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Familien in der Corona-Krise: Bundesregierung verabschiedet Hilfspaket

Das bundesweite Aussetzen von Schulpflicht und öffentlicher Kinderbetreuung hat Eltern den finanziellen Boden unter den Füßen weggezogen. Wie Miete oder Hausrate bezahlen, wenn ein oder gar zwei Einkommen plötzlich wegbrechen? Jetzt hat das Familienministerium Nothilfe angekündigt.

Um flächendeckend mögliche Infektionsherde des neuartigen Virus Covid-19 auszuschalten, hatten die Bundesländer im März begonnen, Horte und Kitas zu schließen und die Schulpflicht auszusetzen. Seit Mitte März sind bundesweit alle Schulen und Kitas dicht. Lediglich für die Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Branchen wie beispielsweise im Gesundheitswesen, im Lebensmittelhandel und in der Verwaltung tätig sind, wurde eine Notbetreuung eingerichtet.

Alle anderen Eltern der circa 6 Millionen Kita- und Grundschulkinder standen ab diesem Zeitpunkt im Regen. Nicht alle Eltern können mir nichts, dir nichts, den Büro-Arbeitsplatz mit dem Home Office eintauschen und zusätzlich die Kinderbetreuung übernehmen, während der Partner wie gewohnt jeden Morgen seine Arbeitsstelle aufsucht. Nach dem nach und nach ganze Branchen wie Reisebüros, Hotels, Taxis und Restaurants durch die sich immer weiter verschärfenden Infektionsschutz-Regelungen von ihren Einnahmen abgeschnitten wurden, wuchsen parallel dazu die finanziellen Probleme einer der verwundbarsten Bevölkerungsgruppe: Familien. Bedeutet die Corona-Krise in manch einer Familie nur geringsfügige Einkommenseinschnitte, bricht bei anderen Eltern das komplette Einkommen weg, wenn beispielsweise beide das Pech haben, in einer der zuvor genannten Branchen zu arbeiten. Alleinerziehende trifft all das noch härter.

Nach endlosen Tagen des Ringens hat die Bundesregierung ein Hilfspaket für Familien angekündigt. Diejenigen, die aufgrund der zwingend notwendigen Kinderbetreuung zuhause bleiben müssen, können bei ihrem Arbeitgeber Lohnersatzleistungen beantragen. Auf der Grundlage ihres letzten Netto-Gehalts erhalten Eltern 67 Prozent vom Lohn. Der Arbeitgeber wiederum kann bei den Landesbehörden einen entsprechenden Erstattungsantrag stellen. Die Maßnahme ist vorläufig auf 6 Wochen befristet und gilt nur für Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, deren Überstunden- und Gleitzeitguthaben ausgeschöpft ist.

Zusätzlich hat die Regierung die Erfüllungsbedingungen des Kinderzuschlags geringfügig gelockert. Um Kinderzuschlag zu beantragen, müssen Eltern künftig nicht mehr das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen, sondern nur des letzten Monats vor Antragstellung. Verfügen Eltern über weniger als 3300 Euro gemeinsames Brutto-Einkommen, erhalten sie einen Zuschlag von 185 Euro je Kind.

Für Menschen, die durch die Corona-Krise in die Grundsicherung fallen, werden mehr Mittel frei gemacht. Wer über kein erhebliches Vermögen verfügt, erhält neben der Grundsicherung für den alltäglichen Bedarf die Kosten für Miete und Heizung in tatsächlicher Höhe erstattet. Bislang gelten hier gedeckelte Sätze.

Familien in der Corona-Krise: Massenhaft Lohnausfall und Jobverlust drohen

Seit Mitte März sind in sämtlichen Bundesländern Kitas, Horte und Schulen geschlossen. Millionen von Eltern sehen sich durch die weitreichenden Maßnahme zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor immense Probleme gestellt. Ihnen drohen jetzt massenhaft Einkommenseinbrüche bis hin zum Jobverlust.

Insgesamt sind circa 6 Millionen Kita- und Grundschulkinder von den flächendeckenden Schließungen seit Anfang dieser Woche betroffen. Millionen von Eltern waren deshalb gezwungen über das Wochenende einen Notfallplan erarbeiten, der ihnen über einem jetzt noch nicht absehbaren Zeitraum gleichzeitig das monatliche Einkommen wie die Betreuung der Kinder sichert.

