Verstümmelte Kinder, verzweifelte Eltern: Die dunkle Seite der Transgender-Mode

Die Grünen wollen erreichen, daß Kinder ab 14 Jahren ihr eingetragenes Geschlecht frei wählen dürfen. Die selbstbestimmte Wahl des persönlichen Geschlechts soll eine neue Form der Freiheit eröffnen. Tatsächlich ist der radikale Individualismus ein Weg in den Abgrund, der Leid und Zerstörung in die Familien bringen wird.

Anfang November wird im Bundestag über ein Gesetz der Grünen verhandelt, das – sollte es tatsächlich angenommen werden – mittelfristig ein schauriges Szenario für die Familien in Deutschland bereithält. Stellen Sie sich vor, Ihre 16jährige Tochter geht morgens zur Schule und kommt abends als Junge zurück. Sie möchte nicht mehr Julia, sondern Felix genannt werden, in ihrem neuen Personalausweis ist ihr Geschlecht bereits als männlich vermerkt. Als Eltern reagieren Sie verhalten auf den Wunsch Ihres Kindes. Sie sind besorgt um seine Gesundheit, seine Zukunft.

Julia schaut sich Transgender-Stars auf youtube an, kleidet sich wie sie, spricht wie sie und rutscht immer weiter in die Szene ab. Sie geht zu einem queeren Verein und läßt sich dort beraten. Damit ihr die Krankenkasse die Geschlechtsumwandlung finanziert, konsultiert sie Ärzte und Psychologen. Durch den Verein weiß sie genau, was sie den Medizinern erzählen muss, damit sie die notwendigen Gutachten für die Krankenkasse bekommt. Als Eltern können sie nur noch hilflos zusehen, wie Ihr Kind immer tiefer in den Abgrund gezogen wird. Sie können es ihm nicht verbieten, denn durch die Kinderrechte, die Julia die körperliche Selbstbestimmung garantieren, riskieren Sie, das Sorgerecht an den Staat zu verlieren, wenn Sie intervenieren. Die Atmosphäre zuhause spannt sich immer mehr an. Julia zieht zu ihren neuen Freunden in eine WG. Nach ein paar Monaten bekommen Sie ein Foto von Julia zugespielt: Sie liegt in einem Krankenhausbett, ihre Brüste sind amputiert, im Gesicht ein Bartschatten, auf dem Nachttisch stapeln sich Medikamente. Julia/ Felix sieht weder wie eine Frau noch wie ein Mann aus, sondern wie irgendetwas dazwischen. Ihnen bleibt nichts anderes, als sich erschüttert in das Unabänderliche zu wenden.

Hinter dem »Selbstbestimmungsgesetz« genanntem Gender-Umbauplan der Grünen, verbirgt sich ein radikaler Kulturbruch, dessen toxische Wirkung sich nicht sofort, aber schleichend aus den Familien hinaus in die Gesellschaft verlagert. So wie Julias Eltern könnte es bald vielen Eltern gehen, denn aus der anfänglichen Transgender-Mode, wie sie hauptsächlich von den sozialen Netzwerken und den Massenmedien transportiert wird und wie sie der Münchener Kinderpsychiater Alexander Korte bereits für seine Praxis erkennt, kann sich in Windeseile ein Flächenbrand entwickeln.

Studien zeigen, daß nahezu alle Fälle der Kinder, die Pubertätsblocker einnehmen, um die natürliche, gesunde Geschlechtsentwicklung aufzuhalten, irgendwann auch den ganzen Weg nehmen – bis zur operativen Kastration. Für ein vermeintliches Glück, für vermeintlich mehr Zufriedenheit mit sich und ihrem Leben lassen sie sich ihren Körper und mithin ihre Zukunft verstümmeln. Eine operative Geschlechtsumwandlung ist unwiderruflich. Doch die Entscheidung für das Unwiderrufliche treffen die Kinder und Jugendlichen in einem höchst sensiblen Alter, in dem noch alles im Fluß ist, in dem sich ihr Gehirn nachweislich umbaut und die Persönlichkeitsentwicklung unabgeschlossen ist. Genau hier liegt die skrupellose Unbedingtheit, mit der Anhänger und Aktivisten der Transgender-Ideologie ihre minderjährigen Opfer zu einem Schritt verführen, den sie selbst bereits gegangen sind. Der Schmerz erträgt sich leichter, wenn man viele Gesinnungsgenossen an seiner Seite hat. Aber der Schmerz bleibt. Das sagt die enorm hohe Suizidquote unter Transsexuellen, die noch einmal steigt, wenn sie den finalen Schritt – die Geschlechtsumwandlung – vollzogen haben. Für ihren Traum vom anderen Geschlechtsleben bezahlen sie mit Einsamkeit, weil die Partnersuche enorm schwierig ist, sie bezahlen mit ihrer Gesundheit, weil sie ihre widerstrebende Physis mit Hormonen und Medikamenten lebenslang überlisten müssen.

Daneben stehen die Eltern, die verdammt sind, der Selbstverstümmelung ihres Kindes hilflos zuzuschauen. So wie die Amerikanerin Elaine Davidson, die erst durch ein Foto aus den sozialen Medien von der Geschlechtsumwandlung ihrer Tochter erfuhr. Das Bild zeigt ihr Kind mit blutigen Bandagen über einem schrecklich zugerichteten Brustkorb, dem man kurz zuvor beide Brüste abgenommen hatte. Wenige Gespräch mit einem Sozialarbeiter hatten genügt, so Davidson, damit sich ihre leicht autistische Tochter unter das Skalpell legte. Seitdem engagiert sie sich in einem Verein, der sich dem Lebensschutz verschrieben hat.

