliche, stets auf ihre »gesellschaftliche Sichtbarkeit» pochenden Minderheiten sich abgebildet finden, vom Schwarzen bis zur jungen Karrierefrau, vom jugendlichen Aktivisten bis zum Homosexuellen, wird eine große Bevölkerungsgruppe in dem – dramatisch in Schwarz-Weiß-Optik gehaltenen – »Wir sind Rechtsstaat«-Filmchen einfach weggelassen: Und das sind Mütter, Väter, Kinder wie überhaupt Christen. Sie kommen schlicht nicht vor. Obwohl Familien die tragende Substanz des Staates sind, ohne die ein funktionierendes Gemeinwesen schlicht nicht möglich ist, ohne die kein Staatssystem auf Dauer überlebensfähig wäre, bringt es diese Regierung fertig, sie in einem 30 Sekunden lange währenden Deutschland-Film einfach auszublenden. Eigentlich könnte der Film überall in der Welt spielen, denn er ist bar jeder eindeutig nationalen Symbolik. Nicht einmal eine deutsches Fähnchen weht traurig im Wind. Wenn das die Botschaft der Regierung an ihr Volk sein soll, kann der Bürger der Regierung nur zornig zurufen: Danke, ich habe verstanden.

Marsch für das Leben: Veranstalter rechnet mit Besucherrekord

Kommenden Samstag wird in Berlin der traditionelle Marsch für das Leben stattfinden. Die europaweit stattfindende Demonstration will an die massenhafte Tötung ungeborener Kinder erinnern und damit ein Zeichen für die Würde und Unverletzlichkeit des Lebens setzen.

Während hohe Kirchenvertreter Grußworte schicken, wüten feministische Bündnisse wie »What the Fuck« gegen die Demonstration der Lebensschützer. Sie sehen in der Demo einen Angriff auf das Frauenrecht und bezichtigen die Teilnehmer rechtsradikale, christliche Fundamentalisten zu sein, die unserer Gesellschaft ihr rückständiges, weil zweigeteiltes Geschlechterbild oktroyieren wollen. In einem Interview geht eine als Journalistin vorgestellte Mitarbeiterin des »Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums e.V.« sogar so weit, den weitgehend schweigend durchgeführten, friedlichen Marsch aus vorwiegend älteren Menschen und Familien als »ernstzunehmende politische Gefahr« darzustellen. Die unterstellte »homo-, trans* und inter*feindliche sowie in Teilen antidemokratische« Haltung der Veranstaltung äußert sich für die Antifaschistin an der dezidiert familienfreundlichen Position, die die Lebensrechtsbewegung einnimmt: So wünscht sich der Veranstalter des Marschs, der Bundesverband Lebenrecht (BVL), mehr Anerkennung für Familien und größere Unterstützung für Eltern behinderter Kinder, mehr Würdigung der Familienarbeit, besonders von Frauen.

Ein Leben als selbstbestimmte Mutter scheint für radikale Feministinnen hingegen unvorstellbar zu sein. Sie fühlen sich »von restriktiven Forderungen« der Demo »angegriffen« und fühlen sich dadurch zu jeder Art von Widerstand berechtigt, selbst wenn er das demokratisch legitimierte Versammlungsrecht der Teilnehmer verletzt. Seit Jahren ist der Marsch für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder deshalb nur unter Polizeischutz möglich: Ein Armutszeugnis für unsere hochgelobte demokratische Debattenkultur.

In diesem Jahr erwartet der BVL 5000 bis 8000 Teilnehmer und damit einen Besucherrekord. Das angekündigte warme Wetter am Wochenende wird sicher einen positiven Beitrag leisten.

Gender-Porno im Unterricht: Warum Eltern zu Recht empört sind

Viele Eltern sehen den Sexualkundeunterricht skeptisch. Insbesondere, wenn er bereits in der Grundschule beginnen soll und so manches Kind noch Jahre von der Geschlechtsreife entfernt ist. Für Sexualpädagogen und Lehrer kann die Sexualkunde hingegen nicht früh genug anfangen. Kinder hätten ein Recht auf Informationen zur Sexualität, so deren Begründung. Eine Reportage des Deutschlandsfunks enthüllt, warum sich Eltern zu Recht Sorgen machen.

Der Deutschlandfunk Kultur hat sich auf Spurensuche begeben. Er will ergründen, warum die Sexualkunde selbst nach 50 Jahren immer noch für teils heftige Kontroversen zwischen Eltern und Schulen sorgt. Vielleicht wollte die Redakteurin mit ihrem Beitrag zur Entspannung der verfahrenen Situation beitragen. Erreichen wird sie bei Eltern höchstens das Gegenteil.

Für unfreiwillige Komik sorgt schon die erste Szene im DLF Beitrag, für den die Redakteurin Katja Bigalke in Hamburg zwei öffentlich finanzierte Einrichtungen besucht hat, die mit dem Aufklärungsunterricht an Schulen betraut sind. Die erste Einrichtung bildet pro familia. Im Bereich Sexualaufklärung bieten einige pro familia-Einrichtungen laut Webseite Veranstaltungen für Schulkinder bereits ab der 4. Klasse an. Auch Fortbildungen für Lehrer sind möglich. Die laufen laut Bigalkes Reportage ungefähr so ab: Die Kursleiterin ruft die teilnehmenden Lehrer auf, Sexbegriffe zu nennen, die sie alle säuberlich auf das Bord schreibt. Es fallen Worte wie Penis, Vagina, Scheide, Schmuckkästchen und weitere. Die Pädagogen müssen sich auf paar Begriffe einigen, die den »Sexsalat« bilden sollen.