Blickt man in die Medien, könnte man den Eindruck gewinnen, daß sich die meisten Eltern in den nächsten Wochen zu einer Art familiären Sabbatical zurückziehen, mal die Seele baumeln lassen, endlich ungestörte Zeit mit den Kindern verbringen, reden, lachen, spielen und all die anderen Dinge unternehmen, für die sonst keine Zeit bleibt. Das werden Familien zwar auch tun, aber für die meisten Eltern ist die Ausnahmesituation zugleich bitterer wirtschaftlicher Ernst. Während Politiker und Journalisten so tun, als könnten Mama oder Papa mal eben für ein paar Wochen ins Home Office wechseln, während ihre Kinder nebenan brav die Schulaufgaben erledigen, sieht die Realität für viele Familien ganz anders aus. Denn nur ein geringer Teil der Eltern wird in der Lage sein, dank eines gut abgesicherten Dienstverhältnis beim öffentlichen Dienst oder als Beamte mit Anspruch auf vollen Lohnausgleich relativ sorgenfrei die nächsten Wochen zu überstehen. Was machen die vielen Mütter und Väter, die bei Aldi an der Kasse sitzen, die in der Logistik arbeiten, die Straßen und Brücken sanieren, die in einem Handwerksbetrieb angestellt sind, die in anderen Berufen stehen als in diejenigen, die die Politik zu Recht als »systemrelevant« erachtet wie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Polizisten, Feuerwehrmänner und andere, obwohl sie es seit vielen Jahren versäumen, diese Berufe ihrer Bedeutung für das öffentliche Leben wegen angemessen zu bezahlen? Zumindest war man in der Lage ist, für die Kinder dieser systemrelevanten Berufsangehörigen eine Notbetreuung zu organisieren, die jedoch nur greift, wenn beide Eltern in einem jetzt dringend gebrauchten Beruf arbeiten.

Falls nicht, stehen jetzt auch dort viele Elternpaare vor demselben Problem wie all die anderen: Wie die Miete, das Haus oder noch schlimmer, die Lebensmittel, die Kleider und Schuhe, aus denen die Kinder pro Jahr mehrmals rauswachsen und den ganzen anderen Rattenschwanz an Rechnungen bezahlen, die sich bei Familien monatlich aufhäufen? Gottlob, leben wir nicht mehr wie vor hundertzwanzig Jahren, als Mütter ihre kleinen Kinder tagsüber an den Tisch banden, weil sie auf die paar Pfennige angewiesen waren, die sie mit harter Arbeit in der Fabrik verdienten. Aber auch heute müssen Rechnungen bezahlt werden und zwar auch dann, wenn von jetzt auf gleich ein Gehalt wegbricht, weil einer von beiden sein Fließband, seine Baustelle, seine Lagerhalle, seine Supermarktkasse oder seine Hotelrezeption für viele Wochen hinweg nicht mehr aufsuchen kann, weil zwei Kleinkinder zuhause nun mal eine Rund um die Uhr-Intensivbetreuung brauchen. Mancher von diesen Müttern und Vätern, die den größten Teil ihrer Lebenszeit damit verbringen, Steuern für diesen Staat zu erarbeiten und sich in ihrer Freizeit um die Aufzucht der kommenden Steuerzahlergeneration kümmern, braucht am Ende der Krise gar nicht mehr am Arbeitsplatz erscheinen: entweder ist der Gastro- oder Hotelbetrieb dicht, weil selbst das edle Berliner Adlon ohne Gäste nur begrenzt überlebensfähig ist oder weil der Chef inzwischen eine Ersatzkraft ohne familiäre Verpflichtungen einstellen mußte, um seinen Betrieb am Laufen zu halten.

Während Arbeitsminister Hubertus Heil wohlfeile Appelle an die Arbeitgeber richtet, ihre Angestellten doch bitte weiter zu bezahlen, die unverschuldet bis auf weiteres nicht erwerbsfähig sind, aber das Milliarden-Hilfspaket der Regierung ausschließlich für das Überleben von Firmen und Unternehmen reserviert; während Heils Kollege, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, entspannte Bilder von seiner sonnenbeschienenen Terrasse twittert, auf die er sich als verantwortungsvoller Politiker mit Schnupfensymptomen geflüchtet hat, bereiten sich gerade tausende Familien, von deren Steuern regierende Politiker wie Scholz und Heil nicht nur massenweise Beatmungsgeräte ankaufen lassen, sondern auch ihre jüngst kräftig erhöhten Diäten, auf die wirtschaftliche Krise vor, die sie zuallererst und ebenso unbarmherzig in den kommenden Wochen treffen wird.

Ein Gastbeitrag der Initiative Familien-Schutz

SPD scheitert mit Kinderrechte-Plan: Union lehnt Vorschlag der Justizministerin ab

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) ist mit ihrem Plan vorerst gescheitert, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Bundesinnenminister Seehofer und beinahe sämtliche CDU-geführten Ministerien lehnten den Gesetzentwurf Lambrechts als zu weitgehend ab.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat dem Vorstoß von Justizministerin Lambrecht, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, eine vorläufige Absage erteilt. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gab er seine Ablehnung mit der knappen Begründung bekannt »Ich möchte, dass die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Ich habe als Parteivorsitzender ja dafür gesorgt, dass sie im Koalitionsvertrag stehen. Aber das ist mir ein bisschen zu detailliert und zu weitgehend.«

Unter Berufung auf Regierungskreise schrieb der RND, daß zusammen mit Seehofer sämtliche CDU-geführte Ministerien mit Ausnahme des Verteidigungsministeriums Widerspruch gegen den Vorschlag ihrer Kabinettskollegin eingelegt haben. Folgenden Gesetzestext hatte die Justizministerin vorgeschlagen, dem Artikel zum Elternrecht – Artikel 6 Absatz 2 – voranzustellen: »Jedes Kind hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Grundrechte einschließlich seines Rechts auf Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit in der sozialen Gemeinschaft. Das Wohl des Kindes ist bei allem staatlichen Handeln, das es unmittelbar in seinen Rechten betrifft, angemessen zu berücksichtigen. Jedes Kind hat bei staatlichen Entscheidungen, die seine Rechte unmittelbar betreffen, einen Anspruch auf rechtliches Gehör.«

Mit deutlichen Worten kritisierte auch CDU-Fraktionsvize Thorsten Frei den Vorschlag der SPD-Ministerin und kündigte Widerstand an. Mit einem solchen Text werde dem Staat zuviel Einfluß eingeräumt, der zulasten der Eltern gehe. »Da steckt ein ungeheurer Sprengstoff drin«, so Frei.

