Demütigen, anschreien, bloßstellen: Die alltägliche Gewalt in Kindertagesstätten

Deutschlands Kitas haben allenfalls durchschnittliche Qualität. Nur sehr wenige Einrichtungen rangieren im oberen Qualitätsbereich. Wenn Eltern ihr Kind in der Kita zurücklassen, geschieht das oft mit einem unguten Gefühl, Zu Recht, wie ein aktuelles Buch der Pädagogin Anke Ballmann enthüllt. Denn an fast jeder Kita gibt es Erzieher, die psychische und physische Gewalt gegen Kinder ausüben.

Sie habe hunderte von Kitas in Bayern besucht, berichtet Anke Ballmann im Interview mit Focus online. In fast jeder von ihnen werden Kinder gedemütigt, heruntergeputzt und vor anderen bloßgestellt. Sie selbst ist Leiterin eines privaten pädagogischen Zentrums in München, das Erzieher ausbildet. In ihrem Buch »Seelenprügel. Was Kindern wirklich in Kitas passiert. Und was wir dagegen tun können« macht sie ihrem Herzen Luft und berichtet von haarsträubenden Vorfällen.

Ballmann listet viele Beispiele auf, in denen Kinder zu Opfern des Machtgefälles zwischen ihnen und den Erziehern werden. Sobald die Tür hinter den Eltern zufällt, ändere sich der Tonfall in den Einrichtungen. Die promovierte Pädagogin erzählt in ihrem Buch unter anderem von einem Vorkommnis, bei dem sie selbst Zeugin war. Eine Erzieherin fuhr mit einem Kinderwagen ein Mädchen einfach über den Haufen. Es hatte einfach nur verträumt dagesessen und deshalb nicht sofort Platz gemacht. »Siehst du, das hast du nun davon!«, habe die Erzieherin dem Kind daraufhin zugerufen.

Genervte Erzieher, die sich wegdrehen, wenn ein Kind mit einem Anliegen kommt. Erzieher, die demonstrativ mit den Augen rollen, wenn ein Kind nicht schnell genug ist oder die Anweisung nicht auf Anhieb versteht. Erzieher, die verbal übergriffig werden und ein Kind in der Gruppe als »dumm und faul« herunterputzen, Erzieher, die von den Kindern verlangen, gefälligst leise zu sein, selbst aber schreien. Erzieher, die Kinder zwingen, etwas zu essen, das sie nicht wollen. Oder die sagen, daß »Mami ganz traurig ist«, wenn es dieses oder jenes nicht macht.

Es gibt auch Erzieher, die eine Form subtiler Tyrannei ausüben, indem sie darauf bestehen, daß ein Kind sein Bild in bestimmten Farben malt oder Kitas, die die Kinder in übertrieben strenge Abläufe zwingen, wo kaum Raum für freies Spiel oder spezifische Bedürfnisse der Kinder bleibt. Manchmal mag ein Kind keinen Mittagsschlaf mehr machen, so Ballmann. Dann müssen die Erzieher darauf eingehen. In vielen Fällen siegt jedoch die Bequemlichkeit: In einer bayerischen Einrichtung wurden Kinder gezwungen, sich zwei Stunden in einen dunklen Raum zu legen, obwohl sie nicht schlafen konnten. Die Erzieher wollten ungestört ihre Pause genießen.

Anke Ballmann empfiehlt Eltern, genau auf die Signale ihres Kindes zu achten und dem Umgangston in der Kita aufmerksam zu lauschen. Geht es eher ruppig zu, wird kaum gelacht, hetzen die Erzieher nur herum und antworten nur kurz und knapp, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß der Respekt gegenüber den kindlichen Bedürfnissen unter dem generellen Streß der Erzieher leidet. Ballmann spricht von »schwarzen Schafen«, die es in fast jeder Belegschaft gäbe. Diese Erzieher seien schlichtweg ungeeignet für ihren Beruf, denn sie haben offenbar keinen Begriff davon, wie traumatisch sich ihr rohes Benehmen sich in die Kinderseele brennt. Ein Kind, so Ballmann, gerate dann in schwere Konflikte: Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Wertlosigkeit stellten sich ein. Außer ein Appell an die Politik, Erzieher besser auszubilden und für mehr Aufklärung und Kontrollen zu sorgen, hat Ballman allerdings nicht zu bieten. Dabei wäre es so einfach: Gebt den Eltern, die wegen des Erwerbsdrucks auf Gedeih und Verderb der Kitabetreuung ausgeliefert sind, endlich mehr Wahlfreiheit zur Realisierung ihres Erziehungsideals. Dann braucht es auch nicht mehr so viele Erzieher. Von wem werden die eigentlich erzogen?

INTERVIEW mit Prof. Dr. med. Hans Sachs: „Im Namen der Gleichstellung treibt man uns in die mutterlieblose Gesellschaft“

Häufig wechselnde Bezugspersonen bei einer permanent abwesenden Mutter können sich traumatisch auf die Entwicklung des Kleinstkindes auswirken. Die frühe Erfahrung des Mutterverlusts brennt sich ins kindliche Gehirn ein. Mit dem Ausbau der Krippenbetreuung riskiert der Staat deshalb massenhaft schwer gestörte Beziehungen in den Familien. Die negativen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind immens. Zeit umzudenken, fordert der Lübecker Psychotherapeut Prof. Dr. med. Hans Sachs.

FS: Wie würden Sie als Psychotherapeut und passionierter Autor die Mutterliebe beschreiben? Warum ist Mutterliebe – nicht nur für das Kind – sondern auch für die ganze Gesellschaft überlebensnotwendig?

Wer starke Bindungen wie die Mutterliebe bedroht, die Gemeinschaft zerstören will, löst Angst aus. Sie wird immer abgewehrt mit Aggression, Flucht oder Verhaltensstarre, Grundmuster unseres reptilienartig reagierenden Stammhirns. Diese Zusammenhänge sind Teil einer Revolution im neurobiologischen Verständnis menschlichen Verhaltens, auch in der Mutter-Kind-Beziehung. Angesichts der Forschungsergebnisse des Neurowissenschaftlers Joachim Bauer ist Freuds Aggressionstrieb deshalb als großer Flop der Psychoanalyse zu werten.

Das natürliche Ziel mitmenschlichen Umgangs ist also Zuwendung, die Erfahrung von Liebe. Dieselbe neurobiologische Forschung hat herausgefunden, fehlende Zuwendung in der Frühkindheit schadet den Motivationssystemen. Vor allem wird die Fähigkeiten beeinträchtigt, mit Anderen in gutem Einvernehmen zu kooperieren.

FS: Deshalb sehen Biologen in der Mutterliebe auch einen der stärksten Triebe in der menschlichen Evolution.