»Am Ende sind Penis, Scheide und Schmusibär umkringelt. Das Spiel „Sexsalat“ kann losgehen. Die Regeln sind denkbar einfach: Jeder bekommt der Reihe nach einen Begriff zugeteilt. Aus dem Stuhlkreis wird ein Stuhl entfernt. Der, der keinen hat, stellt sich in die Mitte und ruft einen Begriff.« Die Kursleiterin erklärt dazu:

»„Wenn ich rufe ‚Penis‘, müssen alle Penisse aufstehen und sich schnell einen neuen Platz suchen. Ich versuche derweil, einen frei gewordenen Platz zu finden.“ „So: Penis und Scheide.“«

Pädagogische Plumpheiten wie das Sexsalat-Spiel sind hier noch das Harmloseste. Schlimmer noch ist die Tatsache, daß der dumpf ererzierte Porno-Sexualkundeunterricht, so wie er in der DLF-Reportage beschrieben wird, die implizite Botschaft an das Kind transportiert, daß seine Scham, sich öffentlich vor dem Lehrer und der Klasse über sein Intimleben zu äußern, etwas Negatives ist, etwas, das es ablegen beziehungsweise überwinden muss, um in der Gruppe zu bestehen. Unverblümt spricht es ein 11 bis 12jähriger Schüler aus, nachdem er die Sex-Projektwoche an der Schule absolviert hat. Es sei spannend, aber erst ein bißchen eklig gewesen. Aber am Ende habe er es gemocht. Ein anderer freut sich, daß er, wenn er älter sei, alles über Sex und andere Sachen wüßte. Wunderbar, ein richtiger Experte, der Kleine! Jedem normalen Menschen stehen die Haare zu Berge, wenn er so etwas aus dem Mund eines Kindes hört.

Während die Lehrer die Regeln des Sexsalat-Spiels einstudieren, reden andere Sexualpädagogen in der Reportage Klartext. Eine von ihnen ist Beate Proll, Leiterin des Arbeitsbereichs Sexualerziehung und Gender am Hamburger Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung. Es gäbe eine Gruppe von Eltern, die »aus Unwissenheit Vorstellungen zur schulischen Sexualerziehung haben«, die laut Frau Proll »definitiv nicht zutreffen«. Frau Proll sieht die Konfrontation des Kindes mit Begriffen aus der Sexualwelt von Erwachsenen im Einklang mit dessen »psychosoziale[r] Entwicklung«. Eltern können sich, so impliziert ihre Rede, entspannt zurücklehnen und die Schule ruhig machen lassen. Pädagogen wie sie wüßten es doch am Ende besser.

Laut Bundesverfassungsgericht ist die Sexualerziehung eine gemeinsame Sache zwischen Eltern und Schule. Erstere haben das Erziehungsrecht inne, die Schule dagegen muss ihrem Bildungsauftrag genügen, gleichzeitig aber einen konstruktiven Dialog mit den Eltern pflegen, da es immer unterschiedliche moralische Vorstellungen gibt. Die Schule ist dabei zur Neutralität verpflichtet. Die Lehrer dürfen bei der Wissensvermittlung keine wie auch immer geartete Ideologie exekutieren.

Angesichts dieser durch das Bundesverfassungsgericht geschaffenen Rechtssituation sollte das Selbstverständnis aufhorchen lassen, das die Gender-Pädagogin Beate Proll gegenüber ihren Befugnissen hegt. Sie sieht nämlich lediglich eine Informationspflicht der Schule gegenüber den Eltern, bevor der Sexualkundeunterricht beginnt. Das könne sie »mit einem Brief machen oder auf dem Elternabend platzieren. Dann ist es aber nicht so, dass abgestimmt wird: Thema Familie ja, Regenbogen nein. Das natürlich nicht.“« Kein Wunder, daß die Proteste gegen einen Sexualkundeunterricht, der immer mehr zu einer Werbeveranstaltung für schwul-lesbisches Liebesleben gerät, landesweit zunehmen. Mit dem Sexualkundeunterricht haben die Schulen 1968 die Büchse der Pandora geöffnet. Nun haben sie ihre liebe Not damit. Mit den pädagogischen Ansichten, wie Beate Proll sie hegt, wird es aber nicht besser werden. Ganz im Gegenteil.

Regierung weitet Genderforschung massiv aus: Geschlechtersoziologie kassiert über 200 Millionen Fördergeld

Über 230 Millionen Euro Steuergelder sind in den vergangenen zwölf Jahren in die Genderforschung geflossen. Die Folge sind ein enormer Anstieg der Lehrstühle. Mittlerweile ist an nahezu jeder deutschen Universität die Genderdisziplin vertreten.

Für die Bundesregierung leisten »die Ergebnisse der Gender- bzw. Geschlechterforschung wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung gesellschaftlicher Fragestellungen«. Entsprechend gewichtig fällt ihre Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen nach dem Stand der Genderförderung aus. Auf 39 Seiten listet das Bildungsministerium stolz Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Projekte mit sogenanntem Genderfokus auf, für die zwischen den Jahren 2007 und 2018 Beträge in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe geflossen sind.

Mit circa 230 Millionen Euro an öffentlichen Subventionen hat die Genderforschung über die vergangenen zwölf Jahre einen beispiellosen Aufstieg gemacht. Die Projekte verteilen sich auf Bundes- wie auf Länderebene, mithin auf Universitäten und Fachhochschulen. Gefördert wird alles, was irgendwie einen »Genderfokus« aufweisen kann. Entsprechenden, an Hochschulen angesiedelte Forschungsprojekte flossen über die vergangenen zehn Jahre rund 110 Millionen Euro von der Deutschen Forschungemeinschaft (DFG) zu. Als einer der Hauptempfänger des Millionenregens entpuppt sich das Fach der Empirischen Sozialforschung, quasi die universitäre Dachorganisation der Geschlechterstudien. Angesichts der rund 230 öffentlich geförderten Projekte seit 2009 behauptet sich der DFG weiterhin als sichere Einkommensquelle für all jene Sozial-, Literatur-und Wirtschaftswissenschaftler, Historiker und Theologen, die im Titel ihres Forschungsprojekts mit einem der Schlüsselbegriffe aufwarten können: »Geschlechter«, »Gender«, »Frauen«, »Migration«, »Minderheit(en)«.