Wie der RND aus der Regierung erfuhr, hat das CSU-Innenministerium indessen einen sehr knappen Gegenentwurf zu Kinderrechten vorgelegt, der auf explizite Regelungen zum Kindeswohl und staatlicher Beteiligung verzichtet. Die SPD reagierte ungehalten auf den Widerstand der Unsionsparteien und drohte, im Koalitionsausschuß Projekte zu blockieren, die der CDU/CSU wichtig sind.

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Der Preis der Fremdbetreuungsideologie: Massenhafter Mißbrauch von Kindern in Würzburger Kitas

Würzburg: In dieser Woche startet der Prozeß gegen Oliver H.. Dem 38jährigen Logopäden wird vorgeworfen, in mindestens 66 Fällen Kinder mißbraucht und teilweise vergewaltigt zu haben. Seine Opfer suchte sich der Mann auch in zwei Kindergärten, in denen er arbeitete.

Seine Opfer waren ausnehmend Jungen, höchstens sechs Jahre alt, das jüngste gerade mal zwei. Die Kinder weisen teilweise schwere Behinderungen auf, nur eines der Kinder kann sprechen. Seine Opfer suchte sich Oliver H. sowohl in seiner logopädischen Praxis wie auch in den zwei Kindergärten, in denen er freiberuflich tätig war. Um bei seinen Taten unentdeckt zu bleiben, soll der homosexuelle Logopäde, der bis zu seiner Verhaftung mit seinem Ehemann in Würzburg lebte, äußerst perfide vorgegangen sein.Nach Erkenntnissen der Ermittler verging sich der Mann nur an einem einzigen Kind und das solange, bis es den Kindergarten beendet beziehungsweise die Behandlungsphase in dessen logopädischer Praxis abgeschlossen hatte. Danach wandte er sich einem anderen Jungen zu. Damit vermied der Täter, daß sich die Eltern der betroffenen Kinder untereinander kennenlernten und sich womöglich über verdächtige Beobachtungen austauschen konnten.

Seit mindestens 2012, das heißt insgesamt acht Jahre bis zur Entdeckung der Straftaten, soll der Mann Kinder teilweise schwer mißbraucht haben. Eine Mutter berichtete, sie habe ihren Sohn aufgrund ihres schlechten Bauchgefühls vorzeitig aus Oliver H.s Praxis genommen. Eine andere erzählte, daß ihr Sohn im Kindergarten von dem Logopäden behandelt wurde und in dieser Zeit eine auffällige Persönlichkeitsveränderung zum Negativen durchmachte. Sie habe daraufhin mehrmals versucht, der Behandlung beim Logopäden beizusitzen, was Oliver H. aber jedesmal mit Ausreden verhinderte. Bei der Kindergarten-Leitung stieß die Mutter des mißbrauchten Kindes auf taube Ohren. Dort wiegelte man ihre Bedenken ab. Acht Jahre lang konnte Oliver H. sein Unwesen treiben, ohne daß Erzieher und Kita-Leitung etwas bemerkten.

Auf die Schliche kam man Oliver H. durch Zufall. Der Logopäde hatte Videos seiner abscheulichen Taten im Darknet veröffentlicht. So war eine spezieller Ermitter-Kommission der Polizei auf ihn aufmerksam geworden. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stellten die Beamten rund 23.000 Dateien mit kinderpornografischem Material sicher.

Daß der mutmaßliche Täter so viele Jahre unentdeckt unter den Augen eines auf zwei Kitas verteilten Erzieher-Kollegiums agieren konnte, ist ein Skandal und wirft ein Schlaglicht auf die Struktur der Fremdbetreuung. Mit den Bau von immer mehr Kitas, die weniger die Antwort auf elterliche Bedürfnisse, sondern vielmehr Ausdruck einer politisch forcierten Fremdbetreuungsnorm sind, macht es der Staat solchen Straftätern geradezu leicht. Gerade Kindergärten, Horte und andere kindernahe Einrichtungen ziehen Pädophile an wie Motten das Licht.