Das, was die Grünen in ihrem sogenannten „Selbstbestimmungsgesetz“ zusammengemischt haben, ist nichts anderes als ein Kulturbruch, dessen toxische Wirkung für die Gesellschaft sich zuerst in den Familien und später für die gesamte Gesellschaft zeigen wird. Wer das biologische Geschlecht radikal in die Verfügung des Menschen stellen und zum bloßen Verwaltungsakt herabsinken läßt, legt die Axt an die gesunde Identitätsentwicklung der Kinder, an die erzieherische Autonomie der Familien und an die Regenerationsfähigkeit dieser Gesellschaft.

Machbarkeitsglaube und Gender-Wahn: Einmal im Jahr soll jeder ein anderes Geschlecht annehmen können

Nach dem Transsexuellengesetz und dem Gesetz zur „Dritten Option“ wollen die Grünen in Phase Zwei des Gender-Staats eintreten: Demnach soll sich jeder Bürger sein Geschlecht selbst aussuchen dürfen und zwar einmal pro Jahr.

Seit 1981 gestattet der Gesetzgeber Transsexuellen, also Menschen, deren Geschlechtsempfinden nicht mit ihren biologischen Geschlecht übereinstimmt, einen anderen Vornamen anzunehmen. Praktisch bedeutet es, Daniel darf sich den Namen Daniela im Personalausweis eintragen lassen, wenn er sich wie eine Frau fühlt. Damit dieses Recht keine Wildwüchse treibt, wurde zur Beurteilung ein objektives Kriterium eingeführt: jeder Transsexuelle muss zuvor ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen, das die von der Norm abweichende Geschlechtsempfindung zweifelsfrei nachweist.

Genau diese Hürde wollen Bündnis 90/ Die Grünen mit einem neuen Gesetz kippen. Die aktuelle Rechtslage, so die Partei, strotze vor Schikanen gegenüber Menschen, die »selber und frei von Diskriminierung über ihr Geschlecht bestimmen möchten«. Das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz soll es nach Ansicht der Grünen richten. Schließlich gehört auch die Verfügung über dessen Biologie zur Freiheit des Menschen, in der er sich frei von »irgendwelchen Ordnungsvorstellungen über Geschlechter« bewegen können soll.

Daraus leiten die grünen Vorkämpfer der totalen Transgender-Kultur folgende Forderungen ab: Durch den einfachen Gang zum Standesamt darf jeder Bürger sein eingetragenes Geschlecht in sein Wunschgeschlecht ändern lassen. Alle zwölf Monate ist so ein Geschlechtswechsel möglich. Ohne Zustimmung der Eltern ist die Umtragung des Geschlechts für Kinder ab 14 Jahren möglich. Davor entscheidet bei Widerspruch der Eltern ein Familiengericht. Wer absichtlich oder unabsichtlich eine Person mit dem falschen Personalpronomen anspricht, kann mit einer Geldstrafe bis zu 2500 Euro belangt werden.

Die öffentliche Anhörung des grünen Gesetzesvorschlags soll Anfang November im Deutschen Bundestag stattfinden.

Gabriele Kuby im FS-Interview: „Familie ist die Urzelle des Widerstands gegen staatliche Übermacht“

Gabriele Kuby ist Soziologin, Buchautorin und internationale Vortragsrednerin. Ihr Buch „Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“ wurde in vierzehn Sprachen übersetzt. Mit ihrem aktuellen Buch „Die verlassene Generation“ zeigt die Autorin eindringlich, wie destruktiv sich die gesellschaftspolitische Ignoranz gegenüber den natürlichen Bedürfnissen der nachwachsenden Generation auswirkt. Papst em. Benedikt XVI. nennt Gabriele Kuby „Eine tapfere Kämpferin gegen die Ideologien, die letztlich auf eine Zerstörung des Menschen hinauslaufen“. Gabriele Kuby ist Mutter von drei Kindern.

Initiative Familien-Schutz (FS): Frau Kuby, Sie haben Ihr aktuelles Buch „Die verlassene Generation“ genannt. Wen meinen Sie damit?

Gabriele Kuby: Die Generation der Kinder und Jugendlichen. Diese junge Generation wird bald erwachsen sein. Schon jetzt werden sie von Menschen erzogen, von denen viele zu den Opfern der sexuellen Revolution gehören und dadurch tiefe seelische Wunden haben. Nun soll die nachwachsende Generation nicht nur die Renten des demographischen Wasserkopfes bezahlen, sie soll auch die Demokratie tragen. Um es mit dem Wort des Verfassungsrichters Böckenförde zu sagen: Die Demokratie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann. Wenn wir die junge Generation krank machen, dann zerstören wir diese Voraussetzungen. Ich beschreibe in zwölf Kapiteln, was wir tun, das Kinder krank macht.

FS: Was genau tun wir unseren Kindern an?

Gabriele Kuby: Es beginnt damit, dass die durchschnittliche Frau eineinhalb Jahrzehnte lang verhütet. Verhütung ist in unserer Gesellschaft selbstverständlich. Uns ist nicht bewusst, dass dadurch eine Geisteshaltung entsteht, die das Kind der menschlichen Willkür ausliefert, anstatt es als Geschenk Gottes zu begreifen, über dessen Leben wir nicht verfügen können, dem wir vielmehr zu dienen haben. Tritt der GAU trotzdem ein und eine Frau wird ungewollt schwanger, dann erlaubt ihr das Gesetz, es umzubringen. Heute fordern linke Parteien ein “Menschenrecht auf Abtreibung“.