Die Kritik richtet sich beileibe nicht gegen die von der Bundesregierung aufgelisteten Forschungsvorhaben in ihrer Gesamtheit. Daß der Genderfokus durchaus wertvolle Erkenntnisgewinne birgt, wenn die unterschiedlichen Effekte von Medikamenten auf Männer und Frauen untersucht werden, liegt klar auf der Hand. Im Bereich der Geisteswissenschaften tauchen denn auch mehrere psychologische Forschungsvorhaben auf, die sich auf die Untersuchung von speziell auf Frauen wie Männer abgestimmte, teilweise medikamentös begleitete Therapieangebote konzentrieren. Auch im Bereich der Kulturwissenschaften gehört der historisch gefütterte Blick auf die unterschiedlichen weiblichen und männlichen Lebens- wie Erfahrungsräume zum normalen geisteswissenschaftlichen Diagnosewerkzeug. Welchen Erkenntnisgewinn jedoch Projekte bergen sollen, die Titel wie »Das Anna und ihr Hund. Weibliche Rufnamen im Neutrum«, »Rechtsextremismus und Gender« oder »Leib Christi – Gendersensible Rekonstruktion einer theologischen Metapher« tragen, dürfte sich eher dem allgemeinen Verständnis entziehen. Statt neuer Wissensräume zu öffnen, dürfte diesen Forschungsvorhaben wohl eher der Zweck des politischen Sekundierens und Zuarbeitens eingeschrieben sein. Ganz besonders fällt in diesem Zusammenhang ein mit rund 680.000 Euro gefördertes Projekt des Soziologen Stefan Hirschauer auf. Er widmete sich bis letztes Jahr der Frage, wie »Väter und Mütter entstehen?«, für die er eine »geschlechtliche (Ent)differenzierung pränataler Elternschaft« liefern wollte. Freie Welt berichtete hier.

Wo die politische Absicht liegt, verrät die glasklare Sprache des Geldes: Den Spitzenplatz der von der Bundesregierung direkt geförderten Projekte nimmt »Frauen an die Spitze« ein. Das mit 37,2 Millionen Euro subventionierte Vorhaben soll die »Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem und in der Wirtschaft« steigern. Das ist auch geschehen.

Nach insgesamt acht Jahren Projektdauer, das wird auf den nächsten Seiten der Drucksache 19/11752 deutlich, ist aus dem ehemals dürftigen Bächlein an Professorinnen ein veritabler Strom geworden, ganz besonders im Bereich der Geschlechterstudien. Bei den Zahl der Professuren läßt sich hier ab dem Jahr 2000 ein Anstieg um weit mehr als das Dreifache verzeichnen. Die ehemals 60 Lehrstühle sind hier aktuell auf 217 angeschwollen, nicht eingerechnet die Vielzahl an Genderforschern, die sich in den ebenso vom Bund geförderten sogenannten Gender-Kompetenzeinrichtungen tummeln. Nahezu 100 Prozent dieser Stellen dürften von Frauen besetzt sein.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem den zur wissenschaftlichen Disziplin geadelten Gender Studies. Die deutschen Hochschulen sind quasi das geistige Bollwerk der querschnittsartig in den Geisteswissenschaften verankerten Gender Studies. Von hier kommen all jene Sozialkonstrukteure, die sich später als Gleichstellungsbeauftragte, als gendersensible Pädagogen, als Trans-, Queer- und LGBT-Experten und Berater für Inklusion und Diversität vom öffentlichen Dienst, von Gewerkschaftsetagen und mächtigen NGOs aufgesogen werden.

Noch fahren sie voll auf Erfolgskurs dank des geduldigen Steuerzahles: Gender Studies, so die Bundesregierung, sei mittlerweile aus dem Katalog der Kleinen Fächer entfernt worden, da es als »zu groß identifiziert« wurde. Das ehemalige Nischenfach Geschlechter- oder Genderstudien ist zur eigenständigen akademischen Disziplin aufgestiegen, die sich mittlerweile als Großes Fach an 31 Universitäten breit gemacht hat und insgesamt 217 Professuren umfasst. Die Zahl täuscht ein wenig. Denn dank allerlei, meistens an die Sozialwissenschaftlichen Institute angeschlossenen Unterfächer, dürften Gender Studies inzwischen an sämtlichen der insgesamt 106 deutschen Universitäten vertreten sein. Zum Vergleich: Das Fach Alte Sprachen ist im denselben Zeitraum auf 120 Professuren geschrumpft. Pharmazie kommt auf etwa 190 Professuren.

Schwul-lesbische Aufklärung an Kindern: Bundesländer erhöhen die Fördermittel

Zeitgleich haben die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern die Fördermittel für LSBTI-Verbände und queere Initiativen erheblich erhöht. Andere Bundesländer werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nachziehen. Die Konzentration der Politik auf die sogenannte Toleranzerziehung seiner Bürger, die laut Grundgesetz genuin Aufgabe der Familie, ist das stärkste Symptom einer seit Jahrzehnten ideologisch fehlgeleiteten Familien- und Sozialpolitik.

Kein anderer politischer Sektor enthüllt die ideologische Ausrichtung von Regierungen so deutlich wie deren Förderpolitik. Ob von Windkraftanlagen zersiebte Naturlandschaften oder durch Abgaben der Bürger angeschwollene Verwaltungsebenen des öffentlichen Diensts, ob ein aus allen Nähten platzender Bundestag oder die gigantischen Glas- und Betonpaläste der EU-Regierung – sie alle sind sichtbare Zeichen einer gefräßigen Polit-Elite, deren Hunger in dem Maß wächst wie sie ihn mit dem Geld der Bürger zu stillen sucht.

Nicht anders geht es auch in von Bund und Ländern betriebenen Förderung für soziale Arbeit zu. Kein anderer Bereich des gesellschaftspolitischen Lebens verzeichnet seit dem Asylansturm im Jahr 2015 derart hohe Zuwächse. Ein gigantischer neuer Markt hat sich hier aufgetan – mit dem Unterschied, dass darin keine marktwirtschaftlichen Gesetze walten, sondern allein der Grundsatz gilt, wer als erster an den vom Steuerzahler prall gefüllten Geldtöpfen sitzt.