Die durchschnittliche Aufnahmekapazität einer Kita beträgt heutzutage 100 bis 160 Kinder mit entsprechender – häufig genug mangelhafter – personeller Ausstattung. Teilweise entstehen, wie in Sachsen beispielsweise, Massenkitas mit mehr als 300 Kindern. Die Fluktuation im Personalbereich ist entsprechend groß: neue Erzieher kommen und gehen. Die Anonymität wächst. Die Streßbelastung für Erzieher ist seit Jahren in einem Dauerhoch. Wieviel Zeit bleibt einem Erzieher für Kontrollgänge, wenn er durchschnittlich 15 bis 20 Kinder gleichzeitig beaufsichtigen muss? Je größer eine Kita ist, desto größer ist auch das Risiko, daß exklusive, weil unbeobachtete „Schutzräume“ für pädophile Straftäter entstehen, in denen sie ihren krankhaften Neigungen ungestört nachgehen können. Wohlbemerkt: Mißbrauch und Gewalt ist der eigentliche Preis für die Massenunterbringung von Kindern nach chinesischem Vorbild. Aber den zahlen ja nicht die Politiker, die so etwas zu verantworten haben.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder bekämpfen: Jetzt Petition bestellen und verteilen


Mißbrauch und sexuelle Gewalt gegen Kinder bekämpfen: Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition mit 4 Forderungen für ein neues Kinderschutzgesetz

  • 1. Forderung: Schwere Sexualstraftaten gegen Kinder verjähren nicht.
  • 2. Forderung: Wer Kindern in Kinderbetreuungseinrichtungen Darstellungen, Schriften oder Gegenstände mit sexuellem Inhalt zugänglich macht, wird bestraft.
  • 3. Forderung: Sexualstraften gegen Kinder werden mit den Daten des Täters in einem Zentralregister gesammelt. Auskunftsberechtigt sind Jugenämter sowie Einrichtungen im kinder- und jugendnahen Bereich.
  • 4. Forderung: An Grundschulen darf kein Sexualkundeunterricht stattfinden, der inhaltlich über die biologischen Grundtatsachen der menschlichen Fortpflanzung (Zeugung, Schwangerschaft und Geburt) hinausgeht.


Sexuelle Gewalt gegen Kinder beenden

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Interview mit Matthias Rahrbach, Biologe und Buchautor: „Der Zusammenbruch von Ehe und Familie kommt langsam, aber sicher“

Frauenquote in Firmenvorständen, Mütter unter Erwerbsdruck, Fremdbetreuung und Ganztagsschule, weibliche Soldaten im Kampfeinsatz: Für eine radikal-feministische Politik, die nicht die natürlichen Geschlechterunterschiede würdigt, sondern auf mathematisch meßbare Ergebnisgleichheit setzt, zahlen Männer wie Frauen am Ende einen hohen Preis. Wir können eben nicht auf Dauer unsere biologische Grundausstattung betrügen, kritisiert der Buchautor und Biologe Matthias Rahrbach und wartet mit ein paar überraschenden Fakten aus der Menschheitsgeschichte auf.

FS: Herr Rahrbach, eine Ihrer zentralen Thesen als Biologe und Unterstützer von Männerrechten ist titelgebend für Ihr Buch „Warum Frauen eben doch nicht benachteiligt sind. Eine Abrechnung mit dem männerfeindlichen Radikalfeminismus“ (2015). Darin weisen Sie nach, wie groß die lenkende Wirkung der sexuellen Macht des weiblichen Geschlechts in der Evolution ist. Liegt Männern der sprichwörtliche Krieg um die Frau – wie er im griechischen Mythos der schönen Helena aufscheint – schlichtweg in den Genen?

Matthias Rahrbach: Dieser Kampf liegt Männern nicht nur in den Genen, sondern sie sind im Prinzip im Körperbau von oben bis unten regelrecht „gezeichnet“ von diesem Konkurrenzkampf, und auch ihr Verhalten ist davon geprägt. Denn warum sind Männer im Durchschnitt größer und stärker als Frauen? Das liegt u.a. daran, dass unter reinen Naturbedingungen die einen Männerkoalitionen die anderen überfallen und ihnen die Frauen wegnehmen. Solche Fälle von Frauenraub sind gut belegt. So haben DNA-Analysen beispielsweise gezeigt, dass die heutige Bevölkerung Islands zu einem Großteil von männlichen Wikingern und weiblichen Kelten abstammt. Wie ein Schriftstück aus dem Mittelalter zeigt, raubten Wikinger auf den britischen Inseln Frauen und verschleppten sie nach Island.

Also waren es am Ende doch die männlichen Wikinger-Krieger, die für die heutige Zusammensetzung der isländischen Bevölkerung verantwortlich sind?

Rahrbach: Nicht ganz. Auch innerhalb einer Männergruppe gab es eine Konkurrenz des männlichen Geschlechts um das weibliche, nicht nur z.B. unter besagten Wikingern, sondern auch unter den Nachfahren dieser Krieger und „ihrer“ Keltinnen. Unabhängig von diesem Beispiel hatten in prähistorischen Zeiten nur die ranghohen Männer Frauen, und Körperkraft, Kampfgeschick, Risikobereitschaft usw. wurden deshalb bei Männern durch einen weitaus schärferen Selektionsdruck gefördert als bei Frauen. Es ist kein Wunder, dass Mannschaftssportarten, bei denen Kraft, Schnelligkeit, Kampfgeist und Koalitionsbildung unter Männchen eine große Rolle spielen, durchweg Männerdomänen sind.