Trieb wird heute innerhalb des Nervenzellsystems im Gehirn als Motivationssystem bezeichnet. Es stellt eine Handlungsabsicht dar, die auf die Ausschüttung sogenannter Wohlfühlbotenstoffe hin erfolgt. Diese Hormone sind Oxytozin, Dopamin, Opoide, Endorphine, Enkelphaline und Dynorhpine.

Die Motivationssysteme wollen Zuneigung und soziale Akzeptanz bewirken. So wird zum Beispiel Oxytozin dann produziert, wenn wir vertrauen, Zuwendung und Anerkennung erfahren, jargonartig wird es als Liebeshormon bezeichnet.

Die Systematik dazu hat Bowlby zusammen mit Frau Ainsworth in seiner Bindungstheorie und ihren Bindungsstilen und Bindungssignalen aufgestellt. Mit diesen „innner working models“ suchen wir alle Vertrautheit und Nähe zu Anderen oder wehren sie gleichzeitig ab, wenn unsere Früherfahrungen im Austausch mit der Mutter katastrophal gewesen sind.

FS: Was können solche katastrophalen Früherfahrungen beim Kind auslösen?

Normal ist ein „rupture and repair“, das heißt, eine Unterbrechung des guten Kontaktes zwischen Mutter und Kind und dessen Wiederherstellung mit dem nötigen „attunement“, zu deutsch: Feingefühl. Fatal sind traumatische Beziehungserfahrungen des Neugeborenen mit seiner Mutter, weil sie sich direkt in das kindliche Gehirn einbrennen.

Frau Ainsworth hat auch erforscht, daß je prompter die mütterliche Antwort auf die Signale des Kindes erfolgt, desto besser geschützt ist es vor der Erfahrung des Nichtbeachtetwerdens. Denn dies ist traumatisch und bedeutet eine Erfahrung von Angst, Hilflosigkeit und Erstarrung. Und bei anhaltender oder sich wiederholender Fehlhaltung steigert sich diese Angst in das Erleben eines Ich-Soll-vernichtet werden bzw. ich-soll-getötet werden!

Freud hat zwar gesagt, das Unbewusste ist das Infantile und lässt sich nicht verbalisieren und sprachlich durcharbeiten. Das Erlebte der präverbalen Lebenszeit der ersten drei Jahre wird dennoch wiederholt an den Menschen des Umfelds oder der Gesellschaft. Wiederholungszwang nannte er das. Dieses zerstörerische Prinzip ist die charakterliche Grundlage der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Deren zerstörerisches Wirken findet sich dann ubiquitär in der Finanzwelt, in der Politik (Kriege), der Umwelt (Klima), im mitmenschlichen Umgang (Scheidungen, Patchworkfamilien) etc..

FS: In Ihrem aktuellen Buch behandeln Sie die revolutionären Entdeckungen der Bindungsforschung und wie die Entwicklung der modernen Säuglings- und Kinderpsychologie zu einer veränderten Wahrnehmung spezifischer Bedürfnisse von Müttern und Kinder wie Familien führten. Vor allem aber ist Ihr Buch ein Plädoyer für mehr mütterliche Liebe, Zeit und Achtsamkeit im Umgang mit dem Wertvollsten, was wir haben: unseren Kindern. All das sehen Sie sehr aktuell bedroht und von wem.

George Orwell und Aldous Huxley haben in ihren Büchern „1984“ (1949) und „Schöne neue Welt, ein Roman der Zukunft“(1932) bedrückende Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens beschrieben. Sie sind nur möglich, wenn Individualität und persönliches Selbstsein zerstört wird, die normalerweise Ergebnis einer liebevollen Erziehung sind. Wie in der DDR und schon bei den Nationalsozialisten die frühkindliche Mutter-Kind-Beziehung vernichtet wurde und mit welchen psychologischen Folgen, dazu gibt eine überreichliche Literatur Belege. Ob die sich mehr und mehr verbreitenden Gender-Ideologie eine neue totalitäre Gesellschaft formen kann, ist noch nicht ausdiskutiert. Lieblosigkeit ist sozusagen das wichtigste Kennzeichen dieser Weltanschauung.

FS: Mit dem Begriff Gender verweisen Sie auf das von der Regierung massiv subventionierte Programm zur Gleichstellung der Geschlechter, das von den politischen Akteuren mit einer Art quasireligiöser Bedeutung aufgeladen wird. Sehr zum Schaden von Familien.

Gleichberechtigung ist ein Grundrecht einzelner Männer und Frauen gegenüber dem Staat, im Beruf und vor Gericht. Sie kann aber niemals durch eine Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben erreicht werden, es sei denn Gleichstellung von Erziehungsarbeit (Mutterliebe) und Erwerbstätigkeit wird politisch garantiert. Die alleinige Nur-Teilhabe am Erwerbsleben wertet die Erziehungsarbeit der Mütter beziehungsweise der Familien ab. Der Wert elterlicher Erziehungsarbeit wird unterschlagen, obwohl er die Grundlage unseres Rentensystems ist!

Es geht also nicht um gleiche Chancen bei der politischen Vorgabe der Gleichstellung, sondern im Gegenteil um Bevormundung der Mütter durch den Staat wie schon in der DDR. Johannes Resch hat das in seinem Beitrag „Die Gleichstellungslüge“ dargelegt (siehe https://www.rubikon.news/artikel/die-gleichstellungs-luge). Im Namen der Gleichstellung treibt man uns in die mutterlieblose Gesellschaft.

FS: Welche gesamtgesellschaftlichen Folgen sehen Sie auf uns zukommen, wenn die politisch erwünschte und intensiv propagierte Frühbetreuung in den nächsten Jahrzehnten massenhaft fortgesetzt wird (Stichwort Kitaplatzausbau)? Wenn eine immer frühere Fremdbetreuung sogar noch mit weiteren Instrumenten wie zum Beispiel die in der Politik bereits diskutierte Kita-Pflicht forciert wird?

Den Zusammenbruch bzw. die Zerstörung unseres staatlichen Gefüges. Deshalb hat die Pressestelle des Verbandes Familienarbeit 2018 zum Tag des Kindes eine Stellungnahme herausgegeben mit dem Titel „Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft“. Darin wird zum Beispiel gefordert, Kinderkrippen für Kinder unter drei Jahren nur in Not-und Ausnahmefällen vorzuhalten mit optimalen Betreuungsmöglichkeiten durch einen hohen Personalschlüssel wie 2-3 Kinder pro Betreuer. Den vollen Wortlaut dieser Stellungnahme können Sie nachlesen unter http://familienarbeit-heute.de/?p=4965 . Da ich die darin enthaltenen wissenschaftlich fundierten Aussagen und die familienpolitischen Forderungen für absolut richtig halte, habe ich sie mit unterschrieben.