Einen besonderen Schwerpunkt – auch dies erst nach dem deutschen Schicksalsjahr 2015 – nimmt die von der Bundesregierung angestoßene und von den Landesregierungen vorangetriebene Erziehung der Bürger zur »Toleranz und Akzeptanz« von Menschen homosexueller, trans-, bi-, ob mit oder ohne Gendersternchen versehenen Orientierungen ein. Mittlerweile haben sämtliche der 16 Landesregierungen ihren eigenen »Landesaktionsplan« zur Förderung der Regenbogen-Ideologie ins Leben gerufen.

Jedes Jahr fließt unter der Flagge jener Landesaktionspläne mehr Geld an LGBT-Vereine und queere Netzwerke. Offiziell sollen diese das Geld verwenden, homosexuelle Menschen zu beraten. Weniger bekannt ist, daß die Länder schwul-lesbischen Vereinen zusammen mit dem Steuergeld der Bürger eine Art Erziehungsauftrag erteilen, den sie, geht es nach der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgericht zum Schulgesetz, in dieser Form niemals bekommen dürften. Getarnt als »Bildungsnetzwerke« betreiben diese homosexuelle Aufklärung, nicht nur bei Kita- und Schulkindern, sondern auch in Behörden wie in privaten Firmen, bei Vereinen und Gewerkschaftsetagen unter dem Segen der Bildungs- und Sozialministerien. Allein das von CDU-Ministerpräsident Armin Laschet geführte Nordrhein-Westfalen hat seine Mittel für die »schwul-lesbische« Aufklärung laut Medienberichten auf 215.000 Euro verdoppelt. In Mecklenburg-Vorpommern erhöhte sich die Förderung für einen ähnlichen Zweck um 90.000 Euro auf insgesamt 170.000 Euro. Dafür scheint selbst in einem der ärmsten Bundesländer immer Geld da zu sein.

Staatlich geförderte Gender-Ideologie: Regenbogen-Projekte kassieren Millionen-Fördersummen

Unter Einsatz erheblicher Geldmittel fördert die Bundesregierung aktiv die Verfestigung der Gender-Ideologie in den Köpfen der Bürger. Zwischen den Jahren 2015 und 2018 wurden dabei Fördersummen von über 7,8 Millionen Euro an vornehmlich schwul-lesbische Verbände und Jugendvereine für eine Vielzahl von Regenbogen-Projekten ausgeschüttet.

Was und wer sich alles auf dem Gebiet der sexuellen Vielfaltspädagogik tummelt und von der Regierung großzügig für die sogenannte Toleranzerziehung der Bürger entlohnt wird, offenbarte sich jüngst in einer Kleinen Anfrage. Auf über 20 Seiten listet die Bundesregierung Einzelmaßnahmen und größere Projekte auf, mithilfe derer sich nicht wenige Vereine dank ihrer »Regenbogenkompetenz« inzwischen ein lukratives Geschäftsmodell auf Kosten des Steuerzahlers aufgebaut haben dürften. In der Förderperiode zwischen 2015 und 2018 kommen so Gesamtmittel von über 7,8 Millionen Euro für Gender-Erziehung zustande.

Die Ausschüttung der Geldmittel für die Regenbogen-Vereine erfolgte im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!«, das 2015 vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen wurde. Das Programm startete damals mit einem Budget von eher mageren 40,4 Millionen Euro. Diese Summe erhöhte sich schrittweise in einem erheblichen Umfang. 2017 bewilligte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bereits ein Gesamtumfang von 104,5 Millionen Euro. In diesem Jahr strich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) die Rekordsumme von 115,5 Millionen Euro ein. Zum Vergleich: Dem 2011 von der damaligen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) ins Leben gerufene Bundesprogramm »Elternchance ist Kinderchance«, das die schulischen Chancen von Kindern bildungsferner Eltern verbessern helfen sollte, wurden Mittel von gerade mal 3 Millionen Euro jährlich bereitgestellt. Das Programm lief 2015 sang- und klanglos aus. Dagegen endlos weitergehen soll nach Giffeys Willen der staatliche Geldsegen im Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung, Homophobie, Rechtspopulismus usw. usf.: Im Mai diesen Jahres wurde das Bundesprogramm »Demokratie leben!« zur Freude der links-queer-grünen Aktivistenszene von der Regierung auf unbestimmte Zeit verlängert.

Größter Absahner im Zusammenhang der staatlichen Aufklärungsarbeit gegen Homophobie ist die Bundesvereinigung Trans* e.V., die sich für die »Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger« über satte 980.237 Euro für den Zeitraum 2015 bis 2018 freuen konnte. Auf Platz 2 folgt der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands e.V. (LSVD). Er kassierte für den gleichen Vorgang rund 537.000 Euro. Hinzu kommen Mittel in Höhe von rund 350.000 Euro für die Entwicklung des Modellprojekts »Beratungskompetenz zu Regenbogenfamilien«. Insgesamt belaufen sich die vom Bund bewilligten Mittel für den LSVD in der vergangenen Förderperiode auf 887.000 Euro. Als Verein kann man davon schon ein paar größere Rechnungen bezahlen.

Auf dem Fuße folgt die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V.. Sie erhielt ganze 708.000 Euro von der dankbaren Regierung für ein Projekt, in dem sie die »sexuelle Orientierung« ihrer Klientel »kultursensibel« zu ergründen half. Knapp dahinter liegt der Verein Archiv der Jugendkulturen, der für sein »Diversity Box« Projekt den stolzen Förderbetrag von über 697.000 Euro erhielt. Damit finanzierte der Verein »medienpädagogische Workshops« mit Jugendlichen, um sie bei der kreativen Erstellung von Postkarten, Fotostrecken und Filmchen über queeres Leben anzuleiten.