Abtreibung ist ein Absturz der modernen Welt in die Barbarei, die als „Freiheit“ verkauft wird.

Selbst Personen des öffentlichen Lebens, die sich Katholiken nennen und sogenannten katholischen Vereinen vorstehen, unterstützen Abtreibungsorganisationen. Ich beschreibe in meinem Buch die Methoden der Abtreibung. Mich selbst erfasst immer wieder Grauen, wenn ich das lese. Es ist ein Absturz der modernen Welt in die Barbarei, die als „Freiheit“ verkauft wird.

FS: Sogenannte Frauenrechte werden dabei in beide Richtungen überdehnt: Einerseits soll die Frau ein Recht haben, ihr ungeborenes Kind zu töten, andererseits soll mit der Entwicklung der modernen Reproduktionsmedizin das „Recht auf ein Kind“ etabliert werden.

Gabriele Kuby: In der Tat. Frauen wird die Entscheidung für die Abtreibung erleichtert, indem man ihnen suggeriert, es handele sich dabei nur um einen „Zellhaufen“, der entfernt werde. Paare, die sich ein Kind wünschen, würden dagegen niemals von „Zellhaufen“ sprechen. Der unerfüllte Kinderwunsch kann jedoch zu einer anderen Art von Hybris führen: Wir produzieren das Kind, kaufen den genetischen Rohstoff, Samen und/oder Eizelle, und mieten den Bauch einer fremden Frau, um es auszutragen. Das Kind wird um seine natürliche Abstammung betrogen, weil Erwachsene meinen, sie hätten ein „Recht auf ein Kind“. Dieses Recht gibt es nicht, vielmehr hat das Kind ein Recht auf seine biologischen Eltern. Die Internetseiten der Reproduktionskliniken zeigen strahlende Eltern mit dem „Baby take home“ auf dem Arm. Die Qualen, die Frauen durchleben bei den Hormonbehandlungen, die Tötung von rund zwanzig Embryonen um vielleicht ein Kind zu zeugen, die Sklaverei der ausgebeuteten Leihmütter, die riesige Versagerquote von 80%, die gesundheitlichen Risiken der künstlich produzierten Kinder – davon redet niemand.

FS: Sagen wir, das Kind hat die Schwangerschaft seiner Mutter überlebt. Ihm ist sogar das große Glück beschieden, bei seinen leiblichen Eltern aufzuwachsen. Wie geht es weiter?

Gabriele Kuby: Hat es ein Kind geschafft, das Licht der Welt zu erblicken, dann soll es so schnell wie möglich von der Mutter weggerissen und der kollektive Fremdbetreuung ausgeliefert werden. UNICEF macht die Dichte der Kinderkrippen zum Maßstab für „Kinderfreundlichkeit“ eines Landes – welcher Zynismus! Frau von der Leyen hat dem Land das kommunistische Modell der kollektiven Aufzucht von Kleinkindern verpasst mit dem Slogan: Kinder brauchen Bildung.Was Kinder wirklich brauchen, ist zuallererst Bindung, nicht Bildung! Die psychologischen Untersuchungen sind eindeutig: Kinder können lebenslang geschädigt werden, wenn sie zu früh und zu lang in eine Krippe mit zu wenigen, häufig wechselnden Betreuerinnen kommen.

Die staatlich verordnete Sexualisierung der Kinder beginnt bereits im Kindergarten mit Kuschelecken für Doktorspiele.

Mit drei Jahren beginnt der Kindergarten, aber dieser Garten ist kein geschützter Raum mehr, in dem die Anlagen der Kinder spielerisch entfaltet werden. Die staatlich verordnete Sexualisierung der Kinder beginnt bereits hier. Sie bekommen Kuschelecken für „Doktorspiele“, denn das Kind hat angeblich „ein Recht auf Sexualität“. Diese ideologische Erfindung von Wilhelm Reich zum Zwecke der Zerstörung der Familie wurde vom homosexuellen Kinderschänder Helmut Kentler und seinem Zögling Uwe Sielert zum Credo der Sexualpädagogik gemacht. Nun dient der schulische Sexualunterricht dazu, Kinder in hedonistische Sexualpraktiken einzuführen und zur Akzeptanz des LSBTIQ-Lebensstils zu erziehen, denn dieser gehört zu den „europäischen Werten“.

FS: Auch die schützende Hülle des Kindes, die Familie, kann zerbrechen.

Gabriele Kuby: Wenn die Eltern sich scheiden lassen, ja. Damit befasse ich mich im letzten Kapitel meines Buchs. Es hat den zugespitzten Titel „Das unblutige Kinderopfer“. Scheidung ist für jedes Kind traumatisch und führt zu Verwerfungen des Lebensweges. Die Kinder müssen die Zeche zahlen für den Verlust der Erkenntnis, das Liebe früher oder später Opfer verlangt. Die Leiden der Kinder werden tabuisiert. Es zählen nur die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse der Erwachsenen.

FS: Sie malen ein sehr düsteres Bild. Wer kann uns noch ein Vorbild sein? Wo ist der Hoffnungsschimmer?

Gabriele Kuby: Die vielen Eltern, die mit Ihren Kindern verantwortungsvoll und liebevoll umgehen, sie nicht in die Krippe stecken, sie vor Sexualisierung und Pornografie bewahren wollen, für die Scheidung keine Option ist.

Die Bevölkerung muss reduziert werden, deswegen brauchen wir Verhütung, Abtreibung, Sexualisierung und Förderung des LSBTIQ-Lebensstils.