FS: Im Kapitel 6 Ihrer Monografie äußern sie die Befürchtung, dass Homosexualität in der Gesellschaft häufiger vorkommen wird, wenn die Trennungssituationen zwischen Kind und Mutter zunehmen und – parallel dazu – Väter sich aus ihrer Verantwortung für die Familie zurückziehen. Welcher Zusammenhang besteht zwischen homosexueller Lebensweise und einer Gesellschaft mit tendentiellem „Liebesmangel“?

Beachtenswerte Autoren haben immer wieder dargelegt, Homosexualität beruht auch auf einem fehlenden Vater, der emotional und tatsächlich als Freund seinem Sohn nicht verfügbar war, aus welchen Gründen auch immer. Die Suche danach kann erfolgreich sein. Das sollten alleinerziehende Mütter beachten, die glauben, ihrem Sohn alles geben zu können in der Erziehung. Ein Homosexuellen-Gen gibt es jedenfalls definitiv nicht.

FS: Der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte warnt vor einem sowohl in Deutschland wie weltweit wachsenden Trend unter Kindern und Jugendlichen, sich im falschen Geschlecht zu fühlen und medizinisch behandeln zu lassen. Dazu passt die sprunghaft gewachsene Quote sogenannter gschlechtsangleichender Operationen seit Anfang des Jahrtausends. Sehen Sie hier einen Zusammenhang zu ihrer These eines generellen, gesellschaftlichen Muttermangels?

Die Betroffenen sind eine Minderheit mit einer Häufigkeit von weniger als 1% bis zu 5 % in einer Population. Die amerikanische Fachgesellschaft für Psychiatrie hat in ihrer 5. Edition des Verzeichnisses psychischer Erkrankungen (mental disorders) auch die Gender-Identy-disorder aufgenommen. Sie sieht diese Symptome auch unter diesem medizinischen Gesichtspunkt. Pubertät ist jedenfalls keine Krankheit und muss auch nicht medizinisch behandelt werden.

Diese Operationen hat John Money propagiert und sie gelten seitdem als wissenschaftliche Fundierung der Gender-Theorien und damit auch des Gender-Mainstreaming. Gender wiederholt hartnäckig, männlich und weiblich sind nur sozial konstruierte Rollen und deshalb beliebig veränderbar. Wissenschaftlich ist diese aus dem Behaviorismus von B.F. Skinner stammende These längst überholt. Skinner hat auch selbst gesagt, es geht um Macht!

FS: Prof. Sachs, angesichts Ihrer düsteren Diagnose für die Zukunft unserer Gesellschaft: Sehen Sie dennoch einen hoffnungsvollen Streifen am Horizont? Sind wir noch zu retten?

Ärzte müssen wohl immer Hoffnung auf Besserung verbreiten in ihrem Beruf und das habe auch ich gemacht und erlebt, dass dies tatsächlich hilft. Die Titelwahl ist auch gar nicht als Prognose gedacht sondern vielmehr als Beitrag zur aktuellen Diskussion um die beste frühkindliche Betreuung. Mutterliebe lässt sich nur leben, wenn dies politisch unterstützt wird. Geschieht das nicht, geraten wir in eine mutterlieblose Gesellschaft.

Das aktuelle Buch von Hans Sachs „Sind wir noch zu retten? Die politische Bedeutung der frühen Kindheit“ ist bestellbar beim Agenda Verlag: http://agenda.de/

Werbekampagne der Bundesregierung: Ein Fall für die Antidiskriminierungsstelle?

Mit einer breit angelegten Kampagne will die Bundesregierung Werbung für das Grundgesetz machen. Vorgesehen sind dafür Plakataktionen, ein Video und Online-Werbemaßnahmen. Die Regierung hat dafür ein Budget von 3,15 Millionen Euro freigegeben.

Offenbar vermutet die Bundesregierung, daß die Grundsätze des modernen Rechtsstaats nicht allen Bürgern geläufig sind. Zur Aufklärung der Massen hat das Bundesjustizministerium deshalb die Produktion eines Videoclips und Plakatmotiven in Auftrag gegeben. Die Plakate der Fotografin Ailine Liefeld sollen bundesweit ausgestellt werden, das Video soll in Kinos, auf Messeveranstaltungen und in den sozialen Medien geschaltet werden.

In der »Wir sind Rechtsstaat« betitelten Werbekampagne werden herausragende Rechtsgüter wie die Religionsfreiheit, die Unschuldsvermutung bei Beschuldigten in Gerichtsverfahren, Gleichberechtigung von Mann und Frau mit verschiedenen Motiven filmisch wie fotografisch dargestellt: Für Gleichberechtigung ist eine feministische Demonstration zu sehen, eine junge blonde Anwältin vertritt einen Angeklagten, man sieht betende Juden und Moslems, ernst blickende Politiker, erregt debattierende Journalisten, eine breit lächelnde Polizistin. Unter dem rührig wie anmaßenden Motto »Wir sind Liebe« werden zwei sich küssende Männer auf ihrer Hochzeit gezeigt, daneben ein jubelnder älterer Herr mit dem für Türken typischen weißen Schnauzbart. Offenbar gehört das erst kürzlich geschaffene Gesetz zur Homo-Ehe für die Bundesregierung zu einem bedeutsamen Rechtsgut, das entsprechend ausgestellt werden muss.

»Wir gehen davon aus, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien die Bedeutung des Rechtsstaats für unsere Demokratie anerkennen und die Botschaft der Kampagne mittragen«, läßt sich der Sprecher des Justizministeriums vernehmen. An welche Parteiadresse sich der bevormundende Tonfall des SPD-geführten Justizministeriums besonders richtet, ist da wohl unzweifelhaft: natürlich gegen rechts.

Wiewohl sich das rote Justizministerium wohl selbst fragen müßte, ob ihre Werbekampagne mit den Grundsätzen der allseits beschworenen Antidiskriminierung konform geht. Während in dem Werbeclip sämtliche, stets auf ihre »gesellschaftliche Sichtbarkeit» pochenden Minderheiten sich abgebildet finden, vom Schwarzen bis zur jungen Karrierefrau, vom jugendlichen Aktivisten bis zum Homosexuellen, wird eine große Bevölkerungsgruppe in dem – dramatisch in Schwarz-Weiß-Optik gehaltenen – »Wir sind Rechtsstaat«-Filmchen einfach weggelassen: Und das sind Mütter, Väter, Kinder wie überhaupt Christen. Sie kommen schlicht nicht vor. Obwohl Familien die tragende Substanz des Staates sind, ohne die ein funktionierendes Gemeinwesen schlicht nicht möglich ist, ohne die kein Staatssystem auf Dauer überlebensfähig wäre, bringt es diese Regierung fertig, sie in einem 30 Sekunden lange währenden Deutschland-Film einfach auszublenden. Eigentlich könnte der Film überall in der Welt spielen, denn er ist bar jeder eindeutig nationalen Symbolik. Nicht einmal eine deutsches Fähnchen weht traurig im Wind. Wenn das die Botschaft der Regierung an ihr Volk sein soll, kann der Bürger der Regierung nur zornig zurufen: Danke, ich habe verstanden.