Zu den großen Summen gesellen sich insgesamt 219 Einzelmaßnahmen kleinerer Vereine und Initiativen, die durchschnittlich einen niedrigen vier bis fünfstelligen Förderbetrag erzielten. Für Interessierte lohnt sich der Blick auf die Titel, die unbeabsichtigt teilweise kaum an Skurrilität zu überbieten sind. Eine Kostprobe: Eine Kölner Gesamtschule glänzt zum Beispiel mit dem Projekt: »Und wann hast du dich entschieden, hetero zu sein.«, das dem Ministerium 1700 Euro wert war. Für das Projekt mit dem für Laien schwer begreiflichen Titel »Queertreiber auf der Altmühl« vom Verein Fliederlich e.V. ließ Giffey eher magere 500 Euro springen. Für eine queere Bootsfahrt ist es trotzdem ein nettes Sümmchen. Etwas mehr erhielt schon der Stadtjugendausschuss Karlsruhe. 2300 Euro kassierte er für seine »Gay Awareness Flyeraktion«. Mit »Queer und Hörgeschädigt« sowie »Diversity im Bogensport« entdeckten zwei Vereine in der Tat drängende Alltagsprobleme, für die sie rund 1600 beziehungsweise knapp 2400 Euro erhielten. Dabei scheint das Motto zu gelten, je alberner ein Titel, desto höher sind seine Aussichten auf Fördererfolg. Das Projekt »Goslar goes HomOriental« bekam 3500 Euro, ein Theaterprojekt mit dem Namen »Homologie« bereits 3700 und ein echter Brüller mit dem Titel »Gay mir weg!« war der Regierung fast 4000 Euro wert.

Was ist ein Sadist? Ist Prostitution gut?: Ein Schul-Übungsheft führt Zehnjährige in die Porno-Welt ein


Übungsheft „Lernwerkstatt: Sexuelle
Vielfalt“, Kohl-Verlag 2015
Quelle: Initiative Familien-Schutz

Eine Publikation des Kerpener Kohl-Verlags zeigt beispielhaft, wie leicht das Vertrauen zwischen Eltern und Schulen gestört werden kann, wenn Lehrer ihre Schüler zu »sexueller Vielfalt« aufklären wollen. Das im Jahr 2015 erschienene Übungsheft sollen schon Kinder ab zehn Jahren bearbeiten.

In einem Interview kritisiert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, scharf die schleichende Ideologisierung der Schulen durch Gender Mainstreaming. Er glaube nicht, daß man dadurch eine größere Akzeptanz sexueller Vielfalt erreiche. »Problematisch wird es, wenn sich Ideologie breit macht.«, führt Meidinger weiter aus.

Dabei gehe die Initiative für Gender-Maßnahmen an Schulen und Kindergärten in der Regel nicht von den Eltern aus, auch nicht von Lehrkräften und Schulleitungen. Diese würden vielmehr »von außen, von verantwortlichen Politikern und entsprechend politisch positionierten Kommunen und Schulträgern in die Schulen hineingetragen.« Meidinger äußert Befremden darüber, denn besonders die Geschlechter- und Sexualerziehung sei ein sehr sensibler Bereich, »in dem Elternhaus und Schule besonders eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten sollten.« Was er unter anderem meint, zeigt beispielhaft ein Übungsheft eines rheinländischen Verlags für Schulmaterialien.

Trotz seiner unscheinbaren Aufmachung trägt das Übungsheft der Schulbuchautorin Gabriela Rosenwald mit dem Titel »Lernwerkstatt: Sexuelle Vielfalt« jede Menge Sprengstoff in sich. Die generelle Stoßrichtung seines Inhalts ist eindeutig: Die Vielfalt der Geschlechter ist wunderbar und wird den Schülern als unzweifelhafter Fakt präsentiert (»Es lebe die Vielfalt!«) mit dem Ziel, daß die Schüler sich am Ende der Übungen zur Akzeptanz aller möglichen, auch äußerst randständigen sexuellen Vorlieben wie Fetischismus und Sadismus bekennen. Dazu sollen die Schüler – empfohlen wird das Übungsheft ab der 5. Jahrgangsstufe, das heißt, für Kinder ab zehn Jahren – Fragen beantworten, mit denen sie selbst intimste Auffassungen über Sexualität preisgeben müssen.

Jedem Begriff aus der Sexualpraxis von Erwachsenen (!) wie unter anderem »bisexuell«, »Transsexualität«, »Transvestismus«, »Dragkings und Dragqueens«, »Sadomasochismus«, »Fetischismus«, »Pädophilie«, »nymphoman« und »Prostitution« wird ein erklärender Text vorangestellt, dann soll das mindestens zehnjährige Kind mit eigenen Worten schriftlich erklären, was dieselben Begriffe bedeuten inklusive die mehr als verstörende Wirklichkeit, die sie transportieren. »Was ist ein Sadist?«, »Was ist ein Masochist?« werden die Grundschulkinder gefragt. Oder sie werden aufgefordert, Begriffe wie »sexuelle Gewalt«, »sexuelle Misshandlung« und »Inzest« in ihren »eigenen Worten« schriftlich auszuführen. Auf einer Seite sind Bilder von leeren geschlechtslosen Gesichtern ohne Haar gedruckt, dazu die Aufgabe, sich »als Maskenbildner« zu versuchen und eine Frau »als Dragking« beziehungsweise einen Mann als »Dragqueen« zu gestalten. Zeichenunterricht der besonders perversen Art, könnte man sagen. Man sieht die Mädchen schon eifrig nach den bunten Stiften in ihren Einhorn-Federmäppchen greifen.

Gender-Gaga statt Lutherbibel: Mit seinem Programm gibt sich der Kirchentag der Lächerlichkeit preis

Welche Blüten die Gender-Ideologie treiben kann, wenn sie in der Institution Kirche auf frischen Boden stößt, beweist jedes Mal der alle zwei Jahre stattfindende evangelische Kirchentag. Statt Lutherbibel und Liturgie werden den Besuchern Regenbogen-Propaganda, grüne Weltrettungsphantasien und die »Bibel in gerechter Sprache« serviert. Dieses Jahr war die Christenversammlung denn auch ein wahres Festival für »sexuelle Vielfalt und Toleranz«.

Fast scheint es, als seien die wechselnden Kirchentagspräsidenten stillschweigend in einen Überbietungswettbewerb eingetreten. Wer auf seiner Veranstaltung die meisten Gender-Punkte erreicht, hat gewonnen. Der diesjährliche evangelische Kirchentag unter der so infantil wie nichtssagenden Losung „Was für ein Vertrauen“ markiert gewiß einen negativen Rekord auf der ideologischen Abwärtsspirale, die sich mit dem Fall der Mauer und der damit auch in der Kirche in Gang gesetzten Liberalisierungswelle in ihren Reihen aufgetan hat.