Aber sie werden durch die Politik zunehmend daran gehindert, ihre Kinder nach ihren Wertvorstellungen zu erziehen. Der von Soros-Aktivisten unterwanderte Europäische Gerichtshof lässt nicht zu, dass Kinder vom Sexualunterricht befreit werden; er lässt nicht zu, dass verantwortungsvolle, opferbereite Eltern in Deutschland Homeschooling machen. 2021 will Präsident Macron auch in Frankreich das Homeschooling verbieten. Dass die im Corona-Lockdown erzwungene Beschulung durch Eltern daran etwas ändern wird, ist höchst unwahrscheinlich.


Totalitäre Systeme dulden keine Nischen. Es darf keine Stimme geben, die sagt, „der Kaiser ist nackt“. Das Hinterhältige des gegenwärtigen Kulturmarxismus ist, dass er sich in den Schafspelz von Freiheit, Demokratie und Menschenrechte hüllt und deswegen von den meisten nicht erkannt wird.

FS: Woher, glauben Sie, kommt der beinahe schon manisch zu nennende Wille der globalenpolitischen Eliten, die Familie dieser zerstörerischen Transformation zu unterwerfen?

Gabriele Kuby: Ich beschreibe das Offensichtliche und befasse mich nicht mit Spekulation. Die globalen Eliten, die Internetriesen, die UN und EU, die linken Parteien, die Leitmedien, die globalen Unternehmen, die Milliarden-Stiftungen sind sich einig: Die Bevölkerung muss reduziert werden, deswegen brauchen wir Verhütung, Abtreibung, Sexualisierung und Förderung des LSBTIQ-Lebensstils. Das alles schafft entwurzelte, manipulierbare, zum Widerstand unfähige Massen.

Totalitäre Systeme dulden keine Nischen: Eltern werden durch die Politik zunehmend daran gehindert, ihre Kinder nach ihren Wertvorstellungen zu erziehen.

Die Familie ist die Urzelle des Widerstands gegen die staatliche Übermacht, deswegen soll sie zerschlagen werden. Ich halte das Führungspersonal der Eliten für intelligent und glaube nicht, dass es sich dabei um unerwünschte Nebenwirkungen handelt.

FS: Gegen den totalen ideologischen Zugriff besitzt die Familie immerhin noch eine starke Schutzhülle: ihre durch die Verfassung gesicherte erzieherische Autonomie. Ein Staat, der die „Hoheit über die Kinderbetten“ erlangen will, müsste also zunächst das Elternrecht aushebeln.

Gabriele Kuby: Seit Jahren versucht die Linke, Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen, obwohl Rechtsexperten einhellig sagen, die Rechte der Kinder sind durch das Grundgesetz geschützt, es bedarf keiner Ergänzung. Warum der nicht nachlassende Furor der Linken, Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen? Weil damit die Kinder aus der schützenden Obhut der Eltern herausgebrochen und gegen sie in Stellung gebracht werden können. Ganz konkret haben wir diese Konflikte jetzt in den Familien mit dem Thema „Geschlechtsdysphorie“. Es ist unter jungen Mädchen der Hype erzeugt worden, dass ein Geschlechtswechsel ihre Probleme lösen würde, was eine Lüge ist. Eltern, die ihre Kinder vor dieser Selbstzerstörung bewahren möchten, haben es schon jetzt sehr schwer. Wenn in naher Zukunft Sonderrechte für Kinder Verfassungsrang erhalten, wäre den Eltern die rechtliche Basis entzogen.

FS: Wenn Sie allen jungen Frauen und Müttern in Deutschland eine Botschaft geben könnten, welche wäre das?

Gabriele Kuby: Frauen und Mütter, macht die Männer stark, damit sie gute Ehemänner und gute Väter sein können.

Frau Kuby, die Initiative Familien-Schutz dankt Ihnen für das Gespräch.

Der Familien-Schutz Buchtip:
Gabriele Kuby. Die verlassene Generation. fe-medienverlag 2020.

368 Seiten. 17,80 €

Wenn Max plötzlich Marie sein will: Geschlechtsverwirrung unter Kindern nimmt zu

Seit 2013 ist die Zahl sogenannter transidenter Kinder explosiv gestiegen. Manche werden bereits im Alter von zehn Jahren einer Hormonbehandlung unterzogen – mit irreversiblen Konsequenzen für ihren Körper und ihre Gesundheit. Ist unsere Gesellschaft ethisch noch zurechnungsfähig?

Schon im zarten Kindergartenalter will Julian gewußt haben, daß er ein Mädchen ist. Julian beginnt, Mädchenkleider zu tragen, macht sich Zöpfe aus Strumpfhosen, will hohe Schuhe tragen. Nach einiger Zeit akzeptiert Julians Mutter die Verwandlung ihres Sohnes zum Mädchen, unterstützt diese sogar aktiv. Sie nennt Julian bei seinem Wunschnamen Sophie und wirbt bei seinen Erziehern und anderen Eltern dafür, die »Transidentität« ihres Sohnes anzunehmen. Julian ist jetzt sieben Jahre. In einigen Jahren, so der erschütternde Teil des Berichts, stehe für das Kind die Entscheidung an: Will es mit Hormonblockern die männliche Pubertät unterdrücken oder gleich die hormonelle Umwandlung zur Frau beginnen? Brüste will Julian nämlich gerne haben, aber noch zögert er: Aus Angst vor Spritzen.