Straftat Ungeborenentötung: SPD will legale Abtreibung

Abtreibung soll legale Praxis in Deutschland werden. Das fordern Christina Kampmann und Michael Roth, die derzeit für den SPD-Vorsitz kandidieren. Die Linkspartei signalisiert Zustimmung, die CDU lehnt den Vorschlag ab.

Seit dem koalitionsinternen Streit um den Paragraphen 218a, der das Werbeverbot für Abtreibung, regelt, hat die SPD ein großes feministisches Thema wiederentdeckt, das viele eigentlich als abgehakt betrachteten: die Entfernung des Abtreibungs-Paragraphen 218 aus dem Strafgesetzbuch. Damit würde die Ungeborenentötung nicht mehr als Straftat gegen das Leben eingestuft, sondern legale Praxis.

Eine seit 1995 durch das Bundesverfassungsgericht bekräftigte, im sogenannten Schwangerschaftskonfliktgesetz geregelte Rechtslage wäre mithin außer Kraft gesetzt. Das Gesetz sieht vor, daß die abtreibungswillige Frau sich vor Ablauf der ersten drei Lebensmonaten ihres ungeborenen Kindes einer verpflichtenden Beratung unterziehen muss. Sollte sie sich dennoch zur Abtreibung entschließen, wäre diese laut Gesetz zwar rechtswidrig, aber straffrei. Dem Lebensrecht des Kindes sprachen die Richter dabei höchsten Verfassungsrang zu, dem das Selbstbestimmungsrecht der Frau unterzuordnen sei. Ein schizophrenes und seinerzeit zu Recht scharf kritisiertes Gesetz, aber die vorsitzenden Richter schufen damit einen immerhin über drei Jahrzehnte währenden Kompromiß zwischen dem Anspruch auf Würde und körperliche Unversehrtheit des ungeborenen Kindes und dem Recht der Frau, frei über ihren Körper zu bestimmen.

Laut einem Welt-Online Bericht will die SPD diesen lange Zeit tragfähigen Kompromiß nun offiziell aufkündigen. »Für uns hat der 219a genauso wie 218 nichts im Strafgesetzbuch zu suchen. Beide Paragrafen führen mit ihren Regelungen zu Vorverurteilung und Stigmatisierung betroffener Frauen«, tönen die SPD-Vorstandswahlkandidaten. Eine angebliche Stigmatisierung der Frau, an deren letzter Konsequenz ein Leben hängt. Privat sind Kampmann und Roth unverheiratet und kinderlos, Michael Roth zudem ein bekennender Homosexueller, der sich im Rahmen seines Amtes als Staatsminister des Auswärtigen Amts gern auf ausländischen Gay-Paraden sehen läßt. Zwei politische Mandatsträger, denen man instinktiv am wenigsten Gespür für eine der ältesten und wohl schmerzhaftesten menschlichen Konfliktlagen einer Mutter zutraut.

Keine Frau treffe die Entscheidung zum Abbruch ihrer Schwangerschaft leichtfertig, erklären Roth und Kampmann gönnerhaft. Dieses Argument wird aus den Reihen der Abtreibungsbefürworter mit schöner Regelmäßigkeit hervorgehoben. Ganz davon abgesehen, daß es nicht stimmt (So gibt es auch Frauen mit einer regelrechten Abtreibungskarriere: Die laxe Beratungspraxis macht es möglich), so sticht es auch nicht. Genauso gut könnte der Gesetzgeber Einbruch und Raub straffrei stellen, wenn sich der Täter die Straftat zuvor nur lange und reiflich genug überlegt hat.

Die Zeichen der Zeit stehen freilich anders: Die Linkspartei hat bereits eilfertig ihre Zustimmung signalisiert. Die Union sperrt sich – noch.

Marsch für das Leben: Veranstalter rechnet mit Besucherrekord

Kommenden Samstag wird in Berlin der traditionelle Marsch für das Leben stattfinden. Die europaweit stattfindende Demonstration will an die massenhafte Tötung ungeborener Kinder erinnern und damit ein Zeichen für die Würde und Unverletzlichkeit des Lebens setzen.

Während hohe Kirchenvertreter Grußworte schicken, wüten feministische Bündnisse wie »What the Fuck« gegen die Demonstration der Lebensschützer. Sie sehen in der Demo einen Angriff auf das Frauenrecht und bezichtigen die Teilnehmer rechtsradikale, christliche Fundamentalisten zu sein, die unserer Gesellschaft ihr rückständiges, weil zweigeteiltes Geschlechterbild oktroyieren wollen. In einem Interview geht eine als Journalistin vorgestellte Mitarbeiterin des »Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums e.V.« sogar so weit, den weitgehend schweigend durchgeführten, friedlichen Marsch aus vorwiegend älteren Menschen und Familien als »ernstzunehmende politische Gefahr« darzustellen. Die unterstellte »homo-, trans* und inter*feindliche sowie in Teilen antidemokratische« Haltung der Veranstaltung äußert sich für die Antifaschistin an der dezidiert familienfreundlichen Position, die die Lebensrechtsbewegung einnimmt: So wünscht sich der Veranstalter des Marschs, der Bundesverband Lebenrecht (BVL), mehr Anerkennung für Familien und größere Unterstützung für Eltern behinderter Kinder, mehr Würdigung der Familienarbeit, besonders von Frauen.

Ein Leben als selbstbestimmte Mutter scheint für radikale Feministinnen hingegen unvorstellbar zu sein. Sie fühlen sich »von restriktiven Forderungen« der Demo »angegriffen« und fühlen sich dadurch zu jeder Art von Widerstand berechtigt, selbst wenn er das demokratisch legitimierte Versammlungsrecht der Teilnehmer verletzt. Seit Jahren ist der Marsch für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder deshalb nur unter Polizeischutz möglich: Ein Armutszeugnis für unsere hochgelobte demokratische Debattenkultur.

In diesem Jahr erwartet der BVL 5000 bis 8000 Teilnehmer und damit einen Besucherrekord. Das angekündigte warme Wetter am Wochenende wird sicher einen positiven Beitrag leisten.

Feministin versus Lebensschützerin: »Ein Fötus ist kein Mensch mit eigenem Lebensrecht!«

Lebensrechtler sagen, das Lebensrecht des ungeborenen Kindes muss geschützt werden, auch gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Der Fötus sei kein Mensch und hätte deshalb auch keine Rechte, halten Abtreibungsbefürworter dagegen. Ein Streitgespräch zeigt, dass Feminismus und Lebensschutz unversöhnlich zueinander verharren.