»Schwul, lesbisch – na und? Mit der Bibel gegen Homophobie«, »Ist dein lesbisch/ schwul mein queer? Dialog der Generationen«, »Lesben* schreiben Kirchengeschichte«, »Geflüchtete Lesben – eine Sensibilisierung«, »Es ist noch Platz unterm Regenbogen, Mitmachgottesdienst für Kleine und Große«, »Hilfe, mein Kind ist queer«, »Coming out für Mädchen* und junge Frauen*«. Wer sich dieses Veranstaltungsprogramm näher anschaut, könnte glauben, sich versehentlich zum Jahrestreffen radikaler Gender-Feministen verirrt zu haben statt zur größten deutschen Christenversammlung. Den einsamen Höhepunkt der verzweifelt-lächerlichen Anbiederung der Kirche an den Regenbogen-Zeitgeist markiert ein Workshop fürs »Vulven malen«. Dazu twitterte der Veranstalter zu allem Überfluss ein bewegtes Bild, das eine Gruppe rosa-roter, zuckender weiblicher Genitalien zeigt. Dazu der Text: »Apropos Hashtag #Hoden: Beim Kirchentag gibt’s den Workshop „Vulven malen“«.

Vor kurzem veröffentlichte der Vatikan ein Positionspapier an die Bistümer und katholischen Erziehungsanstalten, in dem er ausdrücklich vor der Gender-Ideologie warnte (Freie Welt berichete). Der Glaube an die menschliche Potenz,Körper und Geist nach Belieben formen zu können ungeachtet seiner natürlichen Bestimmung, ist für den Vatikan ein gefährlicher Irrweg. Konsequent zu Ende gegangen wird er die Familie und damit wesentliche Grundfeste von Kirche, Staat und Gesellschaft zerstören. Dieser Einwand und deutliche Kritik von qualifizierte Seite fechten hohe evangelische Repräsentanten nicht an. Das Weltbild der bunten, vielfältigen Toleranzgesellschaft, in der sich fest etablierte Zeitgeist-Surfer wie Heinrich Bedford-Strohm und Margot Käßmann zuhause fühlen, will von unbequemen Nuancierungen nichts wissen. Da stört das Wort aus der Lutherbibel nur.

Interview mit Gender Kritiker Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Kutschera: „Das Strafverfahren gegen mich ist eine Art Bücherverbrennung 2019“

Quelle: Sammlung U. Kutschera

Am 5. Juli 2017 veröffentlichte das österreichische Online-Portal kath.net ein Interview mit dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Kutschera. Unter dem Titel „Ehe für alle? Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht“ sprach sich der Naturwissenschaftler gegen ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus. Daraufhin sah sich Kutschera einer negativen Medienkampagne gegen ihn ausgesetzt. Es folgte eine Anzeige wegen „Volksverhetzung“ und „Beleidigung“. Im nachfolgenden Gespräch mit der Initiative Familien-Schutz bezieht Deutschlands profiliertester Gender-Kritiker Stellung zu den Anwürfen.

Initiative Familien-Schutz: Vor etwa zwei Jahren haben Sie in einem Interview mit dem Medienportal kath.net das Recht auf Kindes-Adoption für Homosexuelle aus biologischer Sicht in deutlichen Worten kritisiert. Deshalb wirft Ihnen die Staatsanwaltschaft Kassel unter anderem „Volksverhetzung“ vor. Kürzlich mussten Sie sich vor dem dortigen Amtsgericht verantworten. Wie ist der Stand der Dinge im Verfahren gegen Sie?

Prof. Kutschera: Wie aus zahlreichen Berichten der Einheits-Medien hervorgeht (z. B. Spiegel Online, FAZ, Bild.de, usw.), wurde mir unterstellt, ich hätte „Homosexuellen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern“ vorgeworfen. Meine befürchtete Prophezeiung war eine „staatlich geförderte Pädophilie“. Der Begriff „sexueller Kindesmissbrauch“ kommt jedoch im kritisierten kath.net-Interview nicht vor. Das Wort „Pädophilie“ habe ich nach dem US-Psychologen John Money (1921–2006) als „übersteigerte Elternliebe“ definiert, was immer das bedeuten mag. Deshalb ist der Hauptvorwurf gegen mich haltlos. Symbolisch gesprochen: Den Mord, der mir vorgeworfen wird, habe ich nicht begangen.

In später veröffentlichten Kommentaren, sowie in meiner evolutionsbiologischen Monographie Das Gender-Paradoxon habe ich allerdings die allgemeine Pädophilie angesprochen, das heißt die erotische Anziehung von Männern zu Jugendlichen bzw. Kindern unter 16 Jahren. Diese wurde von mir in Bezug zum „Schwule-Herren-Adoptionsrecht“ diskutiert. Alles unter Verweis auf entsprechende Fachliteratur. Diese Nachfolge-Beiträge waren aber nicht Gegenstand der Anklage. Aktuell ist das Strafverfahren ausgesetzt.

Familien-Schutz: Anfang 2018 ist Ihr oben angesprochenes Buch „Das Gender-Paradoxon“ in einer erweiterten 2. Auflage erschienen. Es gilt als Grundlagenwerk wissenschaftlich fundierter Kritik an Gender Mainstreaming. Passagen dieser umstrittenen Monographie wurden nun auch im Strafverfahren gegen Sie relevant. Was sagen Sie dazu?

Prof. Kutschera: Das Fachbuch war bereits beim Erscheinen der Erstauflage 2016 das meist gehasste Druckwerk der „Frau-gleich-Mann-Gläubigen“. Insbesondere deshalb, weil ich dort die sozialkonstruktivistische Gender-Irrlehre auf die Theorien und praktischen Baby-/Kleinkind-Misshandlungen von John Money zurückgeführt habe. Die beanstandeten Interview-Begriffe „Kindesmissbrauch“ und „Horror Kinderschänder-Szenario“ beziehen sich auf jene verwerflichen pseudo-medizinischen Aktionen von Money. Diese habe ich in meinem Buch, gestützt auf bisher nicht ausgewertetes Material, im Detail dargelegt. Besonders erschütternd in diesem Zusammenhang ist der „Money‘sche Fall“ David Reimer. Dieser Junge war das erste, weltweit bekannte Opfer einer tragisch missglückten operativen Kastration mit geplanter Geschlechtsumwandlung.