Man beachte allerdings, dass die Konkurrenz der Männchen um die Weibchen im Tierreich und beim Menschen nicht nur dadurch zustande kommt, dass Männchen gegeneinander auf vielfältige Weise um Weibchen kämpfen, sondern auch dadurch, dass Weibchen wählerisch sind. Bei Tier und Mensch sind Weibchen bereits durch ihre Gene darauf programmiert, jeweils das Männchen haben zu wollen, das sie für das beste halten. Unterbewusst möchten sie nämlich, dass möglichst gute Gene an ihren Nachwuchs weitergegeben werden, damit dieser höhere Überlebens- und vor allem Fortpflanzungschancen hat, wovon dann auch die Darwinfitness ihrer Mutter profitiert.

FS: Das klingt ziemlich kompliziert. Alles scheint miteinander verwoben zu sein in der Evolution. Wie kommt die Biologie am Ende zu der Annahme, daß insbesondere die Frauen den Gang der Entwicklung geprägt haben und nicht die Männer, obwohl sie doch bei weitem das aktivere Geschlecht sind?

Rahrbach: Im Detail ist das alles tatsächlich sehr kompliziert, und den Gang der Entwicklung haben natürlich beide Geschlechter geprägt. Jedenfalls ist die Konkurrenz der Männer um die Frauen, um mit dem US-amerikanischen Psychologieprofessor Roy F. Baumeister zu sprechen, wohl die meistunterschätzte Tatsache über die Geschlechter. Eine DNA-Analyse, die ich näher in meinem Buch erkläre, zeigt, dass die heutige Menschheit in etwa zu zwei Dritteln von Frauen und nur zu einem Drittel von Männern abstammt. Es haben sich also in der Menschheitsgeschichte rund doppelt so viele Frauen wie Männer überhaupt fortgepflanzt. Diese Konkurrenz spricht nicht nur gegen die pauschale Annahme, Frauen seien benachteiligt, sondern sie ist eine der großen Ursachen für Geschlechtsunterschiede in Körperbau und Verhalten sowie für Geschlechterkonflikte.

FS: Demographische Erhebungen stützen die These von einer „Krise der Männlichkeit“: Im Vergleich zu Frauen ist die Suizidquote von Männern dreimal höher. Pädagogen und Psychologen kritisieren die systematische Benachteiligung von Jungen in einem durchfeminisierten Bildungssystem. Sowohl im westlichen Teil der Welt wie auch in ostasiatischen Gesellschaften ist eine stark rückläufige Heiratstendenz von Männern zu beobachten – bekannt als „Sex Recession“. Wie bewerten Sie diese beunruhigende Entwicklung?

Die stark rückläufige Heiratstendenz, auch die Rückläufigkeit von stabilen, langfristigen Partnerschaften und der Geburtenrückgang haben eine ganze Reihe von Gründen. Ein wichtiger Grund ist, dass junge Männer immer häufiger die Verlierer im Bildungssystem und im Beruf sind. Die Ursachen dafür sind aus meiner Sicht nicht nur im Feminismus zu finden, er spielt hierbei aber schon eine entscheidende Rolle. Viele Feministinnen wollten es den Jungen schwerer machen, damit es die Mädchen leichter haben. Die Mädchen haben es aber nicht leichter: Es ist für sie schwerer geworden, einen Mann zu finden, der sich langfristig an sie binden will, der heiratswillig ist und eine Familie gründen will und dies auch beruflich und finanziell kann.

FS: Heißt das, die Konkurrenz um das andere Geschlecht ist zum Kampf der Frauen um den Mann, um „Mr. Right“ geworden?

Rahrbach: Teils ja. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dies widerspreche meiner zentralen These von der Konkurrenz der Männer um die Frauen. Das tut es aber nicht: Denn diese Konkurrenz wird ja im Volk gerade dadurch stärker, dass die lebenslange Einehe aus vielerlei Gründen immer seltener wird. Bei den Männern führt das zu einer Polarisierung in Gewinner und Verlierer. Die einen kommen dadurch immer schwerer oder gar nicht an eine Sex- und Beziehungspartnerin, die anderen, nämlich die attraktiven, umso leichter. Frauen dagegen kommen an Sex sehr leicht, besonders an richtig attraktive Sexpartner leichter als früher. Doch an langfristige Beziehungspartner mit Heiratsabsicht und Kinderwunsch kommen sie in vielen Fällen schwerer, vor allem an solche Beziehungspartner, die selbst eine erhebliche Attraktivität haben und immer wieder leicht neue Partnerinnen für sich gewinnen. Die Frauen glauben dann oft, sie selbst konkurrierten mehr um Männer als umgekehrt. Doch tatsächlich führt die Konkurrenz der Männer um die Frauen gerade dazu, dass Frauen immer schwerer einen dauerhaften Partner für sich gewinnen können. Im Endergebnis ist der langsame, aber sichere Zusammenbruch von Ehe, Familie und Geburtenraten keine männliche und keine weibliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Krise. Ich fürchte, das wird teuer.