Irgendwann im Laufe der Frauenrechtsbewegung haben Feministinnen Müttern den Krieg erklärt. Die Mutterrolle sei rückständig, weil sie zwischen Kindern, Küche und Kirche das Patriarchat des bösen weißen Mannes aufrecht erhielte. Frauen, die sich schwängern lassen, begäben sich freiwillig in Abhängigkeit des Mannes und begingen deshalb Verrat an ihren feministischen Schwestern. Die Vordenkerin des Feminismus, Simone de Beauvoir, bezeichnete den Säugling an der Brust folgerichtig als Blutegel, die Frau als eine vom Mann unterdrückte Reproduktionsmaschine. Diese Aussagen liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, doch hat sich der Feminismus seither nicht nennenswert weiterentwickelt, schlimmer noch, er hat sich in der globalisierten genderfeministischen Variante sogar noch radikalisiert.

Eine Vertreterin davon ist die Journalistin Teresa Bücker, die sich für das Magazin Stern – erfreulicherweise, möchte man sagen – einer Diskussion mit der bekannten Lebensrechtlerin, Autorin und Journalistin Alexandra Maria Linder stellt. Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein. Für Linder – der Zuschauer spürt es im Verlauf des Gesprächs – ist Abtreibung eine hochemotional besetzte Thematik, der sie mehr als 16 Jahre ihres Lebens gewidmet hat. Die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht hat nach eigener Aussage viele Frauen mit Konfliktschwangerschaften beraten und auf ihrem Weg vor und nach Abtreibung begleitet. Sie selbst habe nach der Tötungsoperation noch keine Frau glücklich gesehen. Die seelische Tiefenproblematik, der Schmerz und die inneren Verwerfungen, die Abtreibung mit sich bringt, zeigen sich bei Frauen erst dann, wenn es zu spät ist. Die Klage der Patientinnen, so Linders impliziter Vorwurf an Abtreibungsbefürworterinnen wie Bücker, über die mangelnde Aufklärung der Beratungsstellen zu physischen wie psychischen Folgen des Abbruchs, werden einfach nicht hinreichend ernst genommen. Weil das Selbstbestimmungsrecht der Frau für Feministinnen über allen anderen Rechten, selbst dem primären Lebensrecht des ungeborenen Kindes steht, muß Abtreibung konsequenterweise zu einer Art Lifestyle-Konsumentscheidung verharmlost werden.

Mit einem simplen philosophischen Trick hält Teresa Bücker dagegen: Föten seien keine Menschen, deshalb besäßen sie auch nicht dieselben Rechte wie ein Kind nach der Geburt. Man kann, der Feministin zufolge, Föten nicht wie vollgültige Individuen, wie Staatsbürger behandeln. Von diesem Argument weicht Bücker im Verlauf der Diskussion keinen Zentimeter ab. Selbstverständlich nicht, denn es ist die Schlüsselposition von Abtreibungsbefürwortern: Daß Leben erst ab einem gewissen Stadium Rechte begründet. Wann denn das ungeborene Kind für sie ein Mensch sei, will die Lebensrechtlerin Linder von Frau Bücker wissen? Das sei schwierig zu beantworten, lautet deren ausweichende Antwort. Es ist offenbar eine Sache der Interpretation. Wie gut, daß radikale Feministinnen nicht über die rechtliche Auslegung des Gründungsmoments bürgerlicher Rechte bestimmen dürfen, denn dann wäre das Kind selbst nach seiner Geburt seines Lebens nicht sicher.

Einig sind sich die Kontrahentinnen wenigstens darin, daß die Gesellschaft kinder- und mütterfreundlicher werden müsse, um die Abtreibungsquote zu senken. Die Rahmenbedingungen für Familie müssen stimmen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Zur Zeit laufen jedoch die familienpolitischen Bestrebungen in eine völlig andere Richtung. Die Doppel- und Dreifachbelastung von Müttern zwischen Beruf, Familie und Alltag wird uns als erstrebenswerte Daseinsweise in den schönsten Farben gemalt. Gestresste Kinder, depressive Mütter, genervte Väter, die sich aus der Familienverantwortung zurückziehen, sind Folgen dieser Politik, die am allerwenigsten deren Hauptverantwortliche sehen wollen. Wer will zu dieser Zeit noch Kinder haben, in der eine sich Familienministerium nennende Behörde faktisch als verlängerter Arm der Wirtschaft agiert und Familien konsequent zur disponiblen Verfügungsmasse von Konzernen und Arbeitgebern herabwürdigt? Bis die Rahmenbedingungen stimmen, ist es also noch ein weiter Weg, den jährlich über 100.000 Ungeborene mit dem Leben bezahlen. Es braucht jetzt und nicht erst in zehn oder zwanzig Jahren gegenläufige Maßnahmen und genau die umzusetzen mahnt Linder an. Vorschläge der Lebensschutzbewegung gibt es viele und dazu gehört in erster Linie, Schwangeren mit Abtreibungswunsch den Weg zum Leben und zur Hoffnung aufzuzeigen. Viele Frauen bereuen die Abtreibung ihres Kindes. Aber wie viele bereuen es, ihr Kind zur Welt gebracht zu haben? Für sehr verzweifelte Frauen, beispielsweise schwangere Frauen durch Vergewaltigung, gäbe es die Alternative Adoption, schlägt Linder vor. Frauen, die dem Akt der Gewalt bewußt einen Akt der Liebe entgegen setzen, beschreibt die Lebensschützerin diesen bemerkenswerten Vorgang, den sie selbst in ihrer Praxis als Beraterin mehrmals erlebt habe.

Bei diesen Worten verzieht Bücker sichtlich angewidert das Gesicht. Die praktischen Erfahrungen der Lebensschützerin in der Beratung konfliktschwangerer Frauen konfrontieren die Feministin offenkundig mit einem Zuviel an Realität. Man kann nur spekulieren, welche früheren Verletzungen Bücker als, Kind, als Frau und seit einigen Jahren selbst Mutter einer Tochter erfahren hat, um sich derartig vehement gegen die Vorstellung zu sperren, daß Leben selbst unter widrigsten Umständen als Geschenk empfunden werden kann. Auch dann, wenn man zuvor an das Glück und die Zuversicht, das es mit sich bringt, nicht glauben wollte oder konnte, weil Verzweiflung und panische Zukunftsängste den Blick auf das Wesentlichste – den sanften Auftrag, nicht nur Leben zu schaffen sondern es auch anzunehmen – verstellten. Entstandenes Leben ist kein philosophisch zu beseitigendes Problem. Ein Kind im Bauch der Mutter legt fest und ist in seiner Unwiderruflichkeit für manche Frau gewiß eine Bürde. Doch die Entscheidung schwanger zu werden, gilt eben auch dann, wenn frau sie nicht bewußt getroffen hat. Doch die Akzeptanz, selbst für die wenigen unvermeidlichen Tatsachen des Leben wie Schwangerschaft, Geburt, Tod wie auch die Prägungen durch das Geschlecht schwindet in unserer Gesellschaft in dem Maße wie die Anfälligkeit zunimmt für den extremen Individualismus und seiner falschen Beglückungsversprechen.