Die gegengeschlechtliche Hormontherapie ist ein »erheblicher Eingriff in die körperliche Integrität des Patienten.« Sie führe, so die Ärzte Gesine Meyer und Jörg Bojunga vom Uni-Klinikum Franfkurt/ Main, zu weitreichenden, weitgehend irreversiblen Konsequenzen und berge – insbesondere bei unkontrollierter Anwendung – ein nicht unerhebliches Risikopotential. Deshalb müsse vor dem Eingriff die umfassende Diagnostik für einen längeren Zeitraum und die Aufklärung des Patienten im Vordergrund stehen. Für den volljährigen Patienten mag das alles zutreffen, was Meyer und Bojunga zu bedenken geben, aber wie verhält sich die Sache bei unmündigen Kindern? Können Therapeuten und Ärzte einem unerfahrenen Kind oder Jugendlichen, der beseelt ist von seinem Transformationswunsch zum anderen Geschlecht, die gesamte Tragweite seiner Entscheidung mit allen Konsequenzen, die sein gesamtes Leben überschatten werden, überhaupt verdeutlichen? Wie ethisch korrekt ist es, Kindern eine Entscheidung dieser Tragweite zuzumuten, die bei diesem gravierenden Eingriff nicht aus Angst vor lebenslanger Unfruchtbarkeit und der sehr schwierigen Partnersuche zögern, sondern sich in ihrem kindlichen Gemüt lediglich den abschreckenden Schmerz der Spritze ausmalen wie das »Transmädchen« Julian?

Dieser Frage soll in Großbritannien aktuell vor Gericht nachgegangen werden. Klägerin ist die 23jährige Keira Bell und ihre Mutter. Als 16jährige litt Keira unter einer Störung ihrer geschlechtlichen Identität, im Fachausdruck Gender-Dysphorie. Sie begab sich in Behandlung der bekannten Tavistock Klinik, einem psychiatrischen Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in London. Im Zuge der euphemistisch genannten »geschlechtsangleichenden« Behandlung erhielt Keira Hormonblocker, die den Bartwuchs auslösten und ihr eine tiefere Stimme gaben. Später wurden dem Mädchen beide Brüste amputiert. Heute bereut Keira ihren Schritt zutiefst. Sie hat die Klinik verklagt. Bell berichtet, als Teenager habe sie in ihrer Sehnsucht nach Selbstbewußtsein und Glück eine gravierende Entscheidung getroffen, deren Tragweite sie damals nicht überblicken konnte. Kinder seien nicht in der Lage, die lebenslangen Konsequenzen, die eine Geschlechtsumwandlung umfasst, zu verstehen, argumentiert Keiras Anwalt. Die fachliche Basis der Behandlung sei dürftig, die Risiken und Nebenwirkungen weitgehend unbekannt, die physischen, psychischen und emotionalen Veränderungen hielten lebenslang an. Die angeblich mangelnde Aufklärung zur Geschlechtsumwandlung sei eine »radikale Unterstellung«, hält die Anwältin der Tavistock Klinik dagegen. Eine solcher Einwand würde Minderjährige pauschal davon ausschließen, einer medizinischen Behandlung zuzustimmen.

Der Prozess ist für die Tavistock Klinik rufschädigend. Es geht um viel Geld. Jährlich werden an dem medizinischen Zentrum knapp 1500 Kinder und Jugendliche wegen vermeintlicher Transsexualität behandelt, davon etwa 167 Kinder unter zehn Jahren, wie die BBC 2015 berichtete. Selbst dreijährige Kinder seien dort bereits einer klinischen Behandlung unterzogen worden. Die Klage von Keira Bell gegen die Klinik wird unter Umständen den Anstoß geben, deren Praktiken stärker unter die Lupe zu nehmen. Die Entscheidung des Gerichts zu dem Fall steht noch aus.

Im Griff der LGBT-Lobby: An evangelischen Schulen soll sexuelle Vielfalt herrschen

Die evangelischen Privatschulen in Brandenburg haben sich mehr Vielfalt, Sexualität und Gender-Identität verordnet. Damit macht sich die evangelische Kirche einmal mehr einen Namen als vorpolitischer Organisationsraum grünsozialistischer Ideen.

»Fürchtet euch nicht« lautet der Titel. Von fließenden Formen halb verdeckte Gesichter, ein Schwarz-Weiß-Clip in einem modisch zugemüllten Fotostudio, in dem ein als Mädchen zurechtgemachter Junge sich geziert das Haar zurechtzupft, ein Podcast »Die Bibel queer lesen«: das sind die Ingredienzen der neuen Diversity-Aktion der Evangelischen Kirche. Vielfalt, Sexualität und Gender-Identität seien oft mit Vorurteilen belegt, läßt sich auf der Website lesen. Deshalb wolle man dafür sorgen, daß die Menschen ihre Vorurteile gegen »Andersfühlende« in den Griff bekommen. Man solle sich von den »Fesseln der Angst befreien«. Diejenigen, die man mit der im Kindersprech angelegten Diversity-Psychotherapie befreien will, sind natürlich all jene Menschen, denen es noch nicht gelungen ist, ihre bewußte oder unbewußte Angst vor dem Homosexuellen abzulegen. Diejenigen Angstgeplagten, die trotz der permanenten politisch-medialen Berieselung im Zeichen des Regenbogens ihre freudige Wertschätzung für die »Andersfühlenden« noch nicht so recht zeigen wollen, obwohl sie in sehr fortschrittlichen Kommunen beinahe schon im Wochentakt Gelegenheit dazu bekommen.

Da sich die als gesellschaftschädigendes Vorurteil denunzierte natürliche Skepsis gegenüber Formen nicht-heterosexuellen Lebens schwerer beseitigen läßt, je älter ihr Träger ist, desto früher muß die Umerziehung zur »Akzeptanz sexueller Vielfalt und geschlechtlicher Identitäten« greifen. Am besten also in der Schule, derjenige Ort, dessen Lockungen zur frühen Formung junger Menschen bislang jede Diktatur von Braun bis Rot erlegen ist. Jetzt soll also die von oben verordnete »Vielfalt unterm Regenbogen« für mehr als 10.000 Schüler im Raum Brandenburg Einzug halten.