Da das zur Strafsache erklärte „Interview 2017“ in nahezu allen Sätzen auf Moneys Gender-Ideologie Bezug nimmt – einschließlich der von ihm eingeführten und exemplarisch vollzogenen Kleinkinder-Frühsexualisierung – interpretiere ich das Kasseler Gerichtsverfahren als eine Art „Bücherverbrennung 2019“. Das hat nicht einmal der Volkswirt und Sachbuchautor Dr. Thilo Sarrazin erreicht: Aufgrund einerquellengestützten Tatsachen-Monographie vor Gericht gestellt zu werden!

Familien-Schutz: Gender-Professuren an Universitäten, schwul-lesbischer Aufklärungsunterricht, Millionen-Subventionen für Gender-Projekte: Das ist inzwischen für die Bundesregierung im Rahmen der Gleichstellungs-Programme selbstverständlich. Wie bewerten Sie das?

Prof. Kutschera: Würde man an deutschen Universitäten Professuren für Biblische Bio-Menschenkunde, Wasser-Gedächtnislehre oder Erdstrahlen-Forschung einrichten, so wären der Kreationismus, die Homöopathie oder die Wünschelruten-Gängerei noch immer keine Wissenschaften. Nur was objektiv, unabhängig vom Glaubenden, existiert, kann nach naturwissenschaftlichen Prinzipien erforscht werden. Kinder können spätestens ab dem 2. Lebensjahr mit nahezu 99 %-iger Treffsicherheit Jungen/Mädchen (bzw. Männer/Frauen) voneinander unterscheiden. Der evolutionär herausgebildete Sexual-Dimorphismus ist im Genom und in unseren Körpermerkmalen verankert.

Zwingt man kleine Kinder dazu, das was sie sehen, als „soziales Konstrukt“ zu missdeuten, verunsichert man die Heranwachsenden auf verwerfliche Art und Weise. Diese von John Money initiierte Geschlechter-Propaganda habe ich im „Gender-Paradoxon“ ausführlich thematisiert und als geistige Vergewaltigung Schutzbefohlener gekennzeichnet. Diese Moneyistische Gehirnwäsche ist schlimmer als eine Vermittlung des antiquierten Erdscheiben-Glaubens: Kinder sehen, ob sie männliche bzw. weibliche Personen vor sich haben, können aber nicht erkennen, ob wir auf einer Scheibe oder auf einer Kugel leben. Daher müssen wir weiterhin gemeinsam die widernatürliche Gender (bzw. Erdscheiben)-Pseudoreligion verbal attackieren und inhaltlich als Fiktion entlarven. Der Mediziner Prof. Hans Sachs hat sich 2018 in diesem Sinne geäußert. Seine Ausführungen seien hier ausdrücklich als Leseempfehlung vermerkt.

Familien-Schutz: Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, sogenannte Konversionstherapien für Homosexuelle verbieten zu wollen. Wie bewerten Sie diesen Vorstoß als Biologe?

Prof. Kutschera: Als studierter Nebenfach-Musikwissenschaftler und Produzent neoklassischer Piano-Synthesizer-Werke verehre ich seit meiner Jugend den russischen Komponisten Peter Tschaikowsky (1840–1893). Tschaikowsky war ein geborener Homoerotiker. Er wollte sich diese bei ihm vorgeburtlich-embryonal festgelegte gleichgeschlechtliche Veranlagung durch Heirat mit einer seiner Verehrerinnen „aberziehen“. Dieses im „Homosex-Kapitel“ meines Gender-Buchs ausführlich dargelegte „Peter & Antonia“-Experiment ist aber kläglich gescheitert: der sensible Komponist wurde nicht zu einem Frauen-Liebhaber „konvertiert“, sondern beging einen Selbstmordversuch.

Daher hat der deutsche Gesundheitsminister Recht. Er sagt exakt das aus, was in meinem „Gender-Buch“ – in anderen Worten – nachlesbar ist: „Homosexuelle müssen vor Pathologisierung, Stigmatisierung und Leid geschützt werden.“ Auch Komponisten, Naturwissenschaftler und Künstler waren (bzw. sind) manchmal geborene Homoerotiker, die sich, wie all die anderen erotisch invers veranlagten Menschen, ihr Schicksal nicht ausgewählt haben – und damit ihre Unfähigkeit zur natürlichen sexuellen Reproduktion und daher Kinderlosigkeit. Aus diesem Grund sind nahezu alle Versionen sogenannter „Umpolungs-Therapien“ zum Scheitern verurteilt, zumindest in den meisten Fällen, denn Ausnahmen gibt es immer in der Biologie.

Familien-Schutz: Das Bundesfamilienministerium hat kürzlich die Internetseite www.regenbogenportal.de ins Leben gerufen. Dort soll zum Beispiel Vorschulkindern über Gespräche die Homo-Lebensweise vermittelt werden. Wie bewerten Sie als Evolutionsforscher und international ausgewiesener Biowissenschaftler diese Agenda?

Prof. Kutschera: Die Annahme, dass es von der Hetero- bis zur Homoveranlagung Zwischenstufen gibt wie auf einem Geschlechter-Regenbogen, ist als Irrglaube entschlüsselt. In meinem Buch lege ich das ausführlich dar. Dieser vermeintliche „Gender-Regenbogen“, auch bekannt als „Hirschfeld-Leiter“ bzw. „Kinsey-Stufenskala“, konnte definitiv widerlegt werden. Ebenso ist es unakzeptabel, Kinder mit Problemen erwachsener Menschen zu konfrontieren. Bis zum Jahr 1800 – in etwa dem Beginn der modernen Biologie – glaubten Erzieher, Kinder wären „kleine Erwachsene“. Diese naiven Vor-Darwin’schen Vorstellungen sind lange widerlegt. Die Kindheit ist ein separater Entwicklungsabschnitt.