Geschlechtsverwirrung unter Minderjährigen: Jugendpsychiater warnt vor gefährlich zunehmendem Trend

Der Münchener Psychiater Alexander Korte ist besorgt wegen des rasant zunehmenden Transgender-Trends unter Kinder und Jugendlichen. Dieser werde durch Medien und Politik zusätzlich befeuert. Verantwortlich sei aber auch ein sich zunehmend durchsetzender Machbarkeitsgedanke bei Medizinern.

»Wir erleben einen regelrechten medialen Hype um das Thema«, konstatiert Alexander Korte, der sich als Oberarzt am Münchener Universitätsklinikum auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsidentitätsstörungen spezialisiert hat. Seit Jahren beobachte er einen enormen Zulauf von Patienten, vor allem in der frühen und mittleren Adoleszenz. Der Arzt hat sich in den letzten Monaten bereits mehrmals als mahnende Stimme in der Gender-Debatte hervorgetan, die zunehmend ideologisch geführt wird. Freie Welt berichtete hier.

Er erklärt diesen Anstieg von Patientenzahlen einerseits mit der besseren Aufklärungslage und einem höheren Problembewußtsein in der Bevölkerung für Geschlechtsrollen und damit zusammenhängenden Identitätskonflikten bei Jugendlichen. Andererseits spiele aber auch der sich zunehmend in der Medizin durchsetzende »Machbarkeitsgedanke« eine Rolle. Alexander Korte kritisiert eine Form von Fortschrittshybris. Die Tatsache, daß heute mittels moderner medizinischer Möglichkeiten eine Geschlechtsumwandlung möglich sei, führe zu der Auffassung, daß das medizinisch Machbare auch umgesetzt werden sollte. »Von großer Relevanz ist das Angebot neuer, allerdings umstrittener Behandlungsmethoden, insbesondere die vielfach beworbene Möglichkeit einer frühzeitigen pubertätsblockierenden und gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung«, so Korte im Interview mit der Tagespost. Er konstatiert, daß unsere Gesellschaft es hierbei mit einem Phänomen einer »angebotsinduzierten Nachfragesteigerung« zu tun habe.

Korte beklagt in diesem Zusammenhang, daß der gesamte Diskurs um das Thema Gender inzwischen »komplett durchideologisiert« ist, was keineswegs im Sinne der Betroffenen sei. Scharf kritisiert er die Rolle der Politik. Die Haltung in der Genderfrage interpretieren Politiker inzwischen als weltanschauliche Positionierung: »Bisweilen gewinnt man den Eindruck, dass die Frage, ob man oder frau politisch rechts oder links steht, sich heutzutage primär anhand der persönlichen Positionierung in der Genderfrage entscheidet – genauer gesagt, anhand der eingenommenen Haltung gegenüber der queeren Theorie, der zufolge – vereinfacht gesagt – auch das biologische Geschlecht an sich als historisch diskursiv bedingte, reine Konstruktion verstanden werden soll.«

Tausende toter Frauen durch Abtreibung? Die Propaganda der Abtreibungslobby im Faktencheck

Wer Abtreibung verbieten will, spiele mit dem Leben der Frauen. So lautet die gängige Argumentation der Lebensschutzgegner. Denn ohne Zugang zu medizinischen Möglichkeiten, seien die verzweifelten Frauen gezwungen, bei Quacksalbern Hilfe zu suchen oder gar selbst an Hand an sich zu legen. Pro Jahr kämen deshalb 47.000 Frauen durch mißglückte Abtreibungen um. Doch stimmt diese Zahl überhaupt?

Weltweit sei 47.000 Todesfällen bei Frauen auszugehen infolge einer unsachgemäß durchgeführten Behandlung. Doch diese Aussagen seien schlichtweg falsch. Das schreibt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) Maria Cornelia Kaminski unter Berufung auf Recherchen der Washington Post. Da die Daten schwierig zu erheben sind – Abtreibung ist in vielen Ländern illegal – greife die WHO auf Schätzungen zurück. Dafür werden vorhandene Datensätze zur Frauensterblichkeit mit Vergrößerungsfaktoren multipliziert, die von Land zu Land je nach Gesetzeslage variieren. Dieses fragwürdige Vorgehen sei bei der WHO üblich, so die Lebensschützerin. Auch die Aidsquoten werden auf auf ähnliche Weise erhoben. Obwohl die Basisdaten lediglich willkürlich hochgerechnet werden, gibt die WHO ihre Zahlen stets als sichere Schätzung heraus. Zahlen, auf die sich die Abtreibungslobby natürlich gerne beruft, um ihre Argumentation für die medizinische Kindstötung möglichst seriös zu untermauern.

Allein in den USA kostete das bis 1973 geltende Abtreibungsverbot tausenden Frauen das Leben, wird von Abtreibungslobbyisten wie dem Gesundheitsdienstleister Planned Parenthood immer wieder ins Feld geführt. Denn aus der angeblich hohen Sterblichkeitsquote läßt sich umso leichter die politische Forderung ableiten, die sogenannte »reproduktive Gesundheit« als exklusives Frauenrecht durchzusetzen. Gemeint ist damit der legale Zugang zur medizinischen Kindstötung, der von der eine Behandlung begehrenden Frau im Zweifel auch gegen das persönliche Gewissen des Arztes durchgesetzt werden kann. Diese Argumentationskette folgt übrigens auch das EU-Parlament, das dazu jährlich einen entsprechenden Beschluss vorlegt.

Einer näheren Prüfung hält diese außerordentlich hohe Quote angeblich 5000 toter Frauen allein in den USA nicht stand. Die Abtreibungslobby, schreibt Maria Kaminski, greife dafür auf Statistiken des amerikanischen Arztes und einflussreichen Abtreibungsbefürworters Frederick Taussig zurück. Diese seien jedoch erstens seit Jahrzehnten veraltet und basierten zweitens bereits zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung 1936 sehr wahrscheinlich auf einer fehlerhaften Hochrechnung.

So sei seit den 1930er Jahren die Mär von angeblich tausenden Frauenopfern durch Abtreibung mehrmals nach unten korrigiert worden. Dazu trage im besonderen Maße der Entwicklungssprung bei, den die Medizin seit Ende des zweiten Weltkriegs gemacht hat, schreibt Kaminski. Antibiotika-Gaben und die insgesamt verbesserte medizinische Versorgen führten dazu, daß Abtreibung gesundheitlich wesentlich weniger riskant für die Frauen wurde. Für das Jahr 1965 – acht Jahre bevor (!) die amerikanische Regierung Abtreibung legalisierte – gab das National Center for Health Statistics die Zahl der durch Abtreibung verstorbenen Frauen mit 235 an mit der Einschränkung, daß diese vermutlich nicht ganz korrekt sei, aber keinesfalls mehr als Tausend betrage.