Woher der für die Aktion motivierende Wind weht, verrät wie immer der Blick ins Impressum. Mitverantwortlich für die Kampagne zeichnet neben dem Pädagogischen Vorstand der Stiftung, Frank Olie, ein gewisser Rainer Gronen. Der Leiter für Fort- und Weiterbildung in der Evangelischen Schulstiftung bezeichnet die Vielfalt der Sexualität als »etwas Göttliches«, die »sein soll«. Auch privat praktiziert der mit einem Mann verheiratete Rainer Gronen das »Göttliche«, was seinem Motiv für die Vielfalts-Kampagne ein gewisses Gschmäckle gibt.

Entmachtung der Eltern: Regierungskabinett verhandelt über Kinderrechte

Das Grundgesetz garantiert Eltern Erziehungsfreiheit. Zuviel Freiheit, befinden die Sozialdemokraten. Doch weil sie Eltern deren Autonomie nicht direkt verbieten können, soll es jetzt ein neues Gesetz richten.

Wer nach sicheren Anzeichen für die sozialistische Färbung der SPD-Politik sucht, muss sich ihre Familienpolitik näher anschauen: Das Vertrauen der Genossen in die Erziehungsfähigkeit des Staates ist ungefähr so groß wie ihr feindseliges Mißtrauen gegenüber der elterlichen Autonomie. Die bittere Ironie daran ist freilich, daß es die CDU war, die den Weg in die Vollverstaatlichung der Kindheit öffnete, als die damalige Familienministerin von der Leyen das milliardenschwere Projekt Kita-Offensive startete. Als die Kinder-Verwahranstalten im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden sprossen und sich schnell füllten, musste die rote Küstenbarbie Manuela Schwesig das Werk ihrer Vorgängerin nur noch mit dem Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung krönen. Seit 2013 muss deshalb jede Kommune Kita-Plätze vorhalten, da jedes Elternpaar ihr Kind jederzeit einklagen kann.

Mit ihrem Ansinnen, Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen, setzt Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) den vorläufigen Schlußpunkt in dieser Entwicklung. Um sich der Kinder vollends zu bemächtigen, muss der Staat den Störfaktor Elternrecht möglichst beseitigen. Da die Sozialisten das grundgesetzlich garantierte Recht auf Erziehung und Pflege des Kindes aber – noch – nicht direkt abschaffen können, greifen sie in die Trickkiste. So soll Artikel 6, Absatz 2 (Elternrecht) um einen Zusatz erweitert werden, den man möglichst so formuliere, daß er den Teil, den er eigentlich nur „ergänzen“ soll, direkt aufhebt. In der Praxis wacht der Staat über die Rechte von Kindern, während er als Anwalt der Kinder den Eltern lediglich ein Mitspracherecht zubilligt. Die CDU/ CSU mochte bisher bei dem allzu offensichtlichen Akt der Selbstermächtigung gegen die Familien nicht so recht mitmachen. Ihre Taktik scheint darin zu bestehen, die Verhandlungen über die Kinderrechte bis zum Ende der Legislaturperiode hinzuziehen, um den Plan dann stillschweigend zu den Akten zu geben.

Die Justizministerin indes scheint ihrer Sache sicher zu sein. Für die SPD und die anderen grünlich- rotlackierten Gender-Kommissare im Parlament und Ausschüssen würde mit Kinderrechten ein Traum in Erfüllung gehen. Dann könnten staatliche Bildungs- und Betreuungseinrichtungen künftig im nie gekanntem Ausmaß zu Umerziehungsanstalten ihrer trans-queeren Ideologie ausgebaut werden. Was hindern Bund und Länder noch daran, wenn das Bollwerk Elternrecht erst einmal juristisch entschärft ist? Wenn die Politiker es können, werden sie es tun. Im Namen von Toleranz und Demokratie ist alles möglich, selbst die Verstümmelung des Grundgesetzes und der Raub von Grundrechten.

Kinderrechte im Grundgesetz: Eltern droht die Entmündigung

Die sogenannten Kinderrechte sollen in das Grundgesetz aufgenommen werden. Sollte sich der Entwurf der SPD durchsetzen, droht Familien der vollständige Verlust ihrer Autonomie vor staatlichen Institutionen.

»Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern«, tönte der heutige Vizekanzler und SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz im Jahr 2002. Sein Satz wurde damals noch als typische Kraftmeierei der großen Tante Arbeiterpartei abgetan. Im Wissen von heute muss man konstatieren: Scholz Ausruf im Radio-Interview war eine Ankündigung, die vor dem Hintergrund der neuerlichen Verhandlungen zu den sogenannten Kinderrechten Wirklichkeit zu werden droht.

Ein isoliertes Recht für Kinder, über deren Einhaltung staatliche Behörden und eben nicht die Eltern wachen, birgt »ungeheuren Sprengstoff« warnte vor wenigen Monaten der CDU-Fraktionsvize Thorsten Frei. Immerhin scheint sich die CDU den Befürchtungen ihrer bürgerlich-gediegenen Wahlklientel noch bewußt zu sein, die derartige Anschläge auf die Autonomie von Familien nicht goutiert. Obwohl die Formulierung von Kinderrechten Bestandteil des Koalitionsvertrags sind, herrscht darüber Streit zwischen den Regierungspartner. Bislang wurden alle Gesetzesentwürfe dazu entweder von der CDU blockiert oder die SPD machte nicht mit. Dem letzten Entwurf aus dem SPD-geführten Justizministeriums, der gehörig von »sozialer Gemeinschaft« und »staatlichem Handeln« dröhnte, jedoch kein einziges Mal den Begriff »Eltern« erwähnt, erteilte Bundesinnenminister Horst Seehofer eine deutliche Absage. Während die Grünen tendentiell der SPD näherstehen, sieht die AfD in Kinderrechten einen klaren Angriff auf das Erziehungsrecht von Eltern und lehnt eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes vehement ab.