FS: Die US-amerikanische Psychologin Helen Smith, die sich als Therapeutin mit den Sorgen tausender Männer auseinandergesetzt hat, glaubt nicht, daß Männer sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung ziehen, weil sie angesichts des gesellschaftspolitischen Drucks der feministischen Bewegung in ihrer Geschlechtsrolle verunsichert werden. Vielmehr sei dieser Rückzug mit rationalen Argumenten zu erklären: Wieso sollte Mann noch heiraten und hart arbeiten, wenn er nach der Scheidung alles verliert und fortan am Rande der Armut existieren muss? Wieso sollte er das Risiko eingehen, potentielle Heiratskandidatinnen kennenzulernen, wenn er – im günstigen Fall – abserviert oder aber – im weniger günstigen Fall – wegen sexueller Belästigung angezeigt wird?

Rahrbach: Alleine das Risiko, Frau und Kinder durch eine Scheidung zu verlieren, dabei die eigenen Kinder oft nicht mehr sehen zu dürfen, aber evtl. für alles zahlen zu müssen, ist ein wichtiger Grund dafür, dass sich viele Männer darauf nicht mehr einlassen wollen. Man kennt immer mehr Fälle von Männern, die trotz mehrerer gemeinsamer Kinder von ihrer Frau verlassen wurden. Dazu machen viele junge Männer auf einem Partnermarkt, der vom Hire-and-Fire-Prinzip regiert wird, schlechte Erfahrungen mit Frauen und die umgekehrt mit Männern. Die Beziehungsfähigkeit ist bei beiden Geschlechtern nicht mehr besonders hoch, und beide Seiten machen negative Erfahrungen mit dem jeweils anderen Geschlecht und trauen ihm dann nicht mehr besonders. Der Mann, der keine abkriegt, egal, was er dafür versucht, wird genauso immer häufiger wie der, der schlechte Erfahrungen mit Partnerinnen macht. Beide sparen sich die Mühe dann irgendwann, um Risiken zu vermeiden und weil sie es dann sogar besser haben, wenn sie es gar nicht mehr versuchen. Die Frau dagegen hat immer häufiger das Problem, dass sie dann keinen geeigneten Ehemann und Vater ihrer geplanten Kinder findet. Zum einen muss er ja beruflich und finanziell dafür geeignet sein, zum anderen wollen Frauen von Natur aus meistens einen statushohen Mann haben, nicht einen, der weniger gebildet ist als sie selbst.

FS: In den letzten Jahren hat sich eine neue, bislang weniger lautstarke Minderheitenbewegung auf den Weg gemacht, ihre „Rechte“ politisch einzuklagen: die Gemeinde der Transsexuellen und Transgeschlechtlichen. Ihre Anhänger sprechen vom Geschlecht als etwas Fluides, nicht genau Abgegrenztes. Jeder sei Mann und Frau gleichzeitig. Könnte die Lösung der Geschlechterkrise tatsächlich so einfach sein? Man löst das Geschlecht in eine neue Art fließendes Neutrum auf, wie es die Trans-Bewegung und Gender-Soziologen insinuieren?

Rahrbach: Das ist sicherlich keine Lösung, da man sich damit selbst etwas vormacht. Ein transsexueller Mann ist biologisch gesehen ein Mann und eine transsexuelle Frau eine Frau. Daran lässt sich nicht wirklich etwas ändern. Greift man chirurgisch und hormonell ein, ist dies keineswegs eine wirkliche Geschlechtsumwandlung. Am Chromosomensatz kann man damit nichts ändern, der bleibt in jeder einzelnen Zelle gleich. Mit Hormongaben kann man zwar einen Einfluss auf die Genexpression ausüben, also dahingehend, dass mehr „weibliche“ Gene im Mann bzw. „männliche“ in der Frau aktiv werden, allerdings glaube ich nicht, dass die Genexpression dann so wird wie in einem von Geburt an biologischen Mann bzw. einer Frau.

FS: Sie meinen, diese Menschen können ihren eigenen Körper betrügen, aber nicht ihre Gene?

Rahrbach: Selbst wenn: Menschen haben eine Embryonalentwicklung hinter sich. Während dieser Entwicklungsphase wird durch die geschlechtsspezifische Genexpression eine Menge irreversibler Fakten geschaffen, sowohl körperlich als auch im Verhalten. Okay: Wenn ein Transsexueller mit OP und dauerhaften Hormongaben glücklicher ist, kann er das ja haben. Die Frage ist nur, wie viele von ihnen solche Eingriffe bereuen, mit denen ja auch wieder Fakten geschaffen werden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Die Frage ist auch, ob man Minderjährige umoperieren sollte, ihre Pubertät mit Hormonen unterdrücken oder sonstwie beeinflussen sollte, obwohl sie vorher nicht wissen können, ob sie damit glücklicher werden. Ein Transsexueller kann vielleicht auch ohne chirurgische und hormonelle Behandlung glücklich werden und seine Neigungen ausleben. Es gibt jedenfalls keinen Grund, den Begriff „Geschlecht“ für Transsexuelle, aber auch Homo- und Intersexuelle aufzuweichen oder umzudefinieren. Homo- und Transsexuelle sind richtige Männer und Frauen, die eben die sexuelle Orientierung des jeweils anderen Geschlechts haben bzw. glauben, im Körper des „falschen“ Geschlechts zu stecken. Transsexuelle können meines Erachtens aber nicht wissen, wie es sich wirklich anfühlt, zum anderen Geschlecht zu gehören.