235 zu angeblich 5000 Todesfällen, die Planned Parenthood und ihr deutscher Ableger pro familia bis heute verbreiten, ist schon ein gewaltiger Unterschied. Und er vergrößert sich sogar noch, wenn man die 1970er Jahre mit einrechnet: 1972 begann die amerikanische Regierungsbehörde, genauere Daten zur Abtreibung zu sammeln und stellte einen Rückgang um mehr als 70 Prozent der Todesfälle im Vergleich zur vergangenen Dekade fest. Demnach starben im Jahr 1972 64 Frauen infolge einer illegalen Abtreibung, aber immerhin auch 24 Frauen nach einem legal durch einen Arzt durchgeführten Abbruch. Dies geschah 1972, wohlgemerkt, als Abtreibung in den USA noch verboten war. Erst ein Jahr später führte das Urteil im legendären Prozeß Roe v. Wade zur Freigabe der Abtreibung durch den amerikanischen Kongreß. Seit 1972, so schließt Kaminski ihren Artikel, seien demnach insgesamt 473 Frauen an den Folgen einer legalen (!) Abtreibung gestorben – und 50 Millionen Kinder.

Gender-Porno im Unterricht: Warum Eltern zu Recht empört sind

Viele Eltern sehen den Sexualkundeunterricht skeptisch. Insbesondere, wenn er bereits in der Grundschule beginnen soll und so manches Kind noch Jahre von der Geschlechtsreife entfernt ist. Für Sexualpädagogen und Lehrer kann die Sexualkunde hingegen nicht früh genug anfangen. Kinder hätten ein Recht auf Informationen zur Sexualität, so deren Begründung. Eine Reportage des Deutschlandsfunks enthüllt, warum sich Eltern zu Recht Sorgen machen.

Der Deutschlandfunk Kultur hat sich auf Spurensuche begeben. Er will ergründen, warum die Sexualkunde selbst nach 50 Jahren immer noch für teils heftige Kontroversen zwischen Eltern und Schulen sorgt. Vielleicht wollte die Redakteurin mit ihrem Beitrag zur Entspannung der verfahrenen Situation beitragen. Erreichen wird sie bei Eltern höchstens das Gegenteil.

Für unfreiwillige Komik sorgt schon die erste Szene im DLF Beitrag, für den die Redakteurin Katja Bigalke in Hamburg zwei öffentlich finanzierte Einrichtungen besucht hat, die mit dem Aufklärungsunterricht an Schulen betraut sind. Die erste Einrichtung bildet pro familia. Im Bereich Sexualaufklärung bieten einige pro familia-Einrichtungen laut Webseite Veranstaltungen für Schulkinder bereits ab der 4. Klasse an. Auch Fortbildungen für Lehrer sind möglich. Die laufen laut Bigalkes Reportage ungefähr so ab: Die Kursleiterin ruft die teilnehmenden Lehrer auf, Sexbegriffe zu nennen, die sie alle säuberlich auf das Bord schreibt. Es fallen Worte wie Penis, Vagina, Scheide, Schmuckkästchen und weitere. Die Pädagogen müssen sich auf paar Begriffe einigen, die den »Sexsalat« bilden sollen.

»Am Ende sind Penis, Scheide und Schmusibär umkringelt. Das Spiel „Sexsalat“ kann losgehen. Die Regeln sind denkbar einfach: Jeder bekommt der Reihe nach einen Begriff zugeteilt. Aus dem Stuhlkreis wird ein Stuhl entfernt. Der, der keinen hat, stellt sich in die Mitte und ruft einen Begriff.« Die Kursleiterin erklärt dazu:

»„Wenn ich rufe ‚Penis‘, müssen alle Penisse aufstehen und sich schnell einen neuen Platz suchen. Ich versuche derweil, einen frei gewordenen Platz zu finden.“ „So: Penis und Scheide.“«

Pädagogische Plumpheiten wie das Sexsalat-Spiel sind hier noch das Harmloseste. Schlimmer noch ist die Tatsache, daß der dumpf ererzierte Porno-Sexualkundeunterricht, so wie er in der DLF-Reportage beschrieben wird, die implizite Botschaft an das Kind transportiert, daß seine Scham, sich öffentlich vor dem Lehrer und der Klasse über sein Intimleben zu äußern, etwas Negatives ist, etwas, das es ablegen beziehungsweise überwinden muss, um in der Gruppe zu bestehen. Unverblümt spricht es ein 11 bis 12jähriger Schüler aus, nachdem er die Sex-Projektwoche an der Schule absolviert hat. Es sei spannend, aber erst ein bißchen eklig gewesen. Aber am Ende habe er es gemocht. Ein anderer freut sich, daß er, wenn er älter sei, alles über Sex und andere Sachen wüßte. Wunderbar, ein richtiger Experte, der Kleine! Jedem normalen Menschen stehen die Haare zu Berge, wenn er so etwas aus dem Mund eines Kindes hört.

Während die Lehrer die Regeln des Sexsalat-Spiels einstudieren, reden andere Sexualpädagogen in der Reportage Klartext. Eine von ihnen ist Beate Proll, Leiterin des Arbeitsbereichs Sexualerziehung und Gender am Hamburger Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung. Es gäbe eine Gruppe von Eltern, die »aus Unwissenheit Vorstellungen zur schulischen Sexualerziehung haben«, die laut Frau Proll »definitiv nicht zutreffen«. Frau Proll sieht die Konfrontation des Kindes mit Begriffen aus der Sexualwelt von Erwachsenen im Einklang mit dessen »psychosoziale[r] Entwicklung«. Eltern können sich, so impliziert ihre Rede, entspannt zurücklehnen und die Schule ruhig machen lassen. Pädagogen wie sie wüßten es doch am Ende besser.

Laut Bundesverfassungsgericht ist die Sexualerziehung eine gemeinsame Sache zwischen Eltern und Schule. Erstere haben das Erziehungsrecht inne, die Schule dagegen muss ihrem Bildungsauftrag genügen, gleichzeitig aber einen konstruktiven Dialog mit den Eltern pflegen, da es immer unterschiedliche moralische Vorstellungen gibt. Die Schule ist dabei zur Neutralität verpflichtet. Die Lehrer dürfen bei der Wissensvermittlung keine wie auch immer geartete Ideologie exekutieren.