Da Kinder vorpubertäre Menschen sind und keine Sexualzellen (das heißt Eier bzw. Spermien) bilden können, kann es auch keine „kindliche Sexualität“ geben. Die betreffenden Politiker glauben an eine veraltete Freud’sche Hypothese und verweigern offensichtlich jegliche Belehrung durch moderne, molekularbiologisch geschulte Fachleute. Ich bewerte diese „Vergenderung“ unserer Kinder nicht nur als verwerfliche Moneyistische Indoktrination, sondern auch als Armutszeugnis für den „Wissenschaftsstandort Deutschland“. Nur Aufklärung über Fachpublikationen kann hier weiterhelfen. Das Werk des Diplom-Biologen Matthias Rahrbach „Warum Frauen eben doch nicht benachteiligt sind“ sei an dieser Stelle als vertiefende Lektüre ausdrücklich empfohlen.

Familien-Schutz: Muss man als ausgewiesener Gender-Skeptiker wie Sie nicht manchmal verzweifeln angesichts der Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit? Dieses Übergewicht an „Regenbogen-Propaganda“ ist doch erschütternd!

Prof. Kutschera: Es handelt sich hier in der Tat um einen „Kampf von David gegen Goliath“. Der Journalist und Filmproduzent Holger Douglas vergleicht demgemäß in einer klugen Analyse der „Strafsache Kutschera“ meine Gerichtsverhandlung mit dem Fall „Galileo Galilei – katholische Kirche“. Wie Douglas korrekt anmerkt, geht es in meiner „Strafsache“ um die Frage, ob eine naturwissenschaftliche Aussage im Rahmen der Meinungs- bzw. Wissenschaftsfreiheit gegenüber der Gender-Ideologie geäußert werden darf.

Die Wissenschaftsfreiheit erlaubt es aber glücklicherweise noch immer, Forschungsergebnisse, die als politisch nicht korrekt bewertet werden, darzulegen. Der Verleger Dr. Wilhelm Hopf hat vor wenigen Wochen eine ausgezeichnete Monographie mit dem Titel „Die Freiheit der Wissenschaft und ihre Feinde“ herausgegeben mit einem Vorwort des Präsidenten des Deutschen Hochschulverbands, Prof. Dr. Bernhard Kempen. Dort sind zahlreiche Fälle bezüglich einer Unterwanderung/Unterdrückung der Wissenschaftsfreiheit zusammengetragen. Es ist unglaublich, was inzwischen in unserem Land vor sich geht: Gewisse „schlagende Studentenverbindungen“ wie zum Beispiel AstA maßen sich an, den Uni-Professoren vorzuschreiben, was sie lehrend dürfen! Man könnte in der Tat verzweifeln, aber die „politische Correctness“ und Regenbogen-Fiktionen werden irgendwann einmal von der wissenschaftlichen Wahrheit eingeholt und dann in der Versenkung verschwinden.

Familien-Schutz: Wie werden Sie mit dieser öffentlichen Diffamierungskampagne gegen Ihre Person fertig? Werden Sie resignieren?

Prof. Kutschera: Da ich mich seit meiner Rückkehr aus den USA 1988 kritisch mit Pseudowissenschaften wie Kreationismus, Homöopathie und der Klimawandel-Hysterie auseinandersetze und mir seit Jahren vorwerfen lassen muss, „undiplomatisch – politisch inkorrekte Argumente“ einzubringen, bin ich inzwischen entsprechend abgehärtet. Nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“, werde ich aber meine Agenda der Vernunft und Aufklärung fortführen. Seit der Kasseler Gerichtsverhandlung gehen bei mir aus Deutschland, der Schweiz, Polen, Russland usw. viele positive Kommentare ein mit dem Tenor: „Sie vertreten eine schweigende Minderheit“. Das muntert mich auf und gibt mir Zuversicht.

Familien-Schutz: Man liest immer wieder, Sie wären homofeindlich und ein Instrument der Rechtspopulisten. In der Bild-Zeitung wurden Sie kürzlich als „Professor Dr. Schwulenhass“ tituliert. Was ist Ihre politische Position?

Prof. Kutschera: Seit meiner frühen Jugend interessiere ich mich für Naturwissenschaften und klassische Musik – für Politik war da kaum Platz. Der Vorwurf, ein „homophober Professor“ zu sein, ist in Anbetracht meiner Verehrung von Peter Tschaikowsky nicht haltbar. Mit dem „rechts-links-oben-unten-Denken“ kann ich nichts anfangen. Ich bin ein parteiloser, konservativ-progressiver Selbstdenker, im Grunde somit ein unpolitischer, international tätiger Scientist. Die Frage, ob meine aus Fakten abgeleiteten selbstkritischen Schlussfolgerungen mit irgendwelchen politischen Programmen übereinstimmen, ist mir gleichgültig.

Berührungsängste mit der Deutschen Alternativpartei (AfD) habe ich allerdings nicht. Diese Vereinigung von Oppositionspolitikern vertritt in etwa jene Positionen, wie sie vor 25 Jahren von den „Christdemokraten“ propagiert wurden. War die CDU jemals eine rechtspopulistische Partei? Diese Frage mögen mir meine Kritiker, auf Sachargumente gestützt, beantworten.

Familien-Schutz: Prof. Kutschera, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Literatur und Weblink:

Kutschera, U. (2018) Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. 2. Auflage. LIT-Verlag, Berlin.

Kutschera, U. (2015) Evolutionsbiologie. Ursprung und Stammesentwicklung der Organismen. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Rahrbach, M. (2016) Warum Frauen eben doch nicht benachteiligt sind: Eine Abrechnung mit dem männerfeindlichen Radikalfeminismus. Verlag Natur und Gesellschaft, Olpe.

Hopf, W. (2019) Die Freiheit der Wissenschaft und ihre ‚Feinde‘. Vorwort Bernhard Kempen. 13 Thesen zur Wissenschaftsfreiheit: Friedhelm Hufen. LIT-Verlag, Berlin.

Internetadressen

Arbeitskreis Evolutionsbiologie: www.evolutionsbiologen.de

Twitter U. Kutschera: https://twitter.com/EvoUKut