Jetzt befindet sich das Gesetz erneut in der Ressortabstimmung. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erwartet eine Einigung in Kürze. Eines ist schon mal sicher: Sollte sich der SPD-Entwurf vollständig durchsetzen, ist Olaf Scholz´ Traum vom allumfassenden Zugriff des Staates auf die Kinder wahr geworden.

Lebensschutz zerbröckelt Stück für Stück: Ärzte sollen zur Abtreibung ermuntert werden

Das Gesundheitsministerium und die Bundesärztekammer haben sich auf eine gemeinsame Leitlinie zu Schwangerschaftsabbrüchen geeinigt. Doch der von der Verfassung geforderte Schutz des Lebens kommt darin nur am Rande vor. Vordringliches Ziel ist, mehr Ärzte für Abtreibung zu gewinnen.

Richtungsweisend für die Leitlinie ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entlehnte Begriff »sicherer Schwangerschaftsabbruch«. Das ist kein Zufall, denn die Empfehlungen der dezidiert abtreibungsfreundlichen WHO zu Schwangerschaftsabbrüchen bildeten für das deutsche Konzept die maßgebliche Orientierung. Fixpunkt für die neugefaßten Leitlinien zur Abtreibung ist demgemäß einzig und allein die Frau und nicht das Kind; alle zu treffenden Verbesserungsmaßnahmen werden aus der Perspektive der Patientin abgeleitet.

Diese Maßnahmen sollen besonders in der Ausbildung der Ärzte greifen. Angehende Ärzte sollen künftig intensiver in der Aufklärung und Beratung von Frauen zu Abtreibungen geschult werden. Auch die Schaffung attraktiverer Angebote zur Weiterbildung, was die praktische Seite der Abtreibungseingriffe angeht, sieht das Konzept des Gesundheitsministeriums vor. Die Katze läßt Heidrun Gitter aus dem Sack: Sie könne sich vorstellen, daß die Akzeptanz dafür, daß man Frauen in Notlagen helfen müsse, noch weiter steigt, wird die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer im Ärzteblatt zitiert.

Die große Leerstelle in diesem elaborierten Konzept ist das ungeborene Kind. Die nationalen Leitlinien zum Schwangerschaftsabbruch schaffen Rahmenbedingungen, nach denen Ärzte regelrecht ermuntert werden, berechtigte Vorbehalte gegenüber dem Tötungseingriff Abtreibung abzubauen. Hinter dem euphemistisch verbrämten Vorsatz, die »gesundheitliche Versorgung von Frauen« zu verbessern, steht ganz offenkundig die Sorge einer feministisch durchsetzten Polit-Elite vor einer neuen Generation von Ärzten, die dem vermeintlichen »Fortschritt« Abtreibung immer skeptischer gegenübersteht. Im Gegensatz zu den immerfort von Selbstbestimmung und Schutz der reproduktiven Gesundheit dröhnenden Aktivisten der Abtreibungslobby trennt den Arzt keine Barriere von der Bestialität, die ihm eine sich fortschrittlich dünkende die Politik Tag für Tag zur Verrichtung auferlegt. Nun soll es scheinbar eine von oben gelenkte Erziehung (Umerziehung) junger, für ideologische Taschenspieltricks empfänglicher Ärzte richten.

Entrechtung der Väter: Regierung plant automatisches Sorgerecht für lesbische Paare

Bundesjustizministerin Lambrecht will lesbische Paare auf eine Stufe mit natürlichen Familien stellen. Bekommt eine Partnerin ein Kind, soll die andere automatisch das Sorgerecht erhalten. Der Kindesvater bleibt außen vor. Die Kinderrechte interessieren in dem Fall auch nicht.

Seit Monaten schwelt in der Großen Koalition eine Debatte über die Neuausrichtung des Adoptionsrechts. Fest steht: Lesbische Paare sollen bei der Gesetzesnovelle um das Sorge- und Adoptionsrecht eine Vorzugsbehandlung erhalten. Künftig sollen zusammenlebende Frauen vom Gesetzgeber wie ein heterosexuelles verheiratetes Paar behandelt werden, sobald sich Kinder einstellen. Dann erhält die Partnerin der Mutter automatisch das Sorgerecht für das mit ihr nicht verwandte Kind. Da der Gesetzentwurf zugleich vorschreibt, daß es nur zwei Elternteile geben kann – in dem Fall das lesbische Paar – wird dem Vater des Kindes damit eine juristische Barriere vorgeschoben. Er hat keine Chance, das an die Geburtsmutter und ihre Partnerin vergebene Sorgerecht im nachhinein anzufechten. Um dies durchzusetzen, plant die Ministerin einen »grundstürzenden« (Süddeutsche Zeitung), weil naturwidrigen Eingriff in das Bürgerliche Gesetzbuch. Bislang legt Artikel 1591 BGB fest, daß nur diejenige Frau Mutter ist, die das Kind geboren hat. Dieser soll nun ergänzt werden um den Zusatz: »Mutter eines Kindes ist neben der Mutter nach Absatz 1 auch die Frau, die zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter nach Absatz eins verheiratet ist oder die die Mutterschaft anerkannt hat.«