Angesichts dieser durch das Bundesverfassungsgericht geschaffenen Rechtssituation sollte das Selbstverständnis aufhorchen lassen, das die Gender-Pädagogin Beate Proll gegenüber ihren Befugnissen hegt. Sie sieht nämlich lediglich eine Informationspflicht der Schule gegenüber den Eltern, bevor der Sexualkundeunterricht beginnt. Das könne sie »mit einem Brief machen oder auf dem Elternabend platzieren. Dann ist es aber nicht so, dass abgestimmt wird: Thema Familie ja, Regenbogen nein. Das natürlich nicht.“« Kein Wunder, daß die Proteste gegen einen Sexualkundeunterricht, der immer mehr zu einer Werbeveranstaltung für schwul-lesbisches Liebesleben gerät, landesweit zunehmen. Mit dem Sexualkundeunterricht haben die Schulen 1968 die Büchse der Pandora geöffnet. Nun haben sie ihre liebe Not damit. Mit den pädagogischen Ansichten, wie Beate Proll sie hegt, wird es aber nicht besser werden. Ganz im Gegenteil.

Unser tägliches Gender-Gaga gib uns heute: Wie die Gender-Ideologie die Gesellschaft vergiftet – Vier wahre Begebenheiten

Richtiges Gendern soll die Welt gerechter, lebenswerter, freier, bunter und toleranter machen. Glaubt man den Anhängern des kulturmarxistischen Menschheitsbeglückungsprogramms, erwartet uns das Paradies auf Erden. Dazu muss es nur gelingen, die Fesseln der omnipräsenten Geschlechtskategorien zu sprengen und endlich die Mann/Frau-Brille abzulegen, die unseren Alltag bestimmt. Auf dem Weg dorthin erwarten den Bürger jedoch allerlei skurrile Fallstricke. Die Redaktion der Initiative Familien-Schutz hat die jüngsten Begebenheiten des alltäglichen Gender-Gagas zusammengetragen.

Die Auswirkungen der Gender-Ideologie sind inzwischen für jeden Bürger sichtbar, so man sich die Zeit nimmt hinzuschauen: Arbeitgeber lassen inzwischen jede Stellenausschreibung akribisch von Juristen auf die gesetzlich geforderte Gendergerechtigkeit prüfen, um Schadensersatzforderungen professioneller Abmahnfirmen zu vermeiden. Bekommt ein Paar sein erstes Kind, müssen sie sich fortan vor Behörden und staatlichen Einrichtungen mit der Frage auseinandersetzen, welcher von beiden sich für den Rest des Lebens als Elter I beziehungsweise als Elter II anreden lassen will. Derweil schwadronieren weibliche Ministerinnen von feministischer Außenpolitik, um der Menschheit den Weltfrieden zu bringen – obwohl allein schon der Arbeitsalltag in Firmen, deren Chefetagen mehrheitlich weiblich besetzt sind, tendentiell alles andere als friedfertig abläuft.

Angesichts der Absonderlichkeiten, die die– man muss es so nennen – Genderverblödung alltäglich weltweit produziert, gibt es keine Obergrenze. Alles ist möglich. Stoff für einen modernen Monty Python des Gender-Gagas gibt es genug. Nachfolgend stellen wir eine Auswahl der skurrilsten Begebenheiten der vergangenen Monate vor.

Seit nunmehr zwei Jahren foppt ein 22jähriger die Behörden. Als Polizistin verkleidet nimmt der eigentlich als Mann geborene Berliner regelmäßig an Einsätzen teil. Dort nimmt die Transfrau wie ein echter Vertreter der Staatsgewalt Personalien auf und saß sogar schon laut eigenen Angaben hinter dem Steuer eines Einsatzwagens. Der Berliner Polizei ist die ganze Geschichte peinlich. Laut Gesetz gilt Amtsanmaßung als Straftat, die bis zu zwei Jahre Freiheitsentzug kosten kann. Verschärft wird die Sache zusätzlich durch das gefüllte Vorstrafenregister der Pseudo-Polizistin. Doch seitdem die Berliner Polizei gendersensibel vorzugehen hat, traut sie sich nicht so richtig ran an die dreiste Transperson. Als eine Art queerer Münchhausen genießt sie nun Narrenfreiheit in Berlin.

Bleiben wir in der Hauptstadt, die mancher Bürger den Hauptslum an der Spree nennt. Dort klagt zur Zeit eine Frau gegen die Universität der Künste wegen Diskriminierung. Grund: Der Berliner Staats- und Domchor hat nach wohlwollender Prüfung die neunjährige Tochter der Klägerin nicht in seine Reihen aufnehmen wollen. Zuvor sang das Mädchen im Kinderchor der Komischen Oper Berlin und in der Domsingschule von Frankfurt am Main. Ambitionen für einen künstlerischen Werdegang scheinen – zumindest auf seiten der Mutter –reichlich vorhanden zu sein. Der nächste natürliche Schritt auf der Leiter zur klassisch ausgebildeten Sängerin kann da nur der hochberühmte, altehrwürdige Berliner Staatschor sein. Erste Zeugnisse seiner Gründung gehen bis auf das Jahr 1465 zurück. Dumm nur, daß es sich bei der Einrichtung seit jeher um einen reinen Knabenchor handelt, der nach Ansicht der Universität auch genau das bleiben soll. Das Berliner Verwaltungsgericht dachte anders und hat die Klage der Mutter angenommen.

Tragisch ging ein Fall akuten Genderwahns dagegen in Argentinien aus. Unbestätigten Meldungen zufolge nahm zur Jahreswende ein ebenso junger wie glühender Feminist an einem Marsch gegen Gewalt an Frauen teil. An einer Stelle der Demonstration wurden öffentlich Namen von Männern verlesen, die man bezichtigte, Verbrechen gegen Frauen begangen zu haben. Überraschenderweise befand sich auch der Name unseres feministischen Philanthropen auf dieser Liste und wurde der Menge bekannt gegeben. Binnen weniger Wochen sah sich der geschockte 18jährige in einem Pranger wie aus dem Mittelalter gefangen, was ihn in einen Zustand schwerer Verzweiflung stürzte. Seine besorgte Mutter fand heraus, daß keine Geringere als dessen Freundin den Sohn an die Meute verraten hatte. Obwohl die Freundin ihre Anschuldigungen als unbegründet zurückzog, gingen die Anfeindungen gegen das Verleumdnungsopfer unbeirrt weiter. Um dem Psychoterror zu entgehen, nahm sich der junge Mann schließlich das Leben.

Die USA sind das unbestrittene Mekka des weltumspannenden Genderkults. Von hier kommen entscheidende Impulse, die schon bald über den Ozean nach Deutschland schwappen werden. So hat die Universitäten von Oxford, Ohio jüngst ein Programm gegen toxische Männlichkeit (übers. toxic masculinity) ins Leben gerufen. Regelmäßig treffen sich dort interessierte Studenten, die das von notorischer Gewalt, Agressionen, von zuviel Bier und Testosteron vergiftete männliche Rollenmuster in Frage stellen und sich diskursiv davon reinigen wollen. Über vorgegebene Erlösungsriten erklimmen die Männer schließlich den Gipfel feministischer Katharsis. Zum »The good Men-Project« gehören unter anderem das gemeinsame Reden, Gruppenkuscheln und Kinogänge zu feministischen Filmen.