FS: Was ist mit Intersexuellen, also jenen Menschen, die aufgrund einer abweichenden Entwicklung der Geschlechtschromosomen, bereits mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen? Liegt hier tatsächlich ein biologisch „drittes Geschlecht“ vor?

Rahrbach: Intersexuelle können zwar nicht einem der beiden Geschlechter zugeordnet werden. Sie sind aber kein eigenständiges Geschlecht. Sie weisen körperlich hinsichtlich der Ausprägung des Geschlechts eben Abweichungen vom üblichen „Bauplan“ auf. Begriffe wie „Abweichungen vom üblichen Bauplan“ sind nicht wertend, sondern rein deskriptiv gemeint. Wenn man z.B. sagt: „Ein Mensch, der blind auf die Welt kommt, weist in der Hinsicht eine ‚Auffälligkeit‘ auf“, hat man ja auch nichts gegen ihn gesagt. Ein vollwertiger Mensch ist er genau wie jeder andere. Mit den Rechten der Homo-, Trans- und Intersexuellen haben diese biologischen Argumente und Definitionen übrigens auch nichts zu tun. Das Ändern etablierter biologischer Definitionen bringt niemandem einen Nutzen. Letztlich kommt es in der Gesellschaft darauf an, respektvoll miteinander umzugehen.

FS: Herr Rahrbach, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Zuviele Kinder, zu wenig Erzieher: Alarmstufe Rot in deutschen Kitas

In nahezu jeder Kommune sollen in den nächsten Jahren mehr Kita-Plätze entstehen. Parallel dazu ist der Mangel an geschultem Betreuungspersonal alarmierend hoch. Doch ausgerechnet jetzt stellt das Familienministerium die angekündigte Subvention für die Erzieherausbildung ein.

Knapp 94 Prozent der Kinder ab 3 Jahren besucht eine Kita. Tendenz steigend, freut sich das Familienministerium. »In der Kita und in der Kindertagespflege werden die Weichen gestellt für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Damit es jedes Kind packt, müssen wir weiter in die frühkindliche Bildung investieren«, ist Familienministerin Franziska Giffey auf der Seite ihrer Behörde zu lesen.

Vielen Kita-Leitern dürfte Giffeys markige Ankündigung wie Hohn in den Ohren klingen. Denn der Alltag in einer durchschnittlichen deutschen Kindertagesstätte sieht alles andere als rosig aus. Für den Vorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, herrscht vielmehr Alarmstufe Rot angesichts der Situation in der öffentlichen Betreuung. In seiner Begründung stützt er sich auf eine Umfrage seines Verbands unter mehr als 2600 Kita-Leitern, die zwischen November 2017 bis Ende 2018 durchgeführt wurde. Neun von zehn geben an, daß sie in den vergangenen 12 Monaten mit »bedenklich wenig Personal« auskommen mußten. Die steigende Arbeitsbelastung mache viele krank und unglücklich. Doch nicht nur das Kita-Personal muß die Folgen der politischen Investitionsversäumnisse tragen, es sind in erster Linie deren kleine Schützlinge, die Kinder.

Qualität hängt in erster Linie mit dem Betreuungsschlüssel zusammen. Und der ist in den meisten Kitas unterirdisch. Der empfohlene Schlüssel von zwölf Kindern zu einem Erzieher sei zu 80 Prozent nicht gegeben, erzählt ein Erzieher aus seinem Berufsalltag. »Wir betreuen deutlich mehr Kinder. In einzelnen Situationen kann sich das auch mal auf 25 Kinder im Kita-Bereich belaufen«. Ein Erzieher, der allein 25 Kinder beaufsichtigen muss und zwar in regelmäßigen Abständen: was das für die Sicherheit und die Gesundheit von kleinen Kinder zwischen 3 und 5 Jahren bedeutet, vermag sich jeder selbst ausrechnen. In einer ähnlich gearteten Situation in einer kinderreichen Familie würde es nicht lange dauern, bis das Jugendamt vor der Tür steht.

Bis 2030 werden in Deutschland 200.000 Erzieher fehlen, hat das Institut Prognos errechnet. Ausgerechnet in dieser prekären Lage stellt das Bundesfamilienministerium sein Programm zur sogenannten Fachkräfte-Offensive ein. Giffey hatte darin die Förderung der Erzieherausbildung angekündigt. 300 Millionen Euro wollte der Bund bereitstellen für insgesamt zwei Ausbildungsjahrgänge zwischen 2019 und 2021. Jetzt soll es nur noch ein Ausbildungsdurchgang mit circa 2500 Plätzen sein. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, bedenkt man den hunderttausendfachen Mangel, der in den nächsten Jahren auf die Kitas zu rollt.

Kindesmißbrauch unter amtlicher Deckung: Berliner Jugendämter lieferten Kinder pädophilen Pflegevätern aus

In Berlin ist der wohl größte Mißbrauchsskandal der Nachkriegsgeschichte ans Licht gekommen. Jahrzehntelang wurden sehr junge Knaben bei vorbestraften pädophilen Männern in Pflege gegeben – mit Wissen und mit Unterstützung von Mitarbeitern des Senats.