Die Bundesjustizministerin setzt dies mit geordneten Verhältnissen gleich, die dem Kindeswohl dienen. Das dürften mit dem Familienrecht befasste Juristen anders sehen. Lambrechts Gesetzentwurf verstößt in dieser Form gegen mehrere Artikel der von Deutschland ratifizierten Kinderrechtkonvention. Diese gesteht Kindern das Recht zu, ihre Eltern zu kennen und von ihnen erzogen zu werden (Artikel 7). Die Konvention sichert Kindern auch Schutz und Beistand der Vertragsstaaten zu, wenn dem Kind »widerrechtlich einige oder alle Bestandteile seiner Identität genommen« werden (Artikel 8). Gegen dieses Gebot verstößt Lambrechts Gesetzesplan eklatant mit dem rechtlichen Ausbooten des leiblichen Kindesvaters zugunsten der bloßen Willenserklärung einer dritten Person, für ein genetisch nicht verwandtes Kind zu sorgen. Sollte sich die Novelle des Sorgerechts nach dem Willen des Justizministeriums durchsetzen, werden die Gerichte das letzte Wort sprechen müssen.

Applaus erntet Lambrechts mit ihrer Reform freilich von der feministischen Lobby, allen voran der Deutsche Juristinnenbund (DJB) und der Verband alleinerziehender Mütter. Für diese ist Lambrechts Untätigkeit vor allem in einer Frage erfreulich, nämlich die von Familienrechtlern immer wieder empfohlene Novelle der sorgerechtlichen Regelungen bei unverheirateten Paaren. Im Unterschied zu lesbischen Paaren soll es bei heterosexuellen Paaren auch weiterhin kein automatisch geteiltes Sorgerecht geben. Leben ein Mann und eine Frau zusammen und bekommen ein gemeinsames Kind, erhält die Mutter das volle Sorgerecht. Einem gemeinsamen Sorgerecht muss die Mutter zunächst zustimmen. In seltener Deutlichkeit begründet der DJB diese Diskriminierung, daß Mütter nicht selten einen guten Grund hätten, den Vater nicht immer mit im Boot zu haben. Er könnte ja trinken oder schlagen. Daß Mütter ebenso wie Väter kindeswohlschädigendes Verhalten an den Tag legen und das auch mitunter im Doppelpack, scheint für die Frauenrechtlerinnen ausgeschlossen.

Risiko Fremdbetreuung: 74 Prozent aller Kita-Kinder sind mangelhaft untergebracht

Für die meisten Kinder ist staatliche Fremdbetreuung ein Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Qualitätsstudie der Bertelsmann Stiftung. Knapp Dreiviertel aller Kita-Kinder sind demnach mangelhaft untergebracht und werden von zu wenig Erziehern betreut.

Kitas, Kitas und noch mehr Kitas: Der Ausbau der staatlichen Fremdbetreuung um jeden Preis ist das Hätschelkind der Bundesregierung. Egal, wie klamm die Kassenlage, dorthin fließen regelmäßig die Steuermilliarden. Im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets hat der Bund gerade wieder eine Milliarde Euro für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung genehmigt.

Eine aktuelle Qualitätsstudie der Bertelsmann-Stiftung kommt Bundesfamilienministerin Giffey da höchst ungelegen. Denn die Studie bescheinigt der Bundesregierung durchweg schlechtes Handwerk in der flächendeckenden Verstaatlichung der Kinderbetreuung. Gerade mal für 16 Prozent der Kita-Kinder erachten die Autoren der Studie zufriedenstellende Bedingungen, alle anderen seien jedoch mangelhaft untergebracht in den öffentlichen Krippen und Kindergärten. In Zahlen ausgedrückt: Von insgesamt 1,7 Millionen fremdbetreuten Kindern betrifft das vernichtende Urteil der Bildungsexperten die Unterbringungsbedingungen von ganzen 1,2 Millionen Kita-Kindern. Am gravierendsten wirkt sich der notorische Mangel an Personal auf die Entwicklungschancen der Kinder aus. Diese werden von zu wenig Personal in zu großen Gruppen betreut.

Wir sind weit davon entfernt zu sagen, daß ein Kind in der Kita immer besser aufgehoben ist als zu Hause“, wird die Bertelsmann-Bildungsexpertin Anette Stein im entsprechenden Welt-Bericht zitiert. Für eine gute pädagogische Arbeit reiche das Personal nicht aus. Stein warnt vor einer drohenden Kollektivierung der Kinder in flächendeckend unzureichend ausgestatteten Einrichtungen.

Am schlimmsten erweist sich die Situation in den östlichen Bundesländern. 93 Prozent der Kinder litten dort unter Personalmangel. Zu wenig Personal bedeutet umgekehrt, daß eine lückenlose Aufsicht nicht mehr sicher gestellt werden kann. Wenn eine Erzieherin durchschnittlich 6 Krippenkinder zwischen 0 und 3 Jahren betreuen muss wie im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, erhöht sich das Risiko signifikant für die Kinder, sich zu verletzen oder zu verunfallen.

Wo Erzieher fehlen, leidet die pädagogische Arbeit. Die von der Politik vollmundig beworbene »frühkindliche Bildung«, die Erzieher leisten sollen, sinkt zur banalen Beaufsichtigung der Kinder herab. Statt zu fördern, werden die Kinder an deutschen Kitas lediglich verwahrt. Manche Kinder, so lautet die bemerkenswerte Pointe der Welt-Redaktion, seien zuhause einfach besser aufgehoben.