»Letztlich wurde ich in dieser Stadt entführt und einem Kinderschänder ausgeliefert«, sagt Marco B. im Interview mit Welt Online. Im Alter von sechs Jahren gab das Berliner Jugendamt Marco B. zusammen mit einem anderen Jungen in Pflege bei Fritz H., einem vorbestraften Pädophilen. Sieben Jahre konnte sich der Mann an seinen Schutzbefohlenen vergehen, ohne daß er ernstlich befürchten musste, dafür belangt zu werden. Denn die verantwortlichen Mitarbeiter des Jugendamts wußten nicht nur vom Martyrium, dem die Kinder ausgeliefert waren, sie deckten und begrüßten es auch.

Spiritus Rex für diese ungeheuerlichen Vorgänge in der Berliner Jugendhilfe in den 80er und 90er Jahren ist der Sexualpädagoge Helmut Kentler. Er wohnte in dieser Zeit selbst in der Stadt und hatte sich mit seiner sogenannten »emanzipatorischen Jugendarbeit« bundesweit einen Namen gemacht. Im Rahmen dieser »fortschrittlichen« Jugendpädagogik befürwortete Kentler die Unterbringung junger Trebegänger bei Männern mit pädosexuellen Neigungen. Er hielt diese Form der »Zuwendung« für besonders förderlich für die Entwicklung von Jungen. In seinen Augen profitierten diese vom Sex mit den erwachsenen Männern. Nicht nur das: Kentler brachte im damaligen West-Berlin auch die Einrichtung von Pflegestellen bei homosexuellen Paaren auf den Weg – also lange vor der verfassungswidrigen Ehe für alle und dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

Denn bei den Berliner Jugendämtern stieß der bekennende homosexuelle Kentler mit seinen Empfehlungen auf Gehör. Auf Anraten des Sexualpädagogen richteten die Berliner Jugendämter, wahrscheinlich mit Billigung der West-Berliner Verwaltung und mit Kenntnis einzelner Mitarbeiter der Senatsbehörde, Pflegestellen für sehr junge, männliche Trebegänger bei pädophilen Männern ein. Nicht nur das: Laut einem aktuellen Forschungszwischenbericht der Hildesheimer Universität, die der Berliner Senat mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vorgänge beauftragt hat, existierten in den Jugendämtern verschiedener Bezirke »Ermöglichungsstrukturen«, die trotz gegensätzlicher Richtlinien in der Kinder-und Jugendhilfe, rechtswidrig die Einrichtung jener Pädo-Pflegestellen zuließen.

Diese Richtlinien sahen die sorgfältige Prüfung der Pflegeeltern vor: Weder durften diese vorbestraft, noch sollte das Pflegegeld deren einzige Einkommensquelle sein. Potentielle Pflegepersonen durften an keiner ansteckenden oder »ekelerregenden« Krankheit leiden und mußten das sogar per Gutachten nachweisen. Weiter sahen die Standards in der Kinder- und Jugendhilfe regelmäßige Besuche von Mitarbeitern des Jugendamts bei den Pflegestellen vor, mindestens jedes halbe Jahr. Der Zwischenbericht stellt fest, daß mehrere dieser Richtlinien von den für den Pädo-Skandal verantwortlichen Behördenmitarbeitern ignoriert wurden. Nach der Erinnerung eines der vom Hildesheimer Forscherteam interviewten Opfer, habe dessen Pflegevater ausschließlich vom Pflegegeld gelebt. In der ganzen Zeit seiner Unterbringung konnte sich das Opfer nicht an Besuche von Jugendamtsmitarbeitern erinnern. Als Kind sei er von seinem Pflegevater von seiner Umwelt abgeschottet und isoliert aufgewachsen. Außer dem Pflegevater hätte es keinen Ansprechpartner für das Kind gegeben. Es gab niemanden, dem es sich in seinem Martyrium hätte anvertrauen können.

Regelverstöße und Abweichungen von Standards in der Jugendhilfe dauern, so die Autoren des Zwischenberichts, bis heute in den Berliner Jugendämtern an. Deren Praxis sei, so die Schlußfolgerung des Hildesheimer Zwischenberichts, intransparent. Die jeweilige Vorgehensweise hänge sehr stark vom »Agieren oder Nicht-Agieren einzelner Personen« ab, ist von außen also schwer durchschaubar und nachvollziehen. Jedes Bezirks-Jugendamt kocht demzufolge sein eigenes Süppchen, in das nur Ausgewählte Einblick haben. Niemand weiß genau, ob und wieviel von dem Geist Kentlers in den Dienstzimmern der Behörde noch immer vorhanden ist.

Erst jetzt, Jahrzehnte nach dem Mißbrauch, haben die Opfer – wieviele es genau sind, steht nicht fest – den Mut gefunden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch die Täter sind bereits tot, deren Verbrechen nach deutschem Strafrecht verjährt. Marco B. und die anderen Mißbrauchsopfer versuchen aktuell im Rahmen einer Zivilklage, das Land Berlin auf Entschädigung zu verpflichten. Voraussetzung für die Verhandlung der Klage ist, daß das Land Berlin auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Nur dann ist der Weg offen für eine finanzielle Entschädigung der Opfer. Das Land Berlin soll laut Welt-Bericht seine Mithilfe angekündigt